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Geithain Mehr Stauraum soll Eula vor Fäkalien schützen
Region Geithain Mehr Stauraum soll Eula vor Fäkalien schützen
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01:32 02.06.2018
Die Eula im Geithainer Altdorf. Zusätzliche Staukanäle könnten verhindern, dass bei starkem Regen Fäkalien in das Gewässer gespült werden. Quelle: Jens Paul Taubert
Geithain

Der Bau zusätzlicher Staukanäle sei nötig, um zu verhindern, dass Fäkalien in die Eula im Geithainer Altdorf gespült werden. Er sei, sagt Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) nach einem Gespräch mit dem Versorgungsverband Grimma-Geithain und dem Landkreis, guter Hoffnung, „dass sich endlich etwas bewegt“.

Wieder waren Fäkalien in der Eula

Starker Regen hatte vor zwei Wochen einen unter der Altenburger Straße (B 7) platzierten Staukanal überlaufen lassen. Mit dem Abwasser waren Fäkalien in den Fluss und an die Ufer gelangt – ein Problem, das seit Jahren immer wieder auftritt. Weil das Maß nun voll sei, habe er Anzeige erstattet wegen Gewässerverschmutzung und der Gefährdung der Gesundheit der Anlieger, so der Bürgermeister: „Diese Anzeige erhalten wir auch nach dem Gespräch vom Montag aufrecht. Die Verantwortlichen müssen endlich etwas tun.“ Allerdings sei zurzeit völlig offen, wer die Kosten einer solchen Lösung trage.

Kanal für solche Wassermengen nicht ausgelegt

Nach den Messungen eines Anwohners der Altenburger Straße und Messungen in der Kläranlage Geithain seien an besagtem Nachmittag innerhalb von 15 Minuten 16 bis 20 Liter Niederschlag pro Quadratmeter niedergegangen, bilanziert Lutz Kunath, Geschäftsführer des Versorgungsverbandes Grimma-Geithain.

„Dies entspricht einem Regenereignis, wie es statistisch aller drei bis fünf Jahre einmal vorkommt. Nach den technischen Vorschriften ist das Kanalsystem auf diese Wassermengen nicht ausgelegt. Damit kommt es zwangsläufig zu einem Kanalüberstau mit der Folge, dass Mischwasser in die Eula abgeschlagen wird.“

Allerdings dürfe es nicht passieren, dass dabei Grobstoffe aus dem Kanal mit abgeschwemmt würden. Rund 20 Liter dieser Stoffe habe man damals von den Anliegergrundstücken eingesammelt.

Filter sind funktionstüchtig

„Die Begutachtung des Grobstoff-Filters im Kanal hat ergeben, dass dieser funktionstüchtig und mechanisch nicht beschädigt ist. Wir vermuten allerdings, dass es durch die Reinigungsöffnungen des Filters zu einer Abschwemmung der Grobstoffe gekommen ist“, so der Geschäftsführer. Diese Öffnungen habe man inzwischen zusätzlich mechanisch gesichert.

Außerdem habe man folgende Festlegungen getroffen: Die erlaubte Einleitmenge von 2,6 Kubikmetern Wasser pro Sekunde aus dem Stauraumkanal in die Eula werde eingehalten. Unabhängig davon werde der Verband durch ein Ingenieurbüro prüfen lassen, ob zusätzliche Stauraum-Kapazitäten geschaffen werden könnten.

Kanal wird mit Sensorik ausgestattet

Dabei werde insbesondere ein Grundstück der Altenburger Straße in unmittelbarer Nähe des vorhandenen Stauraumkanals in Betracht gezogen. Um den Betrieb des Stauraumkanals besser überwachen und den Abtrieb von Grobstoffen verhindern zu können, werde der mit Sensorik ausgestattet. „Dadurch sollen neben der Ermittlung der Abschlagmenge die Funktion der Notüberläufe besser überwacht werden.“ Die Niederschlagswasser-Mengen würden künftig laufend und digital erfasst.

„Durch den Einbau des Grobstoff-Filters kann die hydraulische Situation der Eula nicht verändert werden. Dem kann nur durch den Ausbau der Eula in Verantwortung der Landestalsperrenverwaltung oder Schaffung von zusätzlichem Stauvolumen am Gewässer selbst oder im Kanalsystem begegnet werden“, so Kunath.

Anderenfalls werde es, auch wenn der Filter seit seinem Einbau Ende 2017 zuverlässige Arbeit geleistet habe, auch in Zukunft durch starken Regen wie am 16. Mai immer wieder zu Abschlägen von Mischwasser in die Eula kommen.

Von Ekkehard Schulreich

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