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Kohren-Sahlis will sich doch nach Frohburg retten

Eingliederung Kohren-Sahlis will sich doch nach Frohburg retten

Der Beschluss zur Fusion mit Frohburg ist es noch nicht, aber die Richtung ist (wieder) klar: Kohren-Sahlis möchte mit der nördlich gelegenen Stadt zusammengehen. Geithain ist damit seit Dienstagabend offiziell aus dem Rennen. Den Stadträten und Verwaltungen bleibt nicht mehr viel Zeit, alles zu regeln, denn die Fusion soll ab 1. Januar 2018 gelten.

Dieses Bild hängt seit vielen Jahren im Kohrener Rathaus – jetzt hat es etwas Prophetisches.

Quelle: Jens Paul Taubert

Kohren-Sahlis. Kohrens Zukunft heißt – Frohburg: Mit 13:2 Stimmen traf der Stadtrat von Kohren-Sahlis diese Entscheidung am Dienstagabend mit klarer Mehrheit. Er beschloss, die vor Monaten auf Eis gelegten Eingliederungsverhandlungen mit Frohburg „mit dem Ziel der Gemeindeeingliederung zum 1. Januar 2018 fortzuführen und abzuschließen“. Jene Offerte, mit der sich die Stadt Geithain als möglicher zweiter Partner relativ kurzfristig ins Spiel gebracht hatte, fand ausdrückliche Anerkennung, fiel aber nicht ins Gewicht. Vorausgegangen war dem Beschluss eine Fragestunde, in der zahlreiche Bürger das Wort nahmen. Unter jenen knapp 50 Besuchern, die die geschichtsträchtige Versammlung verfolgten, waren die Bürgermeister von Frohburg und Geithain, Wolfgang Hiensch (BuW) und Frank Rudolph (UWG), sowie Stadträte beider Kommunen.

Tagesordnung favorisierte Frohburg

Worauf es an diesem Abend hinauslaufen würde, machte der Kohren-Sahliser Bürgermeister Siegmund Mohaupt (CDU) von Beginn an klar. Die Tagesordnung favorisierte Frohburg, hatten doch die Parlamente Frohburgs und Kohrens noch am Montagabend zu einer eindringlichen Beratung zusammengesessen. Die Präsentation, in der Mohaupt die Argumente für und wider ein Zusammengehen seines mehr als tausendjährigen Ortes mit Frohburg respektive Geithain aufzeigte, war insofern zwar erhellend (soweit von den Besucherrängen aus lesbar), für die Entscheidungsfindung aber kaum mehr von Belang.

Er ging ein auf eine Befragung von 2015, an der sich 244 Einwohner beteiligten; 212 von ihnen hatten für Frohburg plädiert. „Verschiedene Gründe, die jeder anders definierte“, nannte er als Ursache dafür, warum der fortgeschrittene Einigungsprozess mit Frohburg schließlich ins Stocken geriet. Dass der Kohrener Stadtrat den gemeinsamen Brandschutz-Bedarfsplan durchfallen ließ, führte er auf „riesengroße Kommunikationsprobleme“ zurück. Dass Geithain die Chance genutzt habe, sich zu bewerben, sei legitim. Das Angebot habe man ebenso intensiv geprüft und „festgestellt, dass Geithain auf einem sehr guten Weg ist“. Dennoch sehe man die Zukunft in Frohburg, so Mohaupt; entscheide der Stadtrat indes für Geithain, „müssten wir die Bürger befragen. Das ist eine wichtige Voraussetzung.“

Keine Statements vor der Beschlussfassung

Zu einen Schwenk in Richtung Geithain sah das Gros der Kohrener Parlamentarier offenbar keinen Anlass. Überraschend lediglich, dass vor der eigentlichen Beschlussfassung kein einziger von ihnen die Gelegenheit nutzte, sich zu erklären. Die Abstimmung über die Wiederaufnahme der Verhandlungen – die noch kein Eingemeindungsbeschluss ist – dauerte so trotz der Tragweite nur Augenblicke. Immerhin schoben einige Abgeordnete am Ende der Sitzung Statements nach.

