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Geithain wirbt offensiv um Nachbargemeinde Kohren-Sahlis

Fusion Geithain wirbt offensiv um Nachbargemeinde Kohren-Sahlis

Einen großen Schritt auf Kohren-Sahlis zu macht der Geithainer Stadtrat: Anders lässt sich die Offerte von Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) nicht charakterisieren. Die Stadt Geithain, die Mitte 2017 schon Narsdorf aufnehmen möchte, würde Kohren-Sahlis gern zum 1. Januar 2018 eingliedern. Dafür käme man dem kleineren Partner weit entgegen.

Geithain wirbt mit Geschenken für Eingliederung von Kohren-Sahlis.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain/Kohren-Sahlis. Viele Seiten stark ist der Brief aus Geithain, der noch vor Weihnachten im Kohren-Sahliser Rathaus eintreffen soll. Nur um eines geht es in ihm: um ein konkretes Angebot von Bürgermeister und Stadtrat und um den Wunsch, Kohren-Sahlis möge sich zu einem Zusammengehen mit Geithain – und gegen Frohburg – entscheiden. Geithain reagiert damit auf einen zwei Dutzend Punkte umfassenden Fragen-Katalog, den die Kohrener übermittelt hatten. Sie wollen damit checken, was Geithain zu leisten im Stande und willens wäre. Die Antwort darauf stellte Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) am Dienstagabend dem Geithainer Stadtparlament vor – und traf auf grundsätzliche Zustimmung.

„Ich weiß, wir sind sehr intensiv rangegangen. Ich denke, wir machen ein gutes Angebot“, sagte Rudolph. „Wir sind bereit, einen gemeinsamen Weg mit Kohren-Sahlis zum 1. Januar 2018 zu beginnen.“ Er sei zudem offen dafür, dem Kohrener-Stadtrat im Januar Rede und Antwort zu diesem Angebot zu stehen. Bemerkenswert: Geithain würde im Falle der Fusion das Kohrener Rathaus als Außenstelle der Verwaltung (“zu Beginn zwei Tage in der Woche“) nicht nur weiterführen, sondern mit Technik für das Pass- und Meldewesen aufrüsten, „damit die Bürger kurze Wege haben“. Und: Geithain wäre bereit, die geschlossene Kohrener Bibliothek, inzwischen nach Frohburg eingegliedert, als Außenstelle neu zu beleben. Selbst eine Bauhof-Außenstelle hält Geithain für machbar. Den Streit um die Mitgliedschaft im Tourismusverein Borna und Kohrener Land – bisher Fremdenverkehrsverband Kohrener Land – nannte Rudolph als beendet: Geithain sei bereit, sich im Kohrener Land und im Leipziger Neuseenland zu engagieren, sofern sich die Zahlungen auf Mitgliedsbeiträge beschränkten.

Um eine neue Postleitzahl kämen die Kohrener auch im Falle Geithains nicht herum. Das, so Rudolph, habe die Deutsche Post AG klargestellt. Zudem müssten in sechs oder sieben Fällen doppelte Straßennamen verändert werden. Acht Kohrener Stadträte würden bis zur Neuwahl 2019 nach Geithain wechseln, die übrigen einen Ortschaftsrat Kohren-Sahlis bilden. „Wollen die Kohrener ihre bisher vier Ortschaftsräte weiterführen, würden wir das bis 2019 akzeptieren, auch wenn wir es nicht favorisieren“, so der Bürgermeister. Kindereinrichtungen, Schule, Feuerwehren, Sportstätten, Museen – Geithain sei bereit, das Bestehende fortzuführen. Würde die Stadt – die bis zum Sommer 2017 bereits die Gemeinde Narsdorf aufnehmen will – um Kohren-Sahlis wachsen, wäre die Verwaltungsstruktur im Rathaus erneut dreigliedrig: zu Bauverwaltung und Kämmerei käme dann ein Hauptamt dazu, auch um Fremdenverkehr und Kultur besser abzudecken.

In sich habe es die Investitions-Wunschliste der Kohrener, sagte Frank Rudolph: „Um ihr zu entsprechen, würden wir an unsere Grenzen gehen.“ Machbar sei vieles, wenn man sich gemeinsam noch einmal an den Haushalt setze. Selbst für ein neues Feuerwehrauto würde man die Eigenmittel aufbringen – nicht zuletzt aus den zusätzlichen 700 000 Euro Schlüsselzuweisungen, die Geithain und Kohren aufgrund der Fusion jährlich bekämen: „Der größere Teil dieses zusätzlichen Geldes sollte in den ersten Jahren in den Kohrener Bereich fließen.“ Steuerlich könnten sich die Kohrener sogar leicht verbessern: Die Grundsteuer B und die Gewerbesteuer sind in Geithain etwas geringer.

„Das ist ein guter Ansatz. Das können wir alle so mittragen“, sagte Ludbert Schmuck (WVWV) und erntete allgemeine Zustimmung. Bis wann man eine Antwort aus Kohren-Sahlis erwarte, fragte Frank Kirschner (UWG). Einen Termin werde man nicht setzen, meinte Frank Rudolph mit Blick auf den Stadtrat von Frohburg. Der hatte bereits beschlossen, von Kohren bis Ende Februar ein Ja oder Nein zu fordern.

Von Ekkehard Schulreich

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