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Geithain Kohren-Sahliser Stadtrat tagt zum letzten Mal vor Eingliederung – ohne Publikum
Region Geithain Kohren-Sahliser Stadtrat tagt zum letzten Mal vor Eingliederung – ohne Publikum
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00:19 23.12.2017
Die Stadt-Kohren-Sahlis wird zum 1. Januar nach Frohburg eingegliedert. Quelle: Jens Paul Taubert
Kohren-Sahlis

Eine runde Stunde dauerte jene 37. Ratssitzung, die am Dienstagabend die allerletzte in der Kohren-Sahliser Stadtgeschichte war. Von der historischen Dimension unmittelbar vor der zum 1. Januar wirksam werdenden Eingliederung in die Stadt Frohburg war indes so viel nicht zu spüren. Statt großer Reden und Gesten wurde bis zum Schluss gearbeitet – mit der Konsequenz, dass es gelang, das Mitte des Jahres auf rund eine Million Euro bezifferte Minus im Haushalt noch erheblich zu drücken, sagte Kämmerin Angela Dietze, als sie die letzten Zahlen vorlegte.

Kohrens Bürgermeister Siegmund Mohaupt. Quelle: Jens Paul Taubert

„Wir hier unten haben auch gar keine andere Chance als unverdrossen zu arbeiten“, meinte Bürgermeister Siegmund Mohaupt (CDU) mit Blick auf die Politbühnen in Berlin und Dresden, wo man offensichtlich ohne Eile und Konsequenz agiere und sich mitnichten unter jenem Handlungsdruck sehe, den man Kommunen gegenüber allerdings aufbaue und sie – wie im Falle von Kohren-Sahlis – zur Aufgabe ihrer Selbstständigkeit zwinge.

Die Bürgerschaft zolle dem ehrenamtlichen Engagement an der kommunalpolitischen Basis Respekt, sagte Mohaupt. Das habe er in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder gespürt. Dass an der letzten Ratssitzung null Bürger teilnahmen, stand dazu in nicht thematisiertem Gegensatz. „Für Kohren-Sahlis zu kämpfen, hat mir sehr viel Spaß gemacht, obwohl wir es nicht immer einfach hatten“, sagte Mohaupt, als Unternehmer selbst ehrenamtlicher Bürgermeister. Er dankte Rat und Verwaltung. Künftig gehe es darum, im Frohburger Stadtrat und im Kohren-Sahliser Ortschaftsrat für die Menschen in der Region zu wirken.

„Wir übergeben ein wohl bestelltes Haus“, sagte Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU) – trotz der Finanzlage, die zur Eingliederung führte. Man habe in den vergangenen Jahren die Grundschule saniert, eine Kindertagesstätte gebaut, in Straßen investiert, vor wenigen Tagen erst den Fußwegbau entlang der Frohburger Straße endlich auf die Reihe bekommen. „Der Stil, dass es immer um die Sache geht, hat mir gefallen“, sagte Fraktionskollege Thomas Pohling. Manfred Schott (SPD) betonte, die Partnerschaft mit dem italienischen Montottone – sie wird im nächsten Jahr 20 – fortsetzen zu wollen.

Der Tourismus sei in den mehr als zweieinhalb Jahrzehnten seit der Wende für das Kohrener Land essenziell gewesen, sagte Regina Heinze, Mitarbeiterin des 1991 gegründeten Fremdenverkehrsverbandes Kohrener Land. Der heißt heute Tourismusverein Borna und Kohrener Land, hat seinen Sitz von Gnandstein nach Borna verlegt – und Heinze wechselt arbeitsrechtlich mit dem neuen Jahr von der Stadt Kohren-Sahlis zum Verein, während die fast ebenso langjährige Mitarbeiterin Angela Schubinski vor Monaten schon in das Kohrener Rathaus nachrückte.

Heinze wünschte sich, künftig nicht nur den Tourismus weiter zu fördern, sondern stärker als bisher die Potenziale des Leadergebietes Land des Roten Porphyrs zu nutzen: „Das war während der Haushalt-Konsolidierung von Kohren-Sahlis kaum möglich, weil die Eigenmittel fehlten.“ Unter Frohburger Ägide sollte das anders werden.

Von Ekkehard Schulreich

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