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Geithain Landkreis: 250 000 Euro weniger für die Jugend
Region Geithain Landkreis: 250 000 Euro weniger für die Jugend
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17:41 18.02.2010
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Borna

Das Jugendamt des Landkreises Leipzig erhielt am Donnerstag den Zuwendungsbescheid mit der befürchteten Zahl: Es bekommt nur 663000 Euro.

Bisher zahlte der Freistaat für jeden jungen Menschen zwischen 0 und 27 Jahren 14,30 Euro im Jahr, jetzt sind es nur noch 10,40 Euro. Damit werden zum Beispiel Schulsozialarbeit, Beratungsstellen und Jugendklubs mitfinanziert. Als die Sparpläne bekannt wurden, formierte sich vielfältiger Protest, weil das Aus vieler Einrichtungen befürchtet wird. Dass die neuen Fakten so schnell auf dem Tisch liegen, überraschte auch Anita Grunewald als Fachberaterin für Kinder- und Jugendarbeit im Landratsamt. Am Donnerstag erhielt das Jugendamt den Zuwendungsbescheid des Kommunalen Sozialverbandes (KSV) mit der Bewilligung der Jugendpauschale. Beantragt hatte das Amt knapp 912000 Euro, jetzt bekommt es 663000 Euro, also fast eine Viertelmillion weniger. „Wir hatten gehofft, dass die Kürzung erst 2011 gilt, aber das ist leider nicht so“, sagte Grunewald. Schon ab 1. Januar 2010 gibt es weniger Geld. Das heißt, Projekte wie Sozialarbeit oder Kinderfreizeit, die schon seit Anfang des Jahres laufen, sind finanziell noch nicht abgesichert. Petra Sieger, Geschäftsführerin des Kreisjugendringes, fiel aus allen Wolken: „Das kann doch nicht wahr sein!“ Bisher war sie davon ausgegangen, dass die Proteste die geplante Kürzung stoppen. Der Kreisjugendring hatte Briefe an Landtagsabgeordnete geschickt und darin gewarnt, dass 31 Jugendprojekte sowie Sozialarbeit in 23 Schulen gefährdet sind. Noch jetzt will Petra Sieger die neuen Tatsachen nicht hinnehmen: „Wir können das doch nicht einfach so wegstecken, wir müssen irgend was unternehmen.“ Das Dresdner Sozialministerium denkt anders. „Wir können nur das Geld ausgeben, was wir haben. Und leider müssen wir dieses Jahr massive Einnahmeverluste verkraften“, sagte Ministeriumssprecher Jürgen C. Vogels. Eine hohe Verschuldung gehe zu Lasten der jungen Generation und das wolle der Freistaat vermeiden. Viele Einsparungsmöglichkeiten habe das Sozialministerium nicht, weil 90 Prozent des Budgets Pflichtaufgaben sind. Zudem betonte er, dass bis vor zwei Jahren die Jugendpauschale auf dem jetzigen Stand gelegen habe, danach habe der Freistaat sie aufgestockt.

Claudia Carell-Domröse

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