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Mann bei Wohnungsbrand verletzt

Mann bei Wohnungsbrand verletzt

Ein Einfamilienhaus brannte Sonnabend früh im Frohburger Ortsteil Elbisbach. Der 61-jährige Eigentümer erlitt eine Rauchgasvergiftung und befand sich gestern noch im Klinikum Borna.

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Feuerwehrleute löschen Sonnabend früh das Feuer im Frankenhainer Weg in Elbisbach.

Quelle: Feuerwehr Frohburg

Frohburg. 33 Feuerwehrleute von Frohburg, Geithain und Frankenhain waren vor Ort, um den Brand zu löschen. Die Wehr im Nachbarort Hopfgarten ist noch bis Ende März vorübergehend abgemeldet.

 

 

Schwarz gähnten gestern die zerstörten Fenster im Obergeschoss des Hauses im Frankenhainer Weg. Angesengter Hausrat lag auf dem kleinen Hang davor. Der Wind spielte mit einem halb verkohlten Papier, einer Urkunde für vorbildliche Arbeit.

 

 

Dem 61-jährigen Mann, der hier schon lange allein lebte, ging es nicht gut. Als einzige Wasserquelle diente ihm ein Brunnen. Seit über 20 Jahren hatte er keinen Strom mehr. Eine Kerze hat ihm Freitagabend Licht gespendet. Laut Polizei war er eingeschlafen, ohne sie zu löschen. Als er früh erwachte, brannte es schon. Da der Mann kein Telefon hatte, lief er offensichtlich zu der mehrere 100 Meter entfernten Sirene und löste sie per Knopfdruck aus. Sie tönte durchs Dorf, alarmierte aber keine Helfer, weil sie mit keiner Zentrale verbunden ist. Wie viele andere Elbisbacher wurde Sirko Brauer, der ein paar Häuser weiter wohnt, wach. Er schaute aus dem Fenster, konnte aber nichts entdecken. Dann ertönte die Sirene erneut, wieder war nichts festzustellen. Der Elbisbacher ging mit seinem Hund los. Da kam ihm der Hausbesitzer aufgelöst entgegen: "Ruf mal die Feuerwehr, bei mir brennts!" Sirko Brauer rannte in sein Haus, rief die Wehr und gab dem Mann eine Jacke und eine Hose.

 

 

6.07 Uhr wurden die Feuerwehrleute alarmiert, Frohburg, Geithain und Frankenhain rückte aus, insgesamt 33 Mann. Sie stießen auf einen Vollbrand im Obergeschoss. "Es war kochend heiß und vollkommen verraucht", berichtete Einsatzleiter Lars Kupfer, der Stadtwehrleiter von Frohburg. Mehrere Trupps löschten unter Atemschutz die Flammen, die Wärmebildkamera zeigte zuverlässig Brandherde an. "Ein Ausbreiten der Flammen auf das Dachgeschoss und den Dachstuhl konnten wir verhindern", erklärte Kupfer. Weil der Hausbesitzer offensichtlich eine Rauchgasvergiftung erlitten hatte, riefen die Brandschützer den Rettungsdienst. Gegen 9.30 Uhr konnten sie ihren Einsatz beenden. Bei einer Nachkontrolle durch Frankenhainer Kameraden gegen 14.30 Uhr stand fest: Das Feuer ist endgültig gelöscht.

"Ich bin froh, dass nichts weiter passiert ist dank der Einsatzkräfte", sagte gestern Frank Eisele, der unmittelbar neben dem Brandhaus wohnt. "Wir haben schon immer Angst gehabt, dass es mal brennt. Wir sind als nächstes dran. Gibt es hier Funkenflug, brennen wir mit ab", erklärte Jens Kunath, der direkt gegenüber wohnt. Befürchtungen hatte er allerdings wegen der maroden Schornsteine des Hauses, von denen schon Steine heruntergefallen seien. Nicht nur er hatte Sorge, dass sie vorübergehende Kinder treffen oder Autos, die hier die Straße entlang parken, wenn Tanz im Gasthof ist. Bereits vor über einem Jahr habe er sich an das Ordnungsamt gewandt, erzählte Jens Kunath. Angeblich habe es Auflagen gegeben, passiert sei aber nichts.

 

 

"Wir hätten alle angerufen", waren die Elbisbacher gestern noch irritiert, warum das Opfer des Brandes zur Sirene gelaufen ist und sie ausgelöst hat. Die gehöre angeschlossen oder abmontiert. "Wir haben sie ewig nicht gehört", bestätigte Hartmut Kunath. Diese Handdruckmelder funktionierten nicht mehr, sie seien "Relikte aus der DDR-Zeit", erklärte Stadtwehrleiter Lars Kupfer. Heute gäbe es überall Telefone und allgemein sei bekannt, dass der Notruf 112 zu wählen sei.

 

 

Das Obergeschoss des Brandhauses ist unbewohnbar. Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden derzeit auf rund 5000 Euro und ermittelt gegen den Besitzer wegen fahrlässiger Brandstiftung. Wie es für den Mann, der schon lange niemandem mehr die Tür geöffnet haben soll, nach dem Krankenhausaufenthalt weitergeht - die Leute wissen es nicht, haben Mitleid. Sie hätten sich gewünscht, dass die Behörden mehr machen - für ihn, aber vor allem auch zur Sicherheit aller.

 

 

"Das macht schon ein bisschen Angst, wenn immer mehr abgebaut wird", sagte Sirko Brauer und bedauert den Verlust der Feuerwehr im Nachbarort Hopfgarten. "Wir sind bis Ende März abgemeldet und ab April wieder einsatzbereit", erklärte gestern auf LVZ-Nachfrage Hopfgartens Wehrleiter Carsten Fischer. Hintergrund ist, dass es keine Unterstellmöglichkeit für das Fahrzeug der Wehr im Ort gibt (die LVZ berichtete). Derzeit ist es in Frauendorf sicher untergebracht und die Hopfgartener Wehr deshalb seit 3. Januar zeitweise abgemeldet. Bis April soll das Auto zusätzlich gesichert werden, wird dann voraussichtlich wieder im Freien stehen. Fischer und seine Mitstreiter bedauern, dass immer noch keine Unterstellmöglichkeit im Dorf besteht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.03.2014
Inge Engelhardt

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