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Geithain Kurpromenade: Viele Fragen sind offen
Region Geithain Kurpromenade: Viele Fragen sind offen
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16:35 05.03.2010
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Im Technischen Ausschuss selbst gingen die Auffassungen weit auseinander. Auf den gut gefüllten Besucherrängen artikulierten sich Skepsis und die prinzipielle Kritik daran, dass es für Bad Lausick zwei Jahrzehnte nach der Wende noch immer kein Verkehrskonzept gibt. „Das war heute die erste Diskussion“, versuchte Bürgermeister Josef Eisenmann (CDU) das Gesagte zu ordnen. Die Anregungen der Ausschussmitglieder und der mehr als 30-köpfigen versammelten Bürgerschaft würden jetzt einfließen in einen Kurpromenaden-Entwurf, der ab 9. März im Rathaus ausgelegt wird. Speziell prüfe man, ob eine erweiterte Verkehrsberuhigung der Badstraße auf der gesamten Länge zwischen Kurhotel und Dr.-Schützhold-Platz sinnvoll sei oder ob hier auch künftig Tempo 30 gelten solle. Nach der Auslegung der Pläne bis 18. März komme die Sache in den nächsten Technischen Ausschuss, danach in den Stadtrat: „Und der wird sich für eine der Varianten entscheiden.“ Ein Satz, der viele der Anwesenden scheinbar wenig glücklich machte. Gegensätzliche Ansichten zum Ausbau der Badstraße als Kurpromenade – eine Forderung, die sich aus dem Kurort.Entwicklungskonzept ergibt – sind innerhalb des Ausschusses offenkundig. Ruhe für das Kurgebiet sei wichtig, meinte Tim Barczynski (Linke): „Das Problem ist: Keiner will den Verkehr haben.“ Beschränkungen lediglich auszuschildern, fruchte nicht. Er schlug vor, die Badstraße ab Heinrich-Heine-Straße stadtauswärts zur Einbahnstraße zu machen. Andreas Großmann (CDU) geht der Umbau, den die Planerin vorstellte, zu weit: „Wir müssen die Stadt durchgängig lassen.“ Das meinte auch Udo Goerke (CDU). Solange nicht geklärt sei, wohin der aus der Badstraße verdrängte Verkehr fließe, „können wir die Straße nicht umbauen“. Ein Statement, das ihm den Beifall der Anwohner einbrachte. Aber auch hier vermengten sich die Interessen. „So einen Lärm, wie er jetzt herrscht, hat es in der Badstraße noch nie gegeben“, sagte Helge Heinig, hier seit 50 Jahren zu Hause. Das Geld für die Kurpromenade sei anderswo gewiss sinnvoller verbaut, meinte Matthias Klotz: „Sind denn die Kurgäste schon mal gefragt worden, was die wollen?“ Robby Schulze (FDP) legte als Mediziner den Finger in mehrere Wunden: „Lärm ist der größte Stressfaktor.“ Die Bad Lausicker Kurgäste haderten erwiesenermaßen damit. Deshalb müsse man Abhilfe schaffen. Drastische bauliche Verengungen der Badstraße behinderten allerdings den Rettungsdienst: „Für den ist es schon heute eine Katastrophe, durchzukommen.“ Ulrich Venzke vom Auto-Moto-Club Herrmannsbad regte an, die Waldstraße zwischen Badstraße und Schwanenteich ebenfalls verkehrsberuhigt zu gestalten. Heiko Böhl plädierte dafür, schon in Etzoldshain die Nutzung der Badstraße für den Durchgangsverkehr unattraktiv zu machen. „Es gibt kein Konzept für den Wegfall der Badstraße“, brachte Hans-Werner Thomack seine Kritik an Rat und Verwaltung auf den Punkt. Das musste Tim Baczcynski einräumen: „Damit sind wir in den neunziger Jahren gescheitert.“

Ekkehard Schulreich

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