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Geithain Mediteranes Flair und Hunderte Besucher zum 5. Geithainer Eventshopping
Region Geithain Mediteranes Flair und Hunderte Besucher zum 5. Geithainer Eventshopping
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13:18 11.09.2011
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„Wenn in Geithain etwas los ist, sollte man daran teilnehmen", prägte Manfred Noffz einen Satz, den in der Nacht zum Sonnabend offenbar viele beherzigten. Gemeinsam mit seiner Frau Annerose hatte er auf dem Gehsteig in der Chemnitzer Straße Platz genommen, um einen Happen zu essen das Flanieren zu beobachten. Als gelöst und locker beschrieb Marianne Diederichs die Stimmung des Abends: „Man trifft die Nachbarn, hat Zeit für ein Schwätzchen." Und was ist mit dem Shoppen bei allem Event? „Wir sind patriotisch und kaufen gern innerhalb von Geithain ein", sagten sie und ihre Bekannte Christel Pohle: „Es ist einfach schön, was die Geschäftsleute herrichten. Hochachtung!" Im Jahr zuvor sei sie erst weit nach Mitternacht heimgekommen, habe zuletzt in einer Runde gesessen und gesungen, in der Bürgermeisterin Romy Bauer zur Quetschkommode griff: „Haben wir einen Spaß gehabt!"

Der kam auch bei der fünften Auflage nicht zu kurz. Zwischen Ober- und Unterstadt hatten viele Geschäfte geöffnet, hatten Tische und Bänke vor die Häuser gestellt. Im Hof des Cafes Otto war ebenso gut sitzen wie auf dem Marktplatz, wo Andrea Hermsdorf (Mode-Flair) und Sylvia Linke (Optiker Clauß) erneut eine Modenschau moderierten. „Ein bisschen mit den Augen mopsen", beschrieb Zuschauerin Regina Seidel, die gemeinsam mit Freudinnen auf diesem Fest unterwegs war, ihre Motivation. Fackelschein zog in das gewöhnlich stille Seilergässchen, wo Antje Dörr im schmalen Hof ihrer Geschenk-Boutique Keramik, Tischschmuck und Asseccoires aufgebaut hatte. „Ich bin von Anfang an dabei. Das ist auch ein Dankeschön an meine Kunden", sagte sie.

In der Unterstadt hatte Bäcker Sebastian Krause nicht nur ein spezielles Event-Brot – Roggen mit Walnüssen – kreiert; er hatte für den Freisitz extra einen Bier-Trabant aus Löbau geholt. „Man muss sich in die Stadt einbringen", sagte er. Sein Vater habe den Geithainer Gewerbeverein mitbegründet; er selbst sehe sich in dieser Tradition. Wenige Meter weiter sorgte Andreas Hornung mit Country und Blues für Stimmung – am historischen Ort der einstigen Tankstelle, die vier Geschäftsleute gemeinsam aufleben ließen, „indem wir hier wieder eine Zapfsäule haben", lachte Jens Lori (Assekuranz-Service). Schwalbe, SR II und Hühnerschreck hatte Fahrradhändler Peter Winkler geparkt, Schuhmacher Sven Gehlhaar wendete Bratwürste auf dem Grill. Eingebunden war auch der Laden Kurzwaren Gerhardt.

Mit seinem Saxophon brachte Gerhard Stein vor dem Senf‘schen Porzellan- und Glasgeschäft selbst jene in Bewegung, die beim Essen saßen. „Super. Da kann man nur den Hut ziehen. Ich bin jedes Mal dabei", meinte Gerhard Burkert, der sich sofort erinnerte an die Zeiten, als er im „Haus Altenburg" tanzen ging und die Gerhard-Stein-Combo aufspielte. „Wir kommen jedes Jahr her, um Bekannte zu treffen", sagte Heike Renner, mit der gesamten Familie auf Tour. Sie schaue gern auch in die Schäfte und entdecke manches Schnäppchen.

Heike Simon, seit mehr als einem Jahrzehnt in Tübingen, erlebte die Veranstaltung erstmals in ihrer alten Heimat – und war angetan: „Es ist schön, Leute zu treffen und in die Läden zu schauen." Ronald Zahn von Alemannia griff Uwe (Sport-)Schneider als Mundschenk unter die Arme – und hatte gut zu tun. „Ich bin jedes Jahr angetan, dass es bei uns sowas gibt." Erstmals dabei war der Speiseservice Schiener. „Eine schöne Veranstaltung, da kommen auch mal andere Menschen her", sagte Andrea Bleicher, dieses Mal deshalb arbeitend statt schlendernd. Torsten Langner machte den Veranstaltern ein großes Kompliment: „Ich finde es klasse, was hier auf die Beine gestellt wird. Da sind nicht schon um sechs die Bürgersteige hochgeklappt."

In der Tat wurde es spät an diesem Freitag, denn nach dem direkt vor dem Rathaus gezündeten großen Feuerwerk war noch lange nicht Schluss. Nachtschwärmer traf man auch nach Mitternacht noch viele im Stadtzentrum. Kein Wunder, dass Jan Brunswig namens der Mitstreiter des Geithainer Gewerbevereins bilanzierte: „Wir sind alle sehr zufrieden. Ich glaube, in diesem Jahr sind noch mehr Menschen gekommen als 2010." Und auch das Feuerwerk, das Brunswig selbst zündete, fiel noch etwas größer aus als sonst. Fest stehe schon jetzt: Auch im nächsten Jahr werde der Verein wieder drei große Veranstaltungen in der Stadt und für die Stadt organisieren: ein Eventshopping, den Weihnachtsmarkt und etwas, an dem man noch tüftele, so der Vereinschef: „Das wird definitiv."

Ekkehard Schulreich

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