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Mehrzweckhalle: Geithain bahnt Verkauf an und hofft auf Einsparungen

Stadtrat Mehrzweckhalle: Geithain bahnt Verkauf an und hofft auf Einsparungen

1,14 Millionen Euro Miete muss die Stadt Geithain bis 2023 für die Nutzung der Mehrzweckhalle zahlen. Rathaus, Eigentümer und der private Gymnasiumsträger Saxony International School erarbeiteten ein anderes Szenario: Das Bildungsunternehmen erwirbt die Halle, die Stadt gibt einen Zuschuss – und mietet dann viel günstiger.

Blick auf die Geithainer Mehrzweckhalle. Die Kommune hofft auf eine geringere Miete für den Schulsport, wenn die Halle einen neuen Besitzer hat.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Es könnte ein Coup werden, der der Stadt Geithain 700 000 Euro beschert: Der Stadtrat beschloss am Dienstagabend, für eine Viertelmillion Euro den Mehrzweckhallen-Mietvertrag mit der GDS abzulösen. Der würde noch bis 2023 laufen und Kosten von 1,14 Millionen Euro verursachen. Die Stadt käme weitaus günstiger, würde der Betreiber der beiden privaten Geithainer Gymnasien die Halle erwerben und sie seinerseits der Stadt für den Schulsport vermieten. Dazu ist er offenbar bereit.

Die Kosten, die der Stadt Geithain für die Nutzung der Mehrzweckhalle im Geithainer Neubaugebiet entstehen, missfallen Frank Rudolph (UWG) schon seit Langem. Knapp ein Jahr nun Bürgermeister, hat er gemeinsam mit dem Eigentümer der Halle, der Geithainer Dienstleistungs- und Servicegesellschaft (GDS), und dem Träger der Schulen, der Saxony International School gGmbH, nach Wegen gesucht, die finanziellