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Maler Manfred Fahrnländer bereitet Blumen-Schau in Grimma vor

Maler Manfred Fahrnländer bereitet Blumen-Schau in Grimma vor

Den Frühling und den Sommer nach Grimma holen, das will der Glastener Maler Manfred Fahrnländer. An den April-Wochenenden zeigt er in der Grimmaer Georgenkapelle seine Bilder, Blumenbilder, großformatige, farbensatte Aquarelle vor allem.

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Manfred Fahrnländer bereitet in seiner Werkstatt die neue Ausstellung vor.

Quelle: Jens Paul Taubert

Glasten. Nach dem langen Winter drängt es den 78-Jährigen heraus aus seiner Werkstatt.

 

 

Am Ende der Schönbacher Straße, in der alten Glastener Dorfbäckerei, die ihm seit einem Dutzend Jahren Mal-Raum und Bilder-Ort ist, steht Manfred Fahrnländer, setzt Farben gegeneinander auf dem Papier - und wartet auf den Frühling mit all seinen zarten Blüten, auf die Farbengewalt eines nächsten Sommers. Blumen, immer wieder Blumen finden sich auf seinen zum Teil sehr großformatigen Aquarellen, sprechen von der überbordenden Freude an dem, was wächst, was sich zu behaupten, zu schmücken weiß. In den Wochen des Winters ist es oft frisch in der Werkstatt hinter dem Haus, wo die Staffelei steht, Dutzende Blätter in Mappen liegen. "Ich heiz' dann ein bisschen, habe ja einen kleinen Ofen hier", sagt der 78-Jährige. Der Frost und das blendende Weiß vor der Tür, wo in anderen Jahren längst Schneeglöckchen und Primeln Akzente setzten, nimmt er hin, ermuntert sich an der Arbeit, sichtet Bilder für eine neue Ausstellung.

 

 

"Blumen - meine Welt", so schlicht wie programmatisch nennt er die Schau, die an den April-Wochenenden - dann hoffentlich im Frühling - in Grimma zu sehen sein wird, in der St. Georgenkapelle. Bernd Aurig, der Malermeister, der das historische Gemäuer vor dem Verfall bewahrte und mit Kunst und Veranstaltungen neu zu beleben versucht, hat ihn eingeladen. "Er hat das Gebäude gerettet. Das muss man ihm hoch anrechnen." Ein trefflicher Grund für Fahrnländer, dieses Engagement mit einer Ausstellung zu unterstützen. Und sich auch selbst wieder ein bisschen ins Gespräch zu bringen. Denn ohne damit zu hadern, sieht sich der Künstler ein Stück abgeschirmt von der Welt, dort, wo das Dorf, seine Wahl-Heimat, ausläuft ins Offene, wo auf Felder und Wiesen der Colditzer Forst folgt. Andererseits: Er ist ein Mann der Stille, der statt starker Worte mit dem Pinsel Aufmerksamkeit erringt, der sich im Hintergrund hält, dessen Bilder-Kosmos sich mit Vorliebe speist aus dem, was ihn umgibt.

 

 

"Blumen sind etwas fürs Herz", sagt Fahrnländer, freiberuflicher Gebrauchsgrafiker für den Messe-Bau in seinen Berufsjahren, Absolvent der Fachschule für angewandte Kunst, der später, vor einem halben Jahrhundert, die Abendakademie der renommierten Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst absolvierte. Im Jose-Carreras-Haus der Leipziger Universität, wo Leukämie-Patienten behandelt werden, zeigte er kürzlich seine Bilder, stellte zum wiederholten Mal aus im Gutshaus in Markkleeberg-Ost, Blüten-Aquarelle, ein Markenzeichen.

 

 

Auf das er sich nicht reduzieren lassen will. "Ich habe jetzt mit Abstraktem begonnen", sagt er. Aquarelle, die sich entfernen von floralen Strukturen, von den Landschaftsbildern, den Spiegelungen des Uferwaldes in der Mulde, die er immer wieder aufgreift. Farbige Flächen sind es, die sich verästeln, ineinanderfließen, neue Verbindungen eingehen. Ein Versuch, eine Selbstverständigung. Dass er solche Blätter in Grimma zeigen wird, es ist eher unwahrscheinlich.

Blumen werden es sein, gerahmt an den Wänden, Mappen auf dem Tisch, in denen die Besucher stöbern können. Und das eine oder andere Blatt erwerben, ein Stück Frühling ins Haus holen. "Während der Ausstellungstage werde ich selbst vor Ort sein", sagt Manfred Fahrnländer. Er freut sich, wenn er Freude anstoßen kann mit seiner Kunst - und wenn er in Gespräche kommt.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.03.2013

schulreich

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