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Lauterbacher Feuerwehr wird 70 - und will feiern

Lauterbacher Feuerwehr wird 70 - und will feiern

Lauterbach. Den 70. Geburtstag ihrer Feuerwehr feiern die Lauterbacher Mitte September. Auf die Wehr ist seit 1940 nicht nur bei Bränden, Havarien und Notfällen zu rechnen.

. Sie war und ist ein Träger dörflichen Lebens. Die Wurzeln des Löschwesens im Dorf reichen sogar bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zurück.

Wenn einer in der Feuerwehr ist, dann treten nicht selten der Sohn und später der Enkel in diese Fußstapfen. In Lauterbach ist das nicht anders. Seit im Oktober 1940 eine Freiwillige Feuerwehr gebildet wurde, stehen die Kameraden oft generationenübergreifend zusammen. „Auch auf die Ältesten können wir zählen", sagt Marco Wittig, der junge Wehrleiter, mit Blick auf Otto Schenkel, Werner Aurig und Heinz Prosch, die 1947 der Wehr beitraten. 14 Köpfe zählt die Altersabteilung. In der aktiven Wehr arbeiten fünf Frauen und 15 Männer ehrenamtlich für das Gemeinwohl, und mit zehn Mitgliedern verfügt das Dorf außerdem über eine starke Jugendtruppe. Die wird von Nancy Blümel und Falk Buschmann betreut. „In den vergangenen Jahren sind viele in die aktive Wehr nachgerückt", sagt Wittig. Die Lauterbacher Wehr zähle zu den jüngsten in Bad Lausick, was den Altersdurchschnitt betreffe. Der Zeitpunkt ihrer Gründung falle aber mit der vieler anderer Wehren in der Region zusammen: Sie wurden im Krieg formiert. Allerdings hatte sie einen Vorläufer, denn 1940 konnte die Wehr eine von Pferden zu ziehende Handdruckspitze, Baujahr 1900, übernehmen. Offenbar waren die Mitglieder dieser Pflichtfeuerwehr durch die Gemeinde bestimmt worden.

„Die Gründungsversammlung 1940 fand in der Gaststätte Döge statt. Hier wurden bis weit in die achtziger Jahre auch die Dienste absolviert", erzählt Friedhelm Kortenhof. Seit 1958 ist er Feuerwehrmann in Lauterbach, war zuvor schon in Kitzscher aktiv. Heute bringt er sich in die Altersabteilung ein, wo er Kassenwart ist. Bürgermeister Ernst Oertelt konnte sich bei der Gründung auf 30 Männer stützen. Die bescheidene Technik der Wehr war bei Bauern untergestellt. Der Fahrzeuganhänger mit der Spritze, dem bei Alarm ein Traktor vorgespannt wurde, stand im Spritzenhaus am Teich. Erst in der Wendezeit, sagt Marco Wittig, konnte sich die Wehr auf dem LPG-Hof das heutige Gerätehaus herrichten. Hier steht der damals beschaffte B 1000, mit dem die Wwehr heute ausrückt und der vorher schon bei der Altenburger Brauerei Dienst tat.

„Für uns ging es immer schon nicht nur um das Helfen in Notsituationen. Die Feuerwehr ist der gesellschaftliche Träger", sagt Kortenhof. Beides habe ihn seinerzeit bewogen, in die Wehr zu gehen. Eine Entscheidung, die er nie in Frage stellte. Die Zahl schwerer Einsätze hielt sich für die Lauterbacher in den vergangenen Jahrzehnten eh in Grenzen. 1948, so steht es in der Chronik, setzte der Funkenflug einer Dampflok einen Bauernhof in Brand; der Altbauer kam dabei um. 1955 brannte eine Scheune, vor zwei Jahren schwelte im Wohnhaus einer Familie ein Feuer. Brände entlang des Bahnhdamms erforderten zahlreiche Einsätze. Nahe ging Marco Wittigs Leuten im Frühjahr der Selbstmord eines Mannes, der sich am Dorfrand vor einen Zug gestürzt hatte. „Das war einer unserer schwersten Einsätze. Von der Psyche her war das schwierig", blickt der junge Mann zurück. Ein Seelsorger stand den Feuerwehrleuten bei, viele Gespräche halfen, das Erlebte zu verarbeiten. Und es zeigte sich erneut: Solche Einsätze lassen die Kameraden näher zusammenrücken.

Dass die Lauterbacher Feuerwehr Teil des Dorflebens ist, soll auch das Jubiläum zeigen. Am 17. September findet eine interne Festveranstaltung mit Vetretern der befreundeten Wehren aus den Bad Lausicker Ortsteilen und Otterwisch statt. Mit dem Dorf gefeiert wird dann am 18. September ab 18 Uhr vor dem Vereinshaus. Keine Frage, dass dann die Lauterbacher Dorfmusikanten ein Konzert geben. Denn, da erinnert sich Friedhelm Kortenhof genau: „Das waren seinerzeit alles Kameraden der Feuerwehr. Die haben wir wir an der Spitze gestanden."

Ekkehard Schulreich

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