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Kohrener Landmolkerei im Trend: Heumilch und Pudding mit Proteinen

Ernährung Kohrener Landmolkerei im Trend: Heumilch und Pudding mit Proteinen

Ein Pudding mit extra hohem Eiweißgehalt ist das neueste Produkt der Kohrener Landmolkerei. Für das Unternehmen in Penig, dessen Gesellschafter Milcherzeuger aus der Südleipziger Region und Sachsen-Anhalt sind, ein wichtiger Mosaikstein, um in Zeiten niedriger Milchpreise die Position am Markt zu sichern und auszubauen.

Die Herrin der Milchflaschen: Sophie Klemm arbeitet an der Füllmaschine.

Quelle: Jens Paul Taubert

Penig/Kohrener Land. Ein Pudding mit extra hohem Eiweißgehalt ist das neueste Produkt der Kohrener Landmolkerei. Entwickelt im eigenen Labor, ist er jetzt in den Geschäften. Für das Unternehmen, dessen Gesellschafter Milcherzeuger aus der Südleipziger Region und Sachsen-Anhalt sind, ein wichtiger Mosaikstein, um in Zeiten niedriger Milchpreise die Position am Markt zu sichern und auszubauen. Zwar ziehen die Erlöse allmählich wieder an, nachdem sie im Sommer vergangenen Jahres ein nie gekanntes Tief erreicht hatten, doch sei man noch erheblich entfernt von einer nachhaltigen Stabilisierung, sagt Unternehmenssprecherin Marleen Westert: „Aktuell sind wir bei einem Preis, bei dem nicht viel zu verdienen ist – nicht für die Milchbauern, nicht für uns.“ Gegensteuern lasse sich da am ehesten mit selbst entwickelten Produkten, etwa mit der Heumilch, die inzwischen zahlreiche Supermärkte in Sachsen, aber auch in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Nordbayern in den Regalen hätten.

Als die nahe Penig für 18 Millionen Euro erbaute Molkerei Anfang 2014 ihre Produktion aufnahm, galt die Milchquote noch, die europaweit die Milchmenge regulierte. Doch ihr Ende war absehbar. Dass sich angesichts dieser Perspektive regionale Milcherzeuger – die Dittmannsdorfer Milch GmbH, die Osterland Agrar GmbH Frohburg und die Lunzenauer Agrar GmbH & Co KG – zusammenschlossen, um einen eigenen Verarbeitungsbetrieb zu gründen, habe sich als richtig erwiesen, sagt Westert. Seit dem Fall der Quote im April des Folgejahres habe ein Überangebot die Preise auf dem globalen Milchmarkt auf Talfahrt geschickt. Zwar orientiere sich der Preis, den die Kohrener Landmolkerei ihren Lieferanten zahle, an den Marktkonditionen. „Doch wir können schneller auf den Markt reagieren, weil die Erzeuger zugleich Gesellschafter sind.“ Die hätten in den zurückliegenden Monaten ihre Milchproduktion etwas gedrosselt; jetzt, da sich die Situation stabilisiere, fahre man sie allmählich wieder hoch.

Rund 120 000 Liter Milch werden Tag für Tag in Penig angeliefert, zwei Drittel davon stammen aus Sachsen. Das Gros verarbeitet das 80 Mitarbeiter zählende Unternehmen zu hauseigenen Produkten. Gleich vier Goldmedaillen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft gab es 2016. Unter der Eigenmarke Kohrener Landmolkerei gibt es Frischmilch und Milchmischgetränke, Trinkjoghurt, Milch für die Schulen. Der Renner, sagt Westert, sei von Beginn an Belgische Schokolade. Die Milch werde ohne den Einsatz von Soja und Gentechnik erzeugt. Für die Heumilch werden die Kühe im Sommer mit Grünfutter, im Winter mit Heu versorgt. Über die Eigenmarken hinaus werden auch Handelsmarken abgefüllt, etwa Frischmilch für Lidl. Etabliert hat sich der Werksverkauf in Penig und im eigenen Milchladen in Frohburg.

„Besonders proteinhaltige Lebensmittel liegen im Trend“, sagt Marleen Westert. Deshalb habe es nahegelegen, dass sich die hauseignen Produktentwickler auch in dieser Hinsicht Gedanken machten. Der neue Pudding, zu haben in den Geschmacksrichtungen Schoko und Vanille, bringt es auf satte 20 Gramm Eiweiß pro Becher. Seit 2014 ist die Molkerei auch Ausbildungsbetrieb – in erster Linie für den eigenen Nachwuchs. Zurzeit absolvieren hier drei junge Leute ihre Ausbildung zum Milchtechnologen und zum milchwirtschaftlichen Laborant.

Wenn die Unternehmen im Gewerbegebiet Penig-Tauscha am 17. Juni das nächste Kreisel-Fest ausrichten, ist die Kohrener Landmolkerei Mitveranstalter. Dann kann man bei Führungen den Betrieb kennenlernen, eine Möglichkeit, von der Besucher und Schulklassen auch über das Jahr regen Gebrauch machen. Auf Wunsch, sagt Westert, zeige man nicht nur, wie die Milch verarbeitet werde. Beim Milchwandertag werde auch ein Besuch in den Dittmannsdorfer Ställen möglich gemacht.

Von Ekkehard Schulreich

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