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Lama, Schwein und Uhu: Geithainer sind ihrem Tierpark seit drei Jahrzehnten treu

Lama, Schwein und Uhu: Geithainer sind ihrem Tierpark seit drei Jahrzehnten treu

Geithain, kleinste Kreisstadt im Bezirk Leipzig, hatte seinen Nachbarn ab 1985 etwas voraus: einen Tierpark nämlich. Angelegt in einem Teil des Stadtparks, jenseits der mittelalterlichen Stadtbefestigung, erfreut sich der Tierpark seit drei Jahrzehnten ungebrochenen Zuspruchs.

Dabei stand seine Zukunft mindestens zweimal auf der Kippe. Dem Förderverein des Tierparks und seinen vielen Unterstützern ist es zu danken, dass es das Refugium bis heute gibt - und dass seine Zukunft gesichert scheint. Das Jubiläum "30 Jahre Geithainer Tierpark" ist am 26. September Anlass für ein Fest.

Dass Leute wie Dieter Schmidt zurzeit im Vereinsgebäude am Rand des Tierparks malern, hat nichts unmittelbar mit dem Jubiläum am Wochenende zu tun. Wohl aber mit dem grundsätzlichen Engagement des Fördervereins, den es seit einem Jahrzehnt gibt und zu dem Schmidt, ein Mann vom Malerfach, selbst gehört. Einige Ställe und Volieren erhielten bereits einen neuen Anstrich, sagt Ludbert Schmuck vom Vereinsvorstand: "Frische Farbe ist einfach mal nötig. Bis zum Frühjahr wollen wir da noch eine Menge machen." Vielleicht sogar den historischen Brunnen im Park wieder zum Fließen bringen. Außerdem will man sich um ein konkretes Projekt zum Schutz einer bedrohten Art kümmern: "Wir würden gern ein Zuchtpaar Steinkäuze aufnehmen bei uns." Ein Antrag sei gestellt.

Der Verein, der an die 50 Mitglieder zählt, kann sich auf zahlreiche Helfer stützen - über den harten Kern von zwei Dutzend Aktiven hinaus: "Wen du konkret ansprichst, der hilft auch." Das betreffe nicht nur die Arbeitseinsätze wie zuletzt am Wochenende vor dem Jubiläum. Es gebe sehr viele, die auf ihre Weise verlässlich dazu beitrügen, dass der Verein handlungsfähig und der Tierpark erhalten bleibe.

"Unser Fest am Sonnabend soll deshalb vor allem auch ein Dankeschön sein", sagt Mitstreiterin Stefanie Bauch. Zwar runde sich die Eröffnung des Tierparks erst Anfang Oktober, doch habe man das Fest vorgezogen, "weil am nächsten Wochenende viele in unsere Partnerstadt Veitshöchheim fahren". Zum Tierparkfest gibt es in der geschmückten Tierpark-Scheune Kaffee und Kuchen gegen eine Spende. Für die Kinder wird eine Hüpfburg aufgestellt, es gibt ein Tier-Quiz und Schminken.

Den Anstoß, ein paar Gehege einzurichten, ein paar Volieren im Stadtpark aufzustellen habe Mitte der achtziger Jahre der damalige Bürgermeister Heinz Herzog gehabt, erinnert sich Ludbert Schmuck. Joachim Weinrich habe sich von Beginn an über viele Jahre um die Tiere gekümmert. "Für unsere Stadt war das eine große Sache", sagt Schmuck. Der Tierpark blieb in kommunaler Regie, bis die Stadt ihn nicht weiter betreiben konnte. Im Herbst 2005 gründete sich der Tierparkverein, der ab 2006 den Park übernahm. Spielplatz, Teich und die Bäume blieben in kommunaler Verantwortung.

"Der Tierpark war vor der Schließung. Das Wichtigste ist, dass wir ihn erhalten konnten", sagt Schmuck, damals Gründungsmitglied. Auch ein zweites tiefes Tal habe man durchschreiten, aufgelaufene Schulden abbauen können. Der Verein sei auf eine solide Grundlage gestellt. 15 000 bis 20 000 Euro Bares fordere der jährliche Betrieb; 2500 Euro schieße die Stadt zu. Den erheblichen Rest bringe man dank Spenden auf. "Die Pflege der Tiere und das Füttern sind nicht das Problem", sagt Schmuck. Es gebe nach einer LVZ-Initiative noch immer rund 40 Tierpatenschaften; viele seien verlängert worden. Die Geithainer Agrargesellschaft kümmere sich komplett um das Heu, viele Privatleute steuerten Futter bei. Grünes mähen die Vereinsmitglieder auf stadteigenem Grund selbst und finden glücklicherweise immer Leute, die sie uneigennützig beim Transport unterstützen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.09.2015

Ekkehard Schulreich

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