Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Landmolkerei fährt Produktion hoch
Region Geithain Landmolkerei fährt Produktion hoch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:18 19.05.2015
Rick Schlegel in der Kohrener Landmolkerei bei der Kontrolle an der Abfüllanlage. Quelle: Jens Paul Taubert

Täglich verarbeitet sie 130 000 Liter Milch aus der Region. Bei Edeka und in einigen Rewe-Märkten sind erste Produkte inzwischen in den Regalen. Die Becher-Abfüllung befindet sich im Probebetrieb.

"Alle Produkte sind Eigenkreationen. Da ist nichts von der Stange", sagt Burkhard Beissert, einer der beiden Geschäftsführer der Kohrener Landmolkerei GmbH. Gegründet wurde die von fünf Milcherzeugern aus dem Bornaer Raum, dem Kohrener Land, dem Muldental und aus Sachsen-Anhalt, um hier erzeugte Milch regional zu verarbeiten und zu vermarkten. Der Slogan in das Marken-Zeichen hineingeschrieben: "Frisch vom Land aus einer Hand".

Offiziell ging das Werk, in das 18 Millionen Euro investiert wurden - darunter 4,8 Millionen Euro Förderung durch das Land Sachsen - im Herbst vergangenen Jahres in Betrieb. Die Anlaufphase gestaltete sich aufwendiger als erwartet. Wegen Lieferengpässen der Maschinenbauer konnte die Montage der Becherabfülllinie erst Anfang 2014 beginnen. Während die Flaschenlinie längst läuft, soll die andere demnächst starten. "Spätestens zu unserem Molkereifest am 28. Juni wollen wir Becherprodukte anbieten."

35 Mitarbeiter zählt die Molkerei aktuell, und die Zahl wächst im selben Maße wie die Ausweitung der Produktion. Beissert: "Je mehr wir herstellen, desto mehr Leute brauchen wir."

Ein Blick in die Verarbeitung zeigt: Hier ist vieles automatisiert. Tanklaster bringen die Milch aus Frohburg, Dittmannsdorf und Aderstedt-Tarthun (Sachsen-Anhalt). Ein Teil wird als Halbfabrikat bald wieder verladen: Rahm geht an Butter- und Soßenhersteller, Magermilch in Trockenwerke, pasteurisierte Milch mit einem bestimmten Fettgehalt an Käsereien, etwa in Italien. "Wir exportieren nach Tschechien, Russland, Griechenland, Polen", erläutert Burkhard Beissert.

Die Milch, die in Penig selbst veredelt wird, absolviert eine ganze Reihe Apparaturen. Die Rohmilch wird von Bakterien und Sporen gereinigt, pasteurisiert, homogenisiert. Ein Teil wird unter sehr hohem Druck und sekundenkurzer Erhitzung für bis zu ein Jahr haltbar gemacht. Der andere geht in die Weiterverarbeitung. "Alle diese Prozesse werden akribisch kontrolliert und dokumentiert. Der Weg der Milch lässt sich exakt nachvollziehen", sagt Beissert. Verantwortlich dafür sind Qualitätsmanagerin Sandra Siegemund, Laborchefin Kristin Bieber und ihr Team. Proben würden regelmäßig auch externen Prüfern vorgelegt.

Verpackt wird die Milch in Flaschen aus PET. Die Kunststoff-Rohlinge ("Eine halbe Million davon passt auf einen LKW.") sind aus Recyclingmaterial und selbst komplett recyclebar. Unter Druck werden sie zu Flaschen aufgeblasen, durchlaufen die Abfüllung, werden versiegelt, in Kartons verpackt, auf Paletten sortiert und im Hochregallager zur Auslieferung bereitgestellt. All das funktioniert rechnergesteuert und ist bei Bedarf auf Zuwachs ausgelegt, sagt Beissert. Aus gutem Grund: Die Molkerei soll jährlich bis zu 80 Millionen Liter Milch verarbeiten können.

Nicht nur ihre Produkte hat die Kohrener Landmolkerei selbst kreiert; dasselbe trifft auf das Design zu. Eine Herausforderung sei es auch, die Marke im Handel zu platzieren, sagt Jasmin Graichen, für das Marketing verantwortlich. Die Präsenz auf mehreren Messen und die Verhandlungen mit großen Einkäufern bringe Erfolg: "Bei Edeka werden wir demnächst flächendeckend in Sachsen, Thüringen und Nordbayern zu haben sein." Aktuell gibt es Kohrener-Land-Milch in der Region bei Edeka und Rewe unter anderem in Borna, Frohburg und Zwenkau. Aktuell stehe der Start in ausgewählten Real-Märkten unmittelbar bevor.

Verkauft wird auch direkt vor Ort, im Werk auf dem Tauschaer Gewerbegebiet. Hier - und bislang nur hier - gibt es auch Frischmilch, beispielsweise als frische Heumilch. Mit diesem Produkt setzt die Kohrener Landmolkerei auf ein neuartiges Produkt. Die besondere Fütterung, hauptsächlich mit frischem Gras und Heu sowie Kraftfutter, mache den besonderen Geschmack dieser Heumilch aus, erklärt Jasmin Graichen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.04.2014
Ekkehard Schulreich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zwischen dem Abriss der alten städtischen Turnhalle in Bad Lausick im Januar und dem geplanten Neubau einer Zwei-Felder-Halle neben der Oberschule liegen einige Monate.

19.05.2015

Und wieder kann sich ein Mann in der Reihe der Vogelschützenkönige platzieren. Robert Schwope aus Kohren-Sahlis hatte vorgestern nach dem über einstündigen Wettbewerb das Glück des Tüchtigen, traf mit dem Armbrustpfeil das letzte Teil des hölzernen Doppelkopfadlers.

19.05.2015

Schon die Eingangstreppe zum Gebäude von Grundschule und Hort Bad Lausicks zeugten am Sonnabend vom herzlichen Willkommen: Stiefmütterchen, in rote Servietten gehüllt, bildeten auf jeder Stufe das "Empfangskomitee".

19.05.2015
Anzeige