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Marktpassage sollte attraktiver werden

Marktpassage sollte attraktiver werden

Wer Marktpassage hört, denkt an Geschäfte, an Einkaufsbummel. Anders in Bad Lausick: Mit wenigen Schritten ist der schmale, dunkle Gang durchmessen, der am Markt beginnt und in ein Nirgendwo führt.

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Karlheinz Radschinsky tritt als Verwalter der Marktpassagen Bad Lausick auf.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. Häufig haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Geschäfte gewechselt. Zwei von fünf sind aktuell zu haben. Für mehr Attraktivität im Stadtzentrum braucht es nach Passagen-Manager Karlheinz Radschinsky vor allem eines: mehr Wirtschaftskraft.

 

 

"Das ist die schönste Lage von Bad Lausick. Wir haben von unserem Geschäft das Rathaus im Blick", sagt Julia Vollert. Gemeinsam mit Yvonne Hahn betreibt sie seit fünf Jahren den Salon Hairstyle und hat, am Zugang zur Passage, große Schaufenster unmittelbar zum Markt.

 

 

In ähnlich hervorgehobener Geschäftslage befindet sich die Versicherungsagentur von Karin Voigtsberger. Dann aber kommt für den, der die Passage betritt, eine Weile nichts. Schaufenster sind leer. Statt Boutiquen und Auslagen der Hinweis, mieten zu können. André Trautner hat das kürzlich getan, nutzt jetzt - wie berichtet - ein Ladenlokal als Ausstellungsfläche für Stahlmöbel seines Unternehmens rotstahl GmbH, das über der Passage seinen Sitz hat. Die Zeiten, da in der Marktpassage Schmuck, Kleidung, Schuhe angeboten wurden, sie sind Geschichte. Vorerst jedenfalls.

 

 

"Die Situation ist schwierig. Das betrifft im Grunde aber alle, die in Bad Lausick ein Geschäft haben: viel Arbeit, wenig Brot", sagt Karlheinz Radschinsky. Der Chemnitzer Immobilienverwalter mit fränkischen Wurzeln ist Manager der Bad Lausicker Rathauspassage und betreut zahlreiche Objekte in anderen sächsischen Städten. Die Lage sei vergleichbar. Die geringe Wirtschaftskraft schlage sich im Budget der Leute nieder, und wer wenig Geld zum Ausgeben habe, gehe seltener einkaufen. Trotz der Kur habe Bad Lausick, was das betreffe, keinen spürbaren Vorteil: "Hier in der Innenstadt merkt man die Kur kaum."

 

 

Das hatten sich die Eigentümer der Immobilie, ein Fonds aus Stuttgart, gewiss anders gedacht, als sie Anfang der neunziger Jahre in Bad Lausick in bester Lage investierten. Auf dem Baufeld standen ursprünglich zwei Häuser. In einem hatte Otto Apitzsch einen Gemischtwarenladen, im anderen war das Hotel "Goldener Engel" untergebracht, weiß Monika Löffelmann vom Geschichtsverein. Noch in der DDR-Zeit wurden beide abgerissen und mit dem Neuaufbau begonnen. Das Erdgeschoss hatte bereits Konturen, als die DDR am Ende war.

1991 wurde die Fläche erneut beräumt. Jetzt wurde ein Komplex mit Geschäften, Büros, einem Hotel und der Marktpassage hochgezogen. Heute befinden sich im Gebäudekomplex Übernachtungsmöglichkeiten, betreutes Wohnen, mehrere Praxen, ein Notar. Das Eckgeschäft, ursprünglich eine Bäckerei, hat nach einer Zeit des Leerstands jetzt mit einem vietnamesischen Imbiss einen neuen Mieter.

 

 

"Vielleicht findet sich ja einer, der die Passage mit Gastronomie belebt", sagt Bürgermeister Josef Eisenmann (CDU). Der Stadt läge durchaus daran, wenn der Durchgang aufgewertet würde. Problematisch sei der Zugang zur Passage über zwei Stufen. Gerade Ältere und Kurpatienten stünden da vor einer großen Hürde.

"Ich hatte schon mal jemanden für ein Café, aber dem fehlte letztlich wohl der Mut", meint Karlheinz Radschinsky. Um die Betriebskosten der Immobilie zu senken und damit die Attraktivität zu erhöhen, habe man vor drei Jahren ein eigenes Blockheizkraftwerk eingebaut, erzeuge seither den Strom selbst. Aber, so der Verwalter: "Das allein gibt nicht den Ausschlag bei der Entscheidung: Ziehe ich hier ein - oder nicht?"

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.04.2014
Ekkehard Schulreich

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