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Kulturwerkstatt Geithain geht nach Eklat auf Distanz zu Brandrede

Stellungnahme Kulturwerkstatt Geithain geht nach Eklat auf Distanz zu Brandrede

Nicht diffamieren, sondern auf fehlende Angebote für Kinder und Jugendliche hinweisen – das habe man in Geithain beabsichtigt, heißt es in einer Stellungnahme des Vereins Kulturwerkstatt. Der Mann, der die für einen Eklat sorgende Rede hielt, sei nicht Mitglied des Vereins gewesen.

Nach verbalen Ausfällen bei einer Veranstaltung ist die Empörung im Geithainer Rathaus groß.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Nachdem der Geithainer Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) am Dienstagabend in der Sitzung des Stadtrates einen Redebeitrag öffentlich machte, in dem – gehalten bei einem Kinder- und Familienfest am Wochenende – das Stadtoberhaupt, der Stadtrat und die Verwaltung scharf angegriffen wurden, nimmt jetzt der Verein Kulturwerkstatt Geithain Stellung. Er hatte, vor wenigen Monaten gegründet, zu der Veranstaltung „1. Kinder- und Straßenfest – Stillstand braucht Bewegung“ eingeladen. Das Landratsamt, das die Genehmigung erteilte, sprach indes davon, es sei dem Charakter nach um eine „Kundgebung“ gegangen.

„Wir bedauern sehr, dass eine kurze Rede-Sequenz den Erfolg des restlichen Festes derart überschattet und das ehrenamtliches Engagement der Jugendlichen in den Hintergrund rückt“, heißt es in einem schriftlich formulierten Standpunkt des Vereins. „Ziel war es zu keinem Zeitpunkt, den Bürgermeister oder den Stadtrat zu diffamieren. Davon nimmt der Verein auch in vollem Umfang Abstand.“

Die in der Kritik stehende Rede habe am Ende des Festes gestanden, das 150 Menschen aus Geithain und dem Umland besucht hätten. „Seit über einem Jahr fehlt jegliches Angebot der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Die Jugendlichen fühlen sich in ihren Anliegen von der Stadtverwaltung nicht wahr genommen.“

Bei der Behauptung, der Geithainer Bürgermeister habe im Wahlkampf Unterstützung durch einen NPD-Stadtrat erhalten, habe sich der Redner „auf bestehende Internetquellen“ bezogen. Es habe sich um einen „externen Redner, kein Mitglied der Kulturwerkstatt Geithain“, gehandelt.

Dass das Fest durch den Jugendfonds der Lokalen Partnerschaft für Demokratie finanziert worden sei, entspreche den Richtlinien, so der Verein. „Die Fördermittel wurden für die Kinder- und Jugendangebote verwendet“, also für Hüpfburg, Kinderschminken, Bastelstraße, Henna-Tattoos, Graffiti-Workshop, „Liliput“-Fahrräder, Siebdruck. Neben den Mitmachangeboten habe es ein Bühnenprogramm mit musikalischen Beiträgen und einer Tanzgruppe gegeben. Zudem habe sich der Kulturverein vorgestellt.

„Unser Ziel ist es, offene Jugendarbeit in Geithain zu fördern. Zusätzlich sollen regelmäßige Angebote für Jugendliche und Kinder geschaffen werden, die seit über einem Jahr fehlen. Wir möchten mit unseren Angeboten demokratische Strukturen, Vielfalt und Weltoffenheit fördern.“ Der Verein danke dem Flexiblen Jugendmanagement, dem Jugendclub Großpösna, der Partei Die Linke, Pfarrer Johannes Möller, der Tanzgruppe „Movetastics“, den Bands „Think Aloud“, „Hematom“ und „Histztory“ sowie privaten Unterstützern.

„Wir haben um einen Termin mit Landrat Herrn Graichen gebeten, um in einem persönlichen Gespräch über aufgekommene Missverständnisse zu sprechen“, wird informiert.

Von Ekkehard Schulreich

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