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Geithain Kohren sucht König: Karnevalisten greifen der Stadtratsentscheidung schon mal vor
Region Geithain Kohren sucht König: Karnevalisten greifen der Stadtratsentscheidung schon mal vor
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17:22 21.02.2017
Die kleine Funkengarde bei ihrem Auftritt beim Fasching der Kohrener Kulturfreunde in Terpitz. Quelle: Andreas Döring
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Kohren-Sahlis

Rudolph Red Nose oder König Wolf(gang) oder doch lieber....? Sage keiner, die Kohrener Kulturfreunde würden es sich leicht machen in ihrer 41. Saison, ist die doch die wohl unwiderruflich allerletzte als Verein der so selbstständigen wie selbstbewussten Stadt Kohren-Sahlis. Weil das Stadtsäckel leer ist, sehen die Stadtväter keine Alternative als die Flucht – hinter die Mauern einer Nachbarkommune. Weil sie das Prozedere der Partnerwahl – wird es nun Frohburg (Bürgermeister Wolfgang Hiensch) oder doch besser Geithain (Frank Rudolph)?! – als hilflos empfinden, stellen die Karnevalisten ihr aktuelles Programm ganz in den Dienst der guten Sache: Gemeinsam mit ihrem närrischen und deshalb geradezu prädestinierten Publikum ziehen sie in den Dschungel, um einen König für Kohren zu finden. So geschah es am Sonnabend im Terpitzer Oldtimervereins-Saal, so wird es am kommenden im Streitwalder Jägerhaus passieren. Höchste Zeit ist es dafür, will der gewählte Stadtrat doch am 28. Februar seine Entscheidung bekannt geben.

Was waren das für selige Wochen im Sommer 2016, als Kohren-Sahlis im Liebeswahn schwelgte, die Myrtenkränze schon geflochten waren. Doch plötzlich Ernüchterung, denn die fast Vermählten Kohren und Frohburg schreckten zurück. War es die Angst vor der eigenen Courage, „Kohrener Hochnäsigkeit der Extraklasse“ trotz klammer Kasse oder vielmehr – wie Kulturfreunde-Präsidentin Elke Henschel aus der Bütt konstatiert – der Unwille der Frohburger, die sprichwörtliche Katze im Sack zu kaufen? „Vorbei ist die Liebelei mit Frohburg auf keinen Fall“, auch wenn es sich „ganz gut anhört, was Geithain zu bieten hat.“ Was die Karnevalisten darüber hinaus eint, ist das Unbehagen mit ihrer eigenen Stadtregierung. Die, so Henschel, habe es zum einen versäumt, die Braut ein bisschen herauszuputzen, zum zweiten aber versäume sie jetzt etwas viel Wichtigeres: Des Volkes „Massen will man jetzt ganz schweigen lassen“, im Parlament entscheiden, ohne die Einwohner zu fragen.

Das Stochern im Nebel, die Königssuche in der Undurchdringbarkeit des Urwalds animiert den Verein zu einem amüsanten Vexierspiel, wobei schnell klar wird, Antworten auf die Königsfrage sind nicht wohlfeil. Maria und Elke begegnen auf ihrer waghalsigen Exkursion Eis-, Braun- und Räu-Bär, Mowgli und gehörntem Rosenkavalier und manch anderem, können sich auch für menschenverzehrende Dschungel-Stars kaum erwärmen. Eingebunden in die Szenerie sind die beiden Tanzgruppen – wobei es an der kleinen, neu besetzten ist, den Abend zu eröffnen. Unter den Besuchern aus vielen Kohrener Ortsteilen und weit darüber hinaus war am Sonnabend eine Abordnung des Tautenhainer TKV, der am bevorstehenden Wochenende sein 40-jähriges Bestehen feiert.

Zu welcher Erkenntnis der Marsch Maria und Elke schließlich führt? Wird hier nicht verraten, um nicht jenen die Spannung zu nehmen, die das Programm am 25. Februar, 19 Uhr, im Jägerhaus erleben wollen. Vielleicht mischen sich dann auch Kohrener Stadträte unters Volk, um sich inspirieren zu lassen vor der großen Entscheidung am 28. Februar, 19 Uhr, im Haus der Begegnung. Dann heißt es – Frohburg oder Geithain. Dann ist Schluss mit lustig. Nur für die Kohrener Kulturfreunde nicht: Die legen erstmals mit einem Lumpenball nach, am 4. März, 19 Uhr. Wo? Im Schützenhaus in – Frohburg.

Von Ekkehard Schulreich

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