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Kohrener Geschichtsfreunde suchen neuen Vorsitzenden

Heimatverein Kohrener Geschichtsfreunde suchen neuen Vorsitzenden

Mit 75 Jahren stellt Günter Barthel seinen Vorsitz im Verein der Kohrener Geschichtsfreunde zur Verfügung. Anstoß für den Verein, die Arbeit neu auszurichten. Künftig könnte er auch den Kohrener Museen fördernd zur Seite zu stehen. Am 1. März findet eine Veranstaltung statt, zu der alle, denen Heimatpflege am Herzen liegt, eingeladen sind.

Günter Barthel befasst sich seit Jahrzehnten mit der Geschichte seiner Heimatstadt Kohren-Sahlis.

Quelle: Jens Paul Taubert

kohren-Sahlis. Das Jubiläum „550 Jahre Stadtrecht Kohren-Sahlis“ 2003 und die Herausgabe eines Buches, das die Geschichte der Töpferstadt beleuchtet, waren entscheidende Gründe, dass 2002 der Verein der Kohrener Geschichtsfreunde entstand. Anderthalb Jahrzehnte später hat der Verein nicht nur besagtes, 200 Seiten starkes, Werk auf seiner Habenseite. Er unterstützte maßgeblich die Sanierung des durch den Kunstkeramiker Kurt Feuerriegel geschaffenen Brunnens; das Wahrzeichen feiert nächstes Jahr seinen 90. Geburtstag. Zahlreiche Heimatabende machten mit der facettenreichen Geschichte des Kohrener Landes vertraut. Vor allem aber widmeten sich die Mitglieder um Günter Barthel und den 2013 gestorbenen Ernst Bochmann heimatgeschichtlichen Forschungen.

Mit 75 Jahren stellt Barthel jetzt den Vorsitz zur Verfügung. Anstoß für die Kohrener Geschichtsfreunde, ihre Arbeit neu auszurichten. Eine Überlegung: neben dem Bisherigen den Kohrener Museen künftig fördernd zur Seite zu stehen. Am 1. März findet eine Veranstaltung statt, zu der alle Mitglieder und all jene, denen die Heimatpflege am Herzen liegt, 19 Uhr in das Töpfermuseum eingeladen sind. „Ich möchte gerne weiter helfen. Doch an die Spitze stellen sollten sich jetzt Jüngere“, sagt Günter Barthel, seit Jugend an interessiert an der Entwicklung seiner Stadt.

In den Nachkriegsjahren kamen im Haus seiner Eltern – der Vater war Maurer, die Mutter hatte ein paar Ziegen – die auf dem Rittergut Beschäftigten zusammen, um Ziegenmilch zu holen. Oft blieben sie in der Küche sitzen, redeten: „Und ich sperrte natürlich die Löffel auf. Mich haben diese Schilderungen fasziniert.“ Erst Elektromonteur auf dem Volkseigenen Gut, zu dem das Rittergut geworden war, arbeitete Barthel ab Anfang der Achtzigerjahre in einer Denkmalpflege-Brigade auf der Gnandsteiner Burg. Die historische Substanz der Burg wurde zu wahren versucht, Einsätze gab es auch in der Gnandsteiner Dorfkirche und – nach der Wende – an der Kohrener Burgmauer.

Was ebenso prägte, waren der Kulturbund und die dort aktive Fotogruppe. Als 1974 Kohren 1000 Jahre Ersterwähnung groß feierte, stand Barthel Rudolf Hofmann zur Seite, dem Kohrener Original mit einer Leidenschaft für das Heimatgeschichtliche, ein Sammler und Macher, den alle nur den Hofrat nannten und der den Grundstein legte für die Hofmann’sche Sammlung, heute eines der städtischen Museen.

Der Lehrer Ernst Bochmann, dessen Großvater Walter Görner zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein agiler Heimatforscher war, und Günter Barthel lernten sich 1989/90 am Runden Tisch kennen und verfolgten seither gemeinsame Projekte. Nicht zuletzt veröffentlichten beide Heimatgeschichts-Beiträge in der LVZ. Über das Leben der Generationen zuvor berichten, Zeitzeugnisse und Dokumente sammeln, in Archiven der Vergangenheit nachspüren – für beide war es ein Elixier. „Und wir haben immer wieder ein paar gefunden, die mitzogen“, sagt Barthel, innerhalb des kleinen Vereins und darüber hinaus. Er geht deshalb davon aus, dass die Kohrener Geschichtsfreunde sich im Frühjahr auf ein neues, erweitertes Programm verständigen und dass jemand bereit ist, sich für ein paar Jahre an die Spitze zu stellen.

Von Ekkehard Schulreich

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