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Langenleuba-Oberhain: Bürgerinitiative hält Erinnern wach an KZ-Außenlager

Gedenktafel Langenleuba-Oberhain: Bürgerinitiative hält Erinnern wach an KZ-Außenlager

Was in den letzten Kriegsmonaten im KZ-Außenlager nahe Langenleuba-Oberhain geschah, ist in den Jahrzehnten seither nicht vergessen. Dem Erinnern neue Impulse geben will eine Bürgerinitiative, die jetzt konsequent die Geschichte der Zwangsarbeit jüdischer Frauen aufarbeitet. Am 17. November wird eine Gedenktafel enthüllt.

Ortsschild von Langenleuba-Oberhain.

Quelle: Archiv

Penig/Langenleuba-Oberhain. Ab 1944, möglicherweise schon ab 1943 hatten die Nazis in einem Lager zwischen Langenleuba-Oberhain und Penig bis zu 1000 jüdische Frauen aus Ungarn interniert. Das Lager gehörte zum Netzwerk des berüchtigten Konzentrationslagers Buchenwald.

Die Frauen, die hier gefangen gehalten und erniedrigt wurden, mussten in der Peniger Industrie Zwangsarbeit verrichten. Die Bürgerinitiative „Gesicht zeigen“ möchte der Frauen, die hier gequält und ermordet wurden, gedenken. Eine Erinnerungstafel wird am 17. November am Rand des Außenlagers – der Platz dient seit mehreren Jahrzehnten als Reitsportanlage der RFSG Langenleuba-Niedersteinbach – angebracht. In der Dorfkirche von Langenleuba-Oberhain folgt am Abend ein Festkonzert, in dessen Rahmen über die aktuellen Recherchen zur Geschichte des Lagers und zu Überlebenden informiert wird.

„Seit drei Jahren befassen wir uns mit der Geschichte dieses Außenlagers und stützen uns dabei auf Forschungen von Horst Junghanns und Roland Albrecht“, sagt Ringo Gründel, Linke-Stadtrat in Penig. Mit drei Mitstreitern sei die Bürgerinitiative 2013 gestartet. Inzwischen sei man zu siebent, recherchiere nicht nur, sondern gestalte zahlreiche Veranstaltungen und Projekte, in die Schulen und die Öffentlichkeit gezielt einbezogen würden. Mit dem Erinnerungsort Penig „wollen wir das individuelle Schicksal einzelner Frauen in den Mittelpunkt stellen. Daher haben wir Kontakt zu Nachkommen aufgenommen und suchen nach weiteren“, so Gründel. Das Beschäftigen mit der Geschichte sei umso wichtiger angesichts dessen, „dass völkische und rückwärtsgewandte Politikansätze wieder auf dem Vormarsch sind. Erst recht muss man gerade Jugendlichen und jungen Heranwachsenden verdeutlichen, dass es zu Demokratie, Vielfalt und Toleranz keine Alternative gibt.“

Der aus DDR-Zeiten stammende Gedenkstein habe einer Ergänzung in Form einer Erinnerungstafel, die ausführlicher informiere, dringend bedurft, sagt Gründel. Am Freitag soll sie 17 Uhr eingeweiht werden. Die Stadt Penig, die aller fünf Jahre zu einer Gedenkveranstaltung an den Reitplatz einlädt, unterstützt die Anbringung der Tafel mit 400 Euro. 19 Uhr folgen in der Oberhainer Kirche mehrere Vorträge. Die Internet-Präsentation www.erinnerungsort-penig.de wird gestartet. Für Musik sorgt die Peniger Band „Caputocliques“, die sich der jüdischen Klezmer-Musik verschrieben hat.

„Wir werden uns Anfang 2018 zusammensetzen und über weitere Projekte – solche, die nichts mit diesem Lager zu tun haben – beraten“, blickt Ringo Gründel nach vorn. Darüber hinaus aber suche man den Kontakt zu Gedenkstätten und Stiftungen, um die gesammelten Unterlagen und Recherche-Ergebnisse für Forschungen und Ausstellungen zugänglich zu machen.

Von Ekkehard Schulreich

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