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Kohrener Kulturfreunde verführen ins närrische Abenteuerland

Kohrener Kulturfreunde verführen ins närrische Abenteuerland

Sieh, das Abenteuer liegt so nah: Im Kohrener Land nämlich verorten es die Kohrener Kulturfreude. Sage keiner, sie wären närrisch geworden! Hochpolitisch und urgemiedlich, zwischen diesen Polen war das Programm der 36. Saison angesiedelt, und auch wenn im Laufe des Sonnabends im Terpitzer Vereinshaus viele ihr Fett wegkriegten, überwog doch Letzteres: die Gemiedlichkeit.

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Erotik oder Aerobic? Egal, das Kohrener Land ist ein Abenteuerland.

Quelle: Jens Paul Taubert

Terpitz. Es abenteuert gewaltig, wie im Großen, so im Kleinen: Aus ihrer Bütt heraus entwarf Elke Henschel, die Vereinsvorsitzende der Kohrener Kulturfreunde, vorgestern Abend das Bild einer sich auflösenden Ordnung: der Euro, der unter griechischer Sonne schmilzt; ein Bundespräsident, der des Bodens unter den Lackschuhen verlustig geht; ein mysteriöser Todesfall im beschaulichen Gnandstein. Die Welt ist aus den Fugen, ist Abenteuer, ist eine Reise wert. Wohin die führt im Kohrener, davon erzählte das Programm. Ein Junggesellenabschied im Heiratsparadies, Big-Brother-Container für die aus allen Fugen gehende Kinderkrippe, eine illustre Reihenuntersuchung und eine nicht ganz jugendfreie Spätsprechstunde von Frau Doktor Pille, die die Klagen der Sandmannfrau über das Intimleben des alten Abendgrüßers über sich ergehen lassen muss. Nicht zu vergessen Pitti, der Liebe, Graf Dracula und Stars und Sternchen des deutschen Schlagers, reanimiert vom Kulturfreunde-Nachwuchs. Eine Menge Stoff für einen Abend, während draußen das Quecksilber in Begriff war, die Minus-Zwanziger-Marke zu reißen.

„Kein einziges Mal haben wir den Fasching ausfallen lassen", sagte Martina Sporbert, die gemeinsam mit ihrem Mann Axel und Freunden - den Familien Schönig und Schwarz - gekommen war. Dass die Familien zusammengehören, erschloss sich auf einen Blick: trollig die Männer mit grünen Hüten und Rauschebärten, wuschellockig und mit Schmetterlingsflügeln die Weiblichkeit. „Unsere Kinder machen hier mit. Die Veranstaltungen sind immer toll", ergänzte Michael Schönig. „Wir kommen schon die ganzen Jahre, seit es den Fasching gibt", meinte Seeräuber Mario Völkl aus Gnandstein. Auch für die Gestiefelte Katze Eileen Marek ist der Kohrener Karneval ein Muss: „Und dass nicht nur, weil unsere Tochter bei der Garde mitmacht." Für Peggy Röthig und Patrick Kühn ist Fasching der Anlass, sich wieder einmal mit Freunden zu treffen. „Fasching, das muss einfach sein", sagte der in königliches Purpur Gewandete, und seine Begleiterin Peter (Petra?) Pan ergänzte: „Wenn es so etwas Schönes vor der Haustür gibt, sollte man es auch nutzen."

Urteile, die wohl klingen in den Ohren der Kulturfreunde, die zu zweiten Mal den Saal des Oldtimerfreunde-Vereinshauses für ihren Fasching nutzten. Seit November hatten sie in kleinen Gruppen an den Nummern ihres Programms gearbeitet, erstmals in der Zusammenschau erlebten sie es bei der Generalprobe - einen Tag vor der Premiere. „Das war ein großes Durcheinander, aber das ist immer so. Dann wird es ein Erfolg", sagte Elke Henschel. Einen Abend voller Arbeit bescherte der Sonnabend den Mitarbeitern und Helfern des Terpitzer „Elisenhofes", die sich um das Wohl der ausgelassen Feiernden im ausverkauften Saal kümmerten. Freddy Fichtner machte das schon zum wiederholten Mal und sah die Sache pragmatisch: „Wenn die Pflicht ruft, dann ist es so. Aber klar, natürlich würde ich gern tauschen."

Am Sonnabend gibt es im „Jägerhaus" in Streitwald die zweite Vorstellung, tags drauf folgt an selber Stelle der Seniorenfasching. „Am Rosenmontag dann treffen wir uns intern zum Abtrainieren", so die Vereinschefin: „Dann schauen wir uns die vielen Fotos an und lachen über uns selbst. Das brauchen wir auch mal."

Ekkehard Schulreich

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