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Mauersanierung kostet eine halbe Million

Mauersanierung kostet eine halbe Million

Über 500 000 Euro wird die Sanierung der Geithainer Stadtmauer in dem Bereich kosten, für den die Kirche zuständig ist. Einen Abbruch hatte es letztes Jahr in Höhe der Nikolaikirche gegeben.

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Der Abbruch an der Geithainer Stadtmauer auf Höhe von St. Nikolai.

Quelle: Inge Engelhardt

Geithain. Doch auch an den anderen Teilen der Mauer müsste etwas getan werden, daran lässt das Gutachten keinen Zweifel.

 

 

"Das kann ein Kirchspiel überhaupt nicht stemmen", sagt Geithains evangelisch-lutherischer Pfarrer Markus Helbig, der auf niedrigere Baukosten gehofft hatte. Der Abbruch war, wie berichtet, zum Ende des Winters 2012/2013 erfolgt. Das betroffene Gelände war zunächst abgesperrt worden, und die Kirchgemeinde hatte Kontakt zu Denkmalpflege, Bergsicherung und einem Ingenieurbüro aufgenommen.

 

 

Im Eigentum der Kirchgemeinde stehen rund 150 Meter der Geithainer Stadtmauer. Sie besteht aus zweischaligem Mauerwerk, in der Mitte findet sich Verfüllmaterial, das haben die Probebohrungen des beauftragten Leipziger Büros ergeben. Wasserablaufrohre fehlen. An Stellen, die verfugt worden waren, habe dahinter Wasser gestanden, schildert Helbig. Das Nass sei gefroren, als starker Frost kam, und habe die Mauer gesprengt, erklärt er. Solch eine Schadstelle wie beim Abbruch sei erstmals entstanden, doch auch alle anderen Bereiche wären sanierungsbedürftig. "Die Mauer ist instabil, deutlicher Sicherungsbedarf besteht", hält der Pfarrer fest.

 

 

In fünf Teilbereiche hat das Büro die Stadtmauer in Kirchenregie eingeteilt, für drei von ihnen seien zunächst nur dringende Sofortmaßnahmen angedacht. Eine endgültige Sanierung stünde danach immer noch aus, an manchen Stellen ist der Baugrund auch erst noch zu untersuchen. Das Ingenieurbüro empfiehlt unter anderem, ein Betonbankett vor dem Fuß der Mauer zu gießen, damit sie nicht wegrutscht. Mit bis zu sechs Meter langen Nägeln soll sie außerdem quasi an den Kirchberg genagelt werden. Dränagen und Wasserablaufrohre sind erforderlich.

 

 

Woher die halbe Millionen Euro kommen sollen, weiß Markus Helbig derzeit nicht. Das Kirchspiel muss jetzt Geldgeber suchen. Die Landeskirche werde sich an den Kosten beteiligen, man wolle auch Fördermöglichkeiten prüfen. "Zum anderen suchen wir aber Menschen und Institutionen, denen die Stadtmauer am Herzen liegen könnte." Vielleicht habe jemand gute Ideen, was man unternehmen kann oder könnte eine tolle Präsentation machen, die dann hilft, Mittel einzuwerben, überlegt Helbig. "Diese Mauer ist auch ein stadtbildprägendes öffentliches Bauwerk. Sie macht einen Großteil des besonderen Reizes von Geithain aus", erklärt er. An ihrem Erhalt bestehe gewiss auch ein öffentliches Interesse. Falls die Rettung nicht gelingt, wäre das Bauwerk für immer verloren. Das könne nicht sein, dass heute in der reichsten Zeit verloren geht, was die Menschen vor Jahrhunderten geschaffen haben, mahnt er.

Sicher werde es auch Gelegenheit geben, die sanierte Mauer gemeinsam zu verfugen und mit dieser Arbeit die Gemeinschaft zu stärken. Doch diese Möglichkeit, Baukosten durch Eigenleistungen zu reduzieren, halte sich "sehr in Grenzen".

 

 

Die Last an Kosten und Arbeit durch die Mauersanierung drückt besonders, weil dies nur eine von mehreren Baustellen ist, die das Kirchspiel derzeit zu stemmen hat: In Niedergräfenhain entsteht der neue Kindergarten. In der Geithainer Nikolaikirche ist die 1904 eingebaute Heizung kaputt, das benachbarte Kantorenhaus ist zu sanieren. In der ehemaligen Kirchschule in Ossa müssen die Gemeinschaftsräume fertiggestellt werden, und auch eine Gemeinschaftskläranlage ist zu errichten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.02.2014
Inge Engelhardt

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