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Geithain Konsum zu: Für ältere Geithainer ein Problem
Region Geithain Konsum zu: Für ältere Geithainer ein Problem
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05:27 08.10.2018
Geschäft in Geithain Quelle: Ekkehard Schulreich
Geithain

Einen Mangel an Supermärkten kann man Geithain schwerlich bescheinigen: Einkaufsmöglichkeiten gibt es am westlichen wie am östlichen Stadtrand, außerdem an der Grimmaischen und der Colditzer Straße.

Konsum“ ist seit Ende August zu

Im unmittelbaren Stadtzentrum aber gingen beim letzten Lebensmittel-Händler Ende August die Lichter aus: Das Geschäft in der Katharinenstraße schloss. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts war es der Konsum, und so wurde es bei vielen Geithainern bis zuletzt so genannt, obwohl es schließlich zur Kette „Nah & Frisch“ gehörte.

Vor allem ältere Geithainer, die in der Innenstadt und im Altneubaugebiet wohnen, empfinden die Schließung als herben Verlust – und als einen Einschnitt auch bei der Lebensqualität.

„Man muss gut zu Fuß sein“

„Die Runde bis zum Konsum habe ich immer gut geschafft“, sagt zum Beispiel Gisela Bogen, die einen Rollator als Geh- und Transporthilfe nutzt. Die Märkte am Stadtrand erreiche sie nicht. Um zu den näheren außerhalb des Zentrums zu gelangen, müssten viel befahrene Straßen überquert werden. Das sei für Ältere trotz Fußgängerinsel auf der Colditzer Straße durchaus gefahrvoll. „Man muss auf jeden Fall gut zu Fuß sein“, sagt die 81-Jährige: „Das kann nicht jeder. Ich kann es noch, aber ob ich es in ein paar Wochen noch kann...“

Im Herbst und Winter sind Wege noch beschwerlicher

Außerdem komme jetzt die dunkle Jahreszeit mit schwierigen Wegeverhältnissen; da wiege der Verlust des Konsums noch einmal so schwer. Gar nicht zu reden von den Konsequenzen für die anderen Geschäfte in den Straßen rings um den Markt: „Die Innenstadt ist leerer geworden. Das ist für alle nicht gut.“

Edeka hat keine Übernahme-Pläne

Dass der Händler Edeka, der an der Peniger Straße einen großen Markt betreibt, das verwaiste kleine Geschäft in der Katharinenstraße zusätzlich übernehmen würde, scheint nur eine Mär, gespeist von der Hoffnung. „Wir verfolgen keinerlei Pläne in dieser Richtung“, sagt Stefanie Schmitt von der Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen. Und auch die Konsumgenossenschaft Leipzig – „Die könnten das traditionsreiche Geschäft doch übernehmen!“ – zeigt keine Neigung, nach Geithain zu expandieren.

Stadt kann nicht viel tun

Dass die Schließung des kleinen Marktes für Ältere ein Problem ist, ist Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) bewusst. „Es gab Gespräche mit mehreren Geschäftsleuten im Rathaus“, bestätigt er. Doch ein Ergebnis hätten die nicht erbracht – und kaum erbringen können, denn: „Die Immobilie gehört dem Konsum, der Gebäudezustand ist schlecht. Es dürfte sehr schwer sein, jemanden zu finden, der das Geschäft wieder betreibt“, erklärt er.

Kleinbus würde Wünsche auch in den Ortsteilen wecken

Älteren eine Alternative anzubieten – etwa zu einer bestimmten Zeit einen Kleinbus als Supermarkt-Zubringer rollen zu lassen – , sei ebenso problematisch: „Da ist die Frage, wo fängst du an, wo hörst du auf.“ Denn Ältere aus den Ortsteilen würden dann gewiss und zu Recht auch einen solchen Bedarf anmelden.

Rudolph: Geschäft zu betreiben, ist Sache der Wirtschaft

„Als Stadtverwaltung können wir im Grunde nicht viel tun. Ein Geschäft zu betreiben, ist Sache der Wirtschaft“, so Rudolph, meint aber auch: „Nur mal hingehen und ein Stück Butter kaufen, weil man das im Supermarkt vergessen hat, reicht natürlich nicht, um ein kleines Geschäft am Leben zu halten.“

Von Ekkehard Schulreich

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