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Küf Kaufmann soll wiederkommen

Küf Kaufmann soll wiederkommen

Begeisterten Applaus spendeten die rund 50 Zuhörer Mittwochabend für Küf Kaufmann in der Frohburger Stadtbibliothek. Der Leipziger las nicht nur aus seinem Buch "Wodka ist immer koscher", sondern erzählte immer wieder jüdische Witze, die insbesondere durch die Vortragskunst des Regisseurs und Kabarettisten grandios ankamen.

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Küf Kaufmann liest in der Stadtbibliothek Frohburg aus seinem Buch und erzählt jüdische Witze.

Quelle: Inge Engelhardt

Frohburg. Der 66-Jährige ist Mitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland und seit einem Jahrzehnt Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig.

 

 

"Auf Sie!", prostete Küf Kaufmann den Zuhörern am Ende mit seinem Wasserglas zu, lobte sie dann als "ein wunderbares Publikum". Der direkte Kontakt ist ihm wichtig. "Ist eine Sache zu schreiben und andere, mit den Leuten zu quatschen", erklärte der Gast in seinem unnachahmlichen Duktus. Mit einem Loblied auf den Wodka hatte er begonnen - dass der immer koscher sei, wären sich alle Rabbiner einig. Das "göttliche Getränk" solle nach gar nichts riechen, habe keinen Geschmack. Doch direkt in die Speiseröhre geschleudert, steige nach wenigen Augenblicken Wärme hoch - zum Herzen, zur Seele.

 

 

Seine Tochter Katja habe ihm geholfen, das Buch zu übersetzen "von mein Deutsch auf richtig". Dabei hätten sie viel miteinander gestritten - "aber Buch ist da." Darin blickt der Autor auf sein turbulentes Leben zwischen Schwarzem Meer und Sachsen zurück. Hintersinnig und mit viel Witz erzählt er von den Abenteuern der Liebe, Verlockungen der Kunst und den Schwierigkeiten, denen man als Russe in Deutschland und als Jude in Russland begegnet.

Kaufmann wurde im russischen Marx geboren (der Ort heiße wirklich so, versicherte er auf Nachfrage). Als er im Sommer 1989 in die damalige DDR kam, stand in seinen ersten deutschen Papieren - Name: Marx, Beruf: Kaufmann. Eigentlich heißt er Jakob, doch dieser Name sei ihm fremd. Küf ist ein Künstlername, der in seinen Versuchen als Schüler wurzelt, den eigenen Nachnamen auf Englisch zu schreiben.

 

 

20 Jahre lang war der Mann mit der ausdrucksvollen Stimme Regisseur der Leningrader Music Hall, die in der Sowjetunion sehr bekannt und beliebt war. Aus der Revue, die er '89 am Berliner Friedrichstadtpalast inszenieren sollte, wurde nichts mehr. Die Wende änderte alles rasant - Kaufmann machte seinen Namen zum Beruf, verkaufte Bier an die russische Armee. Das und alles andere wird höchst amüsant erzählt. Die Zuhörer fanden es schade, das Buch an diesem Abend nicht kaufen zu können, um es vom Autor signieren zu lassen. Noch mehr bedauerten sie jedoch, dass die Witze, die Kaufmann erzählt hatte, dort gar nicht drin stehen. Er müsse wiederkommen, nicht nur zum Signieren. Ein Witz-Buch solle er mitbringen, war man sich einig.

 

 

Im Moment schreibe er an keinem neuen Buch, erzählte der Gast. "Aber ich mache mir immer Notizen" - und ja: Auch über diesen Abend in Frohburg werde es eine Notiz geben, wusste er schon, bevor er vor das Publikum trat.

 

 

Bibliotheksleiterin Viola Dziuballe freute sich über die gute Zuschauerresonanz. Ulrike Läbe hatte die Zuhörer ebenfalls begrüßt und ihnen kurz das Flexible Jugendmanagment beim Kinder- und Jugendring im Landkreis Leipzig vorgestellt, bei dem sie tätig ist. Die Lesung gehörte zum Begleitprogramm der derzeitigen Ausstellung über Anne Frank im Schloss Frohburg, die ein Projekt des Jugendmanagements ist.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.11.2013
Inge Engelhardt

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