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Geithain Kohrener Land ist noch weißer Fleck
Region Geithain Kohrener Land ist noch weißer Fleck
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14:40 19.05.2015

Ortsfremde würden zu wenig auf das Gebiet hingewiesen, so die einhellige Meinung.

Der Fremdenverkehrsverband "Kohrener Land" bemüht sich seit rund zwei Jahren, je ein touristisches Hinweisschild in jeder Richtung im Bereich der Autobahnabfahrt Geithain aufstellen lassen zu können, um für die Region zu werben. Der Bescheid des sächsischen Wirtschaftsministeriums liegt seit Sommer vorigen Jahres vor. "Das Motiv ist gestaltet und wir hoffen, dass unser Motivvorschlag von der Verkehrsbehörde genehmigt wird", so Geschäftsstellenleiterin Regina Heinze. Die Krux allerdings: Sollten die beiden Schilder zunächst schon stolze 10 000 Euro kosten, werden sie durch inzwischen veränderte Richtlinien des Wirtschaftsministeriums jetzt um 5000 Euro teurer. "Das ist natürlich sehr bedauerlich, weil wir damit auf noch mehr Spenden unserer ordentlichen und fördernden Mitglieder sowie von Firmen und Einrichtungen der Region angewiesen sind", so Geschäftsstellenleiterin Regina Heinze. Knapp 5000 Euro fehlen im Moment noch, um die Sache realisieren zu können. Doch auch Heinze meint: "Es ist eigentlich unverzichtbar. Ich hoffe, dass die Schilder im Frühsommer stehen." Zudem sei es ebenso wichtig, von der Abfahrt aus entlang der B 7 und der nunmehr zur Staatsstraße 51 herabgestuften B 95 ein touristisches Leitsystem zu schaffen, um auf die Sehenswürdigkeiten im Gebiet hinzuweisen. "Das wird in Zusammenarbeit mit den Städten eine unserer dringlichsten Aufgaben der nächsten Zeit", so die Geschäftsstellenleiterin.

Ein weiteres Problem wurde jüngst zur Stadtratssitzung angesprochen. An der besagten Autobahnabfahrt bei Niedergräfenhain erfahren die Kraftfahrer lediglich, dass wegen Bauarbeiten die in Richtung Frohburg und Altenburg führende B 7 gesperrt ist. "Einen Hinweis, dass Kohren-Sahlis erreichbar bleibt, sucht man dort vergeblich", so Stadträtin Gundula Müller, (parteilos, für die FDP in diesem Gremiumdort sitzend). Sie hat zugleich als Vorsitzende des Töpfermarktvereins arge Bedenken, dass Besucher von weiter her am 31. Mai und 1. Juni gar nicht wissen, wie sie zum diesjährigen Spektakel kommen. "Dass sich die Bauarbeiten zur Erneuerung der Brücke über die Wyhra bei Streitwald um ein halbes Jahr verzögern, müssen wir Kohrener wahrscheinlich ausbaden", erzürnt sie. Doch ihre Bitte, vielleicht wenigstens zeitweilig an der Abfahrt einen Hinweis anzubringen, das Kohren-Sahlis trotz der Bauarbeiten erreichbar ist, scheint keine Aussicht auf Erfolg zu haben.

"Es gibt klare Regeln zur Beschilderung an den Straßen, die sicher stellen sollen, dass die Hinweise durch die Verkehrsteilnehmer schnell erfasst werden können", ließ Brigitte Laux, die Pressesprecherin des Landratsamtes, auf Nachfrage dieser Zeitung wissen. "An der Autobahn-Abfahrt zur B 7 sind aktuell Plantafeln vorhanden. Da Kohren-Sahlis nicht direkt an der B 7 liegt, kann ein Hinweis nicht erfolgen. Zusätzliche Hinweise auf den Plantafeln würden zu einer Überfrachtung führen."

Diese bürokratischen Hürden kann auch Corinne Schulze, die Leiterin des Töpfermuseums in Kohren-Sahlis, nicht verstehen. Sie konstatierte in der Besucherentwicklung des vorigen Jahres, das mit der Inbetriebnahme der neuen Autobahn 72 die Gästezahlen abnahmen. "Weder an der Autobahn noch an den Straßen nach den Abfahrten befinden sich bisher Wegweiser oder Hinweisschilder, die auf die Stadt Kohren-Sahlis oder das Kohrener Land hinweisen. Das könnte meines Erachtens ein Grund sein. Man findet uns so schwer", sinniert sie.

Eine schnelle Änderung ist nicht in Sicht. "Der Wunsch der Bürger ist sicherlich nachvollziehbar. Er lässt sich aber leider mit den Vorschriften zur Beschilderung nicht in Einklang bringen", bedauert auch Laux die Situation.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.02.2014
Lang, Thomas

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