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Geithain Massive Bauschäden: Bad Lausick sperrt Radler-Brücke in Richtung Norden
Region Geithain Massive Bauschäden: Bad Lausick sperrt Radler-Brücke in Richtung Norden
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13:06 16.12.2016
Der Brückenbogen aus Naturstein-Mauerwerk ist in der Tat in die Jahre gekommen. Jetzt soll er auch Radler und Spaziergänger nicht mehr tragen können. Quelle: Ekkehard Schulreich
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Bad Lausick

Schwere Zeiten sind angebrochen für Radfahrer zwischen Bad Lausick und Lauterbach, ebenso für Spaziergänger am nördlichen Bad Lausicker Stadtrand: Die Brücke, die im Zuge der Käthe-Kollwitz-Straße über den Steingrundbach führt, ist mit sofortiger Wirkung gesperrt. Mit dieser Information überraschte Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos) am Donnerstagabend den Stadtrat. Die durch einen Gutachter festgestellte Schwere der Bauschäden habe keine andere Entscheidung zugelassen. Ohnehin ist die Brücke seit vielen Jahren schon für den Autoverkehr gesperrt, die Überfahrt durch einen Poller verhindert. Doch selbst die geringe Last von Radfahrern und Fußgängern soll das bescheidene Bauwerk nicht mehr verkraften können.

Das heißt vor allem: Der Radweg entlang der Staatsstraße Richtung Norden, den die Lauterbacher einst durch eine Fahrrad-Demo erkämpften und der auch von Steinbachern genutzt wird, erreicht das Stadtzentrum nicht mehr. Heranwachsende auf dem Weg zur Schule, Ältere auf dem Weg zu Einkauf und Arztpraxis haben am Kreisverkehr nördlich der Stadt nun die Qual der Wahl, entweder auf die viel befahrene Staatsstraße Richtung Untermarkt zu wechseln oder auf jene Richtung Etzoldshain auszuweichen und via Bernbrucher Weg oder den Kurpark in die Stadt zu rollen.

„Ich bedauere die Entscheidung sehr“, sagte Stadtrat Mirco Töpfer. Das Rathaus solle prüfen, ob denn nicht zumindest ein schmaler Streifen der Überfahrt nutzbar bleiben könnte, um die erhebliche Gefährdung von Radlern und Passanten auszuschließen. Das verneinte Hultsch. Die Brücke habe bei der Kontrolle 2013 schon lediglich die Zustandsnote vier erhalten, was damals schon den Autoverkehr ausgeschlossen habe. Bei einer neuerlichen Begutachtung hätten sich laut des Prüfingenieurs derart gravierende Schäden herausgestellt, die eine komplette Sperrung unaufschiebbar erscheinen ließen. Das sei per Gutachten dokumentiert; darüber könne und werde er sich bei allem Bedauern nicht hinwegsetzen.

Anders als in Beucha, wo die Straßenbrücke Richtung Flößberg seit einem Jahrzehnt gesperrt ist – aufgrund der Situation aber gern weiter genutzt wird – will die Stadt die Brücke in Bad Lausick derart sichern, dass ein unbefugtes Nutzen ausgeschlossen ist. Ordnungsamtschef Christian Weinert sprach von einer „massiven Absperrung“ per Zaun. Bei einem Sperrschild allein – wie von manchen auch im Stadtrat offenbar insgeheim erhofft – werde man es nicht bewenden lassen. Am Freitagmorgen war die Sperrung bereits vollzogen. Wann sich der Bau einer neuen Brücke vollzieht, ist indes völlig offen. Der Blick nach Beucha hinüber zeigt: Jahre dauert es mindestens. In Beucha sieht die Stadt nach mehr als einem Jahrzehnt jetzt zumindest Möglichkeiten, die erhebliche Investition mit Fördermitteln zu tätigen. Im Falle der Brücke in der Käthe-Kollwitz-Straße steht sie jedoch erst am Anfang – vom Ende.

Kopfschüttelnd stand Fritz Schulze am Freitag vor dem Bauzaun, an dem seine Morgenrunde abrupt endete. „Diese Entscheidung finde ich nicht gut“, sagte der Mann, der in Köllsdorf wohnt und den Weg bisher auch nutzte, um gefahrlos zum Einkaufen zu kommen. Als vor Jahren die nahe Staatsstraße ausgebaut worden sei, habe eben diese Brücke – durch Träger und Stahlplatten stabilisiert – als Umleitung gedient. Leider habe die Stadt damals diese Konstruktion zurückbauen lassen. Das räche sich jetzt, meinte Schulze: „Einen schmalen Weg hätte man wenigstens lassen sollen.“

Von Ekkehard Schulreich

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