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Geithain Kontrolle vor der Oberschule Bad Lausick: Autos fahren fast bis ins Klassenzimmer
Region Geithain Kontrolle vor der Oberschule Bad Lausick: Autos fahren fast bis ins Klassenzimmer
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00:30 01.03.2018
Für den Fahrer dieses BMW scheint das Halteverbot nicht zu gelten: Politesse Simone Rinck-Bohne (r.) und Bürgermeister Michael Hultsch registrieren es mit Erstaunen. Quelle: Thomas Kube
Bad Lausick

Der BMW stoppte, die Tür hinter dem Beifahrer öffnete sich, ein Mädchen mit Schultasche stieg aus, und schon nahm der Wagen wieder Fahrt auf. Ein Alltags-Augenblick montags kurz vor sieben vor der Bad Lausicker Oberschule in der Frohburger Straße – im Halteverbot. Dass eine Politesse am Montag zwei Meter neben dem Auto stand, dass der Förderverein an den Schulzaun ein Banner mit Halteverbotszeichen und der Bitte um Rücksichtnahme gespannt hatte, beeindruckte den Mann am Steuer nicht. Er wird wie einige andere demnächst Post vom Ordnungsamt erhalten. Die Kontrollaktion war seit Wochen schon angekündigt, um für mehr Sicherheit vor dem Schultor zu sorgen. Dass sie ankam, zeigten zahlreiche positive Reaktionen der Schüler.

„Situation mitunter chaotisch“

„Ich finde das gut. Es ist in den letzten Wochen schon besser geworden“, sagte Lukas Priemer, der vom Schulhof aus die Kontrolle verfolgte. Der Sechstklässler lasse sich hinter der Schule absetzen, am Angermühlenweg. Dort seien Parkplätze vorhanden – „gar kein Problem“. Klassenkamerad Marvin Grabner, der meist mit dem Bus oder dem Rad zur Schule kommt, pflichtete ihm bei: Die Situation sei mitunter chaotisch, die Gefahr von Unfällen sei groß. „Wenn sie direkt vor dem Eingang halten, ist das gefährlich. Ein paar Meter kann man doch auch laufen“, so das Urteil von Paul Schramm aus der Zehnten. Überrascht von der Kontrolle zeigte sich ein Junge, der in demselben Moment unmittelbar am Schultor das elterliche Auto verließ: „Mein Vater hat gesagt, weil es heute zu kalt ist…“

Schulfördervrein setzt auf mehr Sensibilität

Durch Ignoranz verursachte Gefährdungssituationen „sind nicht nur ein Thema an unserer Schule. Wir legen hier den Finger in eine Wunde“, meinte Schulleiterin Steffi Miethe. Die Sache öffentlich zu diskutieren, sei gut, und seit der Veröffentlichung in der LVZ Mitte Januar „wurde es merklich besser“. Das bestätigte Gerold Trautner, der als Vorsitzender des Schulfördervereins Kontrollen initiierte, um die Sensibilität zu erhöhen. „Wer allerdings selbst unser Plakat nicht sehen will und uns, die wir hier auf dem Fußweg stehen, der macht das ganz bewusst.“

Neue Halte-Möglichkeit angeregt

Eltern auf ihr Fehlverhalten hinzuweisen, sei auf jeden Fall angebracht, meinte Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos), der sich vor Ort ein Bild von der Situation verschaffte: „Auch wenn das dem Einzelnen vielleicht nicht gefällt, weil er im Stress ist. Doch es gibt genügend Parkplätze im Schulbereich.“ Eine zusätzliche Halte-Möglichkeit, um Schüler rechtskonform zu bringen beziehungsweise abzuholen, ließe sich dort ausschildern, wo in der Frohburger Straße nahe der Schule bisher Parken erlaubt ist und vorzugsweise Lehrer ihre Fahrzeuge abstellen. Würde dieser Streifen zur Parkverbotszone, in der kurz gehalten werden darf, könnten hier mehrere Eltern-Autos gleichzeitig stoppen.

Regelmäßige Kontrollen und Ordnungsgeld

„Die Eltern müssen begreifen, dass sie ihre Kinder gefährden können. Ich denke, vielen ist das aufgegangen“, sagte Politesse Simone Rinck-Bohne, die mit ihrer Kollegin Angela Karabogaz nicht nur am Montag an der Oberschule Verstöße registrierte. Im Bereich von Schulen und Kindereinrichtungen werde regelmäßig kontrolliert. Die Erfahrungen des Montags zeigten, dass diese Strategie richtig sei. Mehrere Autofahrer werden in der Konsequenz ein Ordnungsgeld zahlen müssen.

Von Ekkehard Schulreich

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