Zwölf Stadträte und der Bürgermeister stimmen für den Weg nach Frohburg

Zwölf Stadträte und der Bürgermeister stimmen für den Weg nach Frohburg.

Quelle: Ekkehard Schulreich

Nicht nur das Angebot Frohburgs zu prüfen, sondern auch das von Geithain, nannte Marco Höppner (CDU) legitim: „Auch Eulatal hat sich im Vorfeld umgeschaut. Was mich stört: dass uns dabei so viel Aggression entgegen gebracht wurde.“ Wer auf das Ergebnis der Befragung von 2015 poche, sollte nicht verkennen: „Daran haben sich grade mal zehn Prozent beteiligt – aber heute wissen so viele Bescheid.“ Für Thomas Pohling (CDU) ist klar: „Egal wohin es gegangen wäre, gilt: Ohne die Initiativen vor Ort geht gar nichts.“ Keiner könne sich deshalb hinter einem Stadtrat verstecken.

„Wir haben heute nur beschlossen, dass die Arbeit weitergeht. Wir haben ja noch nichts unterschrieben“, verdeutlichte Silke Reiße (CDU). Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und sich führen lassen von dem Wunsch, „den Auftrag der Bürger zu erfüllen, wobei wir wissen, dass viele auch nach Geithain tendieren“. Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU) wies Vorwürfe zurück, man habe in den vergangenen Monaten kaum Transparenz walten lassen: „Unsere Marschrichtung war: Der Bürgermeister koordiniert die Öffentlichkeitsarbeit in der Zeitung.“ Danach sei man auch verfahren.

Mit Frohburg ist die Stadt Kohren-Sahlis nicht nur kulturell eng verbunden. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Kommunen ist über Jahre gewachsen. Das betrifft die Kooperation der Grundschulen und mehrerer Ämter, Standesamt, Tourismuspolitik, Bibliothek. Als die Eingliederung Kohrens konkret wurde, war Frohburg folgerichtig der (erste und lange einzige) Adressat. Ende Januar 2015 beschloss das Kohrener Parlament bei einer Enthaltung, die Sache anzugehen. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe stellte sich der Mammutaufgabe, die Wege zu ebnen. Den Fusionsprozess führten beide Seiten lange auf Augenhöhe. Doch im Sommer 2016 verdichteten sich Misstöne. Ein Punkt blieb die (Personal-)Frage des Fremdenverkehrsverbandes, ein zweiter wurde der Brandschutzbedarfsplan, den Frohburg für beide Städte erarbeitet hatte und der im Kohren-Sahliser Rat durchfiel. Die Bitte Kohrens um Unterstützung für das Bauamt und die Zerwürfnisse beider Partner ermutigten die Stadt Geithain, sich ebenfalls als Partner ins Gespräch zu bringen und ein eigenes Angebot zu unterbreiten.

Das sagen die Bürgermeister von Frohburg und Geithain

Wolfgang Hiensch (BuW): „Viel Zeit bleibt nicht, um alles auf die Reihe zu bekommen. Wir müssen uns jetzt auf das Wesentliche konzentrieren.“ Der Frohburger Stadtrat müsse sich jetzt positionieren, und beide Parlamente müssten einen neuen Zeitplan aufstellen. Der Entwurf der Eingliederungsvereinbarung sei seit dem Sommer vergangenen Jahres zu 96 Prozent fertig und miteinander abgestimmt. Er müsste neu durchgesehen und bestätigt werden, damit er öffentlich ausgelegt und den Einwohnern beider Städte zur Kenntnis gegeben werden könne. Erst danach stehe der entscheidende Beschluss an.

Frank Rudolph (UWG): „Wir haben versucht, was in unseren Möglichkeiten stand, aber wir haben nichts verloren. Wir konzentrieren jetzt all unsere Kräfte, um Geithain und Narsdorf gut zusammenzuführen.“ Um die ab Juli deutlich größere Kommune weiter voranzubringen, brauche es eine Menge Engagement. Das werde man einsetzen, und – natürlich – „werden wir die Entwicklungen in Kohren-Sahlis im Auge behalten.“

Von Ekkehard Schulreich

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