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Mehr Busse: Frohburg freut sich auf das neue Netz – sieht aber Baustellen

Stadtratssitzung Mehr Busse: Frohburg freut sich auf das neue Netz – sieht aber Baustellen

Das neue Busnetz für Frohburg und das Umland ist in Arbeit, aber noch nicht perfekt, das wurde im Stadtrat deutlich. Auf jeden Fall soll es mehr Menschen zum Umsteigen auf den Bus und – in vielen Fällen – auf die S-Bahn ermuntern. Das Kunststück wird darin bestehen, die Zwänge des Fahrplans mit den Unterrichtszeiten all der Schulen unter einen Hut zu bringen.

Hofpause in der Grund- und Oberschule Frohburg. Derzeit sind die Busfahrpläne ausschließlich auf die Schulen ausgerichtet – das soll sich ändern.

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg. Mehr Busse, mehr Haltestellen, ein verlässlicher Takt und effizientes Umsteigen zwischen Bus und S-Bahn: Frohburger Stadtrat und Verwaltung stehen der Umkrempelung des öffentlichen Nahverkehrs, an dem Landkreis, Mitteldeutscher Verkehrsverband und Thüsac seit Monaten arbeiten, positiv gegenüber. Das wurde bei der Vorstellung des komplexen Vorhabens am Donnerstagabend im Parlament deutlich.

Wer allerdings verbindliche Aussagen erwartete zu neuen Linienverläufen, Fahrtzeiten und zum Start des neuen Systems – ursprünglich war von August 2016 die Rede –, wurde enttäuscht. Die Debatte beginne gerade, sagte Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW). Deshalb sei es nur um eine Vorstellung gegangen, nicht schon um einen Beschluss. Denn dass vor diesem noch manch Frage zu klären ist, wurde deutlich. „Wenn wir Veränderungen wollen, kann nicht jeder auf seinem Standpunkt verharren“, gab Hiensch die Linie vor. Er halte Veränderungen im Busnetz für längst überfällig, finde eine Haltestelle am Markt „super“, und er sei zuversichtlich, gemeinsam mit allen Beteiligten Lösungen bei der heiklen Frage des Unterrichtsbeginns und -endes der Schulen zu finden. „Das muss funktionieren, aber man wird es nicht jedem recht machen können.“

Die Schülerbeförderung macht aktuell das Gros der Fahrgäste in der Region aus. „80 Prozent der Fahrgäste sind Schüler“, sagte Iris Bode, Sachgebietsleiterin Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) des Landratsamtes. In der Region Frohburg/Geithain nutzten 1200 Kinder und Jugendliche Busse, um zu einer von einem Dutzend Schulen zu kommen. Die Busse seien nur zu 18 Prozent ausgelastet – was vor allem daran liege, dass die Fahrpläne ausschließlich auf die Schulen ausgerichtet seien. Das wolle man ändern, um viele zum Umsteigen auf Bus (und Bahn) gewinnen zu können: Berufspendler; Menschen, die zum Einkauf, zum Arzt, zum Freizeitsport wollten; Ausflügler. Das sei nicht nur wichtig für die Lebensqualität im ländlichen Raum; Prognosen ließen ab 2020 einen deutlichen Rückgang der Fahr-Schüler erkennen. Gesetz(t) seien die Fahrzeiten der Bahn, die Buspläne müssten sich darauf ausrichten. Und: Mehr Geld als aktuell gebe es nicht: „Wir können die Mittel nur umverteilen.“

Wie, das skizzierte Michael Röhricht, Verkehrsplaner des Busunternehmens Thüsac. Geplant seien Regionallinien. Drei berührten Frohburg, schafften direkte Verbindung gen Borna, Bad Lausick und Kohren. Hinzu kämen Ergänzungslinien. Die Busse steuerten den Frohburger Bahnhof an mit attraktivem Übergang zur S-Bahn nach und von Leipzig. Schließlich, so Röhricht, gebe es 1900 Pendler Richtung Leipzig und mehr als 500, die nach Frohburg zur Arbeit kämen. Die wolle man als Fahrgäste gewinnen. Geplant sei ein Ansteuern des Marktes, um Buspassagiere unmittelbar in die Innenstadt zu bringen.

In Prießnitz – Herzstück der Eulataler Region – und in Kohren-Sahlis sollen Knoten mit Anschlüssen entstehen. So wäre Geithain von Frohburg aus künftig nur noch via Prießnitz, Umstieg inklusive, zu erreichen. Schließlich sei die S-Bahn die Direktverbindung zwischen beiden Städten. Letzteres sorgte für Widerspruch bei einem Einwohner, der die Ratssitzung auf der Besucherbank verfolgte: Das sei doch keine Verbesserung für Schüler, sondern eine Verschlechterung. Zwei, drei Beispiele, „damit wir das besser nachvollziehen können“, wünschte sich Michael Franke (CDU). Siegfried Runkwitz (Linke) vermisste Aussagen zum Wochenend-Verkehr: „Frohburg ist das Tor zum Kohrener Land. Haben Sie das eingearbeitet?“ Da musste der Verkehrsplaner passen. Beispiele reiche er gern nach, der Ausflugsverkehr, der wichtig sei, werde noch berücksichtigt.

Wie sehe es denn mit den Schulzeiten aus, wollte Rico Hiensch (BuW/BIE) wissen. Darüber, so der Bürgermeister, sei mit den Leitern der drei Schulen in Frohburg und Frankenhain, mit dem Landkreis und mit der Thüsac gesprochen worden. Es gebe weiteren Klärungsbedarf mit Hort, mit Elternvertretern – und deshalb noch keine Zahlen. Er sei aber zuversichtlich, dass man zu einer Einigung komme.

Von Ekkehard Schulreich

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