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Geithain Landwirt plant Bullenstall samt Biogas-Anlage für die Energieerzeugung nahe Ebersbach
Region Geithain Landwirt plant Bullenstall samt Biogas-Anlage für die Energieerzeugung nahe Ebersbach
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16:23 14.03.2011
Im Bad Lausicker Ortsteil Ebersbach plant Landwirt Peter Treffler, in einen Bullenstall samt Biogas-Anlage zu investieren. Quelle: Ekkehard Schulreich
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Ebersbach

Verbunden mit der geplanten Investition ist eine Biogas-Anlage, die mit dem Mist der Tiere und Maissilage bestückt wird. Die Bauvoranfrage ist gestellt.

„Wir wollen den Nährstoff-Kreislauf schließen", sagt Peter Treffler. Bisher konzentriere sich der Betrieb mit seinen drei Mitarbeitern und einer in der Ausbildung befindlichen Landwirtin auf den Ackerbau. Eine Erweiterung um die Bullenmast stelle das Unternehmen nicht nur breiter und damit sicherer auf; es entstünden wertvolle Synergien: Durch den Mist der Rinder ließe sich der Kunstdünger zu großen Teilen ersetzen, die Fruchtfolge würde aufgelockert, der Betrieb unabhängiger gemacht von den Preisschwankungen des Feldfrucht-Marktes. Der Verbraucher legten zunehmend Wert auf regionale Produkte, auf Fleisch aus tiergerechter Haltung und aus einer Erzeugung, die die Ressourcen schone. Dem wolle man entsprechen und plane deshalb für die nächsten zwei Jahrzehnte.

Als Bauplatz für den Stall, in dem bis zu 390 Mastbullen auf Stroh stehen sollen, hat Treffler sein Feld gegenüber des Ebersbacher Betriebsgeländes ins Auge gefasst. „Auf der Dorfseite habe ich keine Erweiterungsmöglichkeiten, und das Areal gegenüber ist weit genug entfernt von Ebersbach und Tautenhain", sagt er. Dass von dem Stall Beeinträchtigungen ausgehen könnten, schließt er ebenso aus wie für die Biogas-Anlage. Hier werde dem Mist die Energie entzogen, ehe er, durch die Behandlung fast geruchlos, als Dünger auf die Felder gefahren werde.

„Wir werden alle nötigen Gutachten anfertigen, die aus Sicht der Behörden erforderlich sind", sagt Treffler. Zurzeit habe er lediglich eine Bauvoranfrage beim Landratsamt des Landkreises gestellt, um das Vorhaben prinzipiell prüfen zu lassen. Sei es genehmigungsfähig, werde er sich umgehend um Baurecht bemühen und die Investition, die einen neuen Arbeitsplatz bringe, umsetzen.

„Es ist keinesfalls unsere vordergründige Absicht, Energie produzieren", stellt der Landwirt, der seit 1991 von seinem Nauenhainer Wohnsitz aus Flächen in der Region bewirtschaftet, klar. Die Nutzung des Biogases zur Stromerzeugung schließe einen Kreislauf. Der Strom soll in das Netz eingespeist werden. Weil bei dem Prozess - „er findet in geschlossenen Behältern statt, das kleine Blockheizkraftwerk ist schallisoliert" - Wärme anfällt, denkt der Unternehmer sogar über ein kleines Wärmenetz nach, das Tautenhainer und Ebersbacher Haushalte versorgen könnte: „Aber so weit sind wir noch lange nicht."

Ekkehard Schulreich

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