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Geithain Mehr Busverkehr rund um Geithain und Borna geplant
Region Geithain Mehr Busverkehr rund um Geithain und Borna geplant
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07:12 21.10.2018
Mit der Buslinie 264 (Altenburg - Kohren-Sahlis - Geithain) soll es künftig auch an den Wochenenden Fahrten geben, um Ausflügler zum Umsteigen zu bewegen. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg/Geithain

Nach dem Muldental in Fahrt“ soll auch das Kohrener Land Fahrt aufnehmen: Mehrere Jahre grübelten der Landkreis Leipzig und das Busunternehmen Thüsac über Möglichkeiten, den Busverkehr in der Region um Borna, Frohburg, Bad Lausick und Geithain aufzuwerten – ohne dass der Schülerverkehr ins Hintertreffen gerät. Schließlich macht der das Gros der Beförderungsleistungen aus. Ab 9. Dezember soll es einen umfangreicheren Fahrplan geben – vorausgesetzt, der Kreistag stimmt dem am 14. November zu. Busse nach Takt wie im Städtedreieck Grimma – Brandis – Bad Lausick sind aber nicht vorgesehen. Dazu wird das Fahrgast-Potenzial als zu gering eingeschätzt.

„Wollen attraktiven Nahverkehr schaffen“

„Wir machen das Konzept nicht, um Schüler und Eltern zu ärgern. Wir wollen vielmehr einen attraktiven Nahverkehr schaffen, die zu einem lebenswerten Wohnumfeld gerade auch auf dem Land dazugehört“, sagt Iris Bode, Kultusamtsleiterin im Landratsamt. Ein Nahverkehr, der sich nicht auf die Bedürfnisse der Schulen beschränke.

Gerade im Kohrener Land gebe es zahlreiche Ortschaften, die noch nie ein Linienbus angesteuert habe. Das wolle man – im Rahmen der zur Verfügung stehenden, keinesfalls überbordenden Mittel – ändern. Nicht nur für junge Familien mit Kindern, auch für Ältere seien Bus oder Bahn wichtige Verkehrsmittel. Der Ausbau des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes zeige, dass sich in Nachbarschaft von Haltepunkten neue Siedlungsstrukturen entwickelten.

Fünf neue Linien konzipiert

Die Taktung der Züge als Maßstab für die Buspläne zu nehmen, wie es im Muldental geschah, davon sind Kreis und Thüsac abgekommen. Das hätte die Anfangszeiten sämtlicher Schulen der Region über den Haufen geworfen und ein überdimensioniertes Angebot geschaffen. Allein für den Versuch ernteten die Initiatoren heftigen Gegenwind. Das Konzept sei auch nicht mit externem Sachverstand zu retten gewesen, so Bode.

Deshalb habe man noch einmal ganz neu geplant – und greife dabei auf bestehende Linien zurück. Hier gebe es zusätzliche Fahrten, auch in der Ferienzeit. Die Linien 260 (Borna - Neukirchen - Frohburg), 264 (Altenburg - Kohren-Sahlis - Geithain) und 265 (Frohburg - Streitwald - Kohren-Sahlis) böten auch an den Wochenenden Fahrten an, um Ausflügler zum Umsteigen zu bewegen. Zudem sind fünf neue Linien konzipiert, die montags bis freitags die Dörfer um Frohburg, Geithain und Kohren-Sahlis ansteuerten.

Flyer sollen auf neue Angebote hinweisen

„Aus den Beratungen mit den Schulen und den Eltern haben wir etliche Hinweise mitgenommen, die wir noch einarbeiten“, sagt Iris Bode. Wenn auch die Schulanfangszeiten sich kaum änderten: Für den Einzelnen ergäben sich mitunter neue Fahrtwege und -zeiten. Alle Wünsche unter einen Hut zu bekommen, bedeute die Quadratur des Kreises und sei kaum zu machen. Wenn die Pläne ab 9. Dezember in Kraft seien, „wollen wir sehen: Wie wird das angenommen? Ist es das, was gewünscht ist?“ Mit Flyern weise man auf die Neuerungen hin und wolle im nächsten Frühjahr ganz gezielt auch Ältere in den Dörfern ansprechen, um ihnen eine Bus-Nutzung schmackhaft zu machen.

Gute Resonanz auf Busse am Frohburger Markt

Dass Linienbusse nach jahrzehntelanger Abstinenz seit Ende vergangenen Jahres wieder den Frohburger Markt ansteuerten, werde zunehmend angenommen, so die Kultusamtsleiterin. Ob man künftig auch in Geithain Busse durch das historische Stadtzentrum fahren lasse, habe man noch nicht entschieden.

Mehr Schüler können künftig im ganzen Landkreis unterwegs sein

Entschieden wurde statt dessen, dass mit dem Fahrplanwechsel noch mehr Schüler die reguläre Schülerregionalkarte erhalten, die die Nutzung von Bus und Bahn im gesamten Landkreis möglich macht. Bisher seien schon 98 Prozent der Mädchen und Jungen in dieser Situation gewesen, so Bode. Rund 200 vor allem im Raum südlich von Geithain hätten aktuell nur einen Berechtigungsschein für den Schüler-Vertragsverkehr in der Tasche. Diese Ungleichbehandlung, die obendrein die Bewegungsfreiheit der Heranwachsenden einschränke, war im Geithainer Stadtrat auf Kritik gestoßen. Künftig gebe es nur noch zwei reine Schulbus-Routen: nach Breitenborn und Dölitzsch sowie nach Ottenhain, Prießnitz und Oberfrankenhain.

Hiensch: Veränderungen nur ein Zwischenschritt

Die Umgestaltung des Liniennetzes nennt der Frohburger Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) unausweichlich. Nicht alle Beteiligten seien mit den Veränderungen zufrieden. Sie seien „nur ein Zwischenschritt“. Der Raum Frohburg/Geithain dürfe nicht schlechter gestellt werden als der übrige Landkreis.

Von Ekkehard Schulreich

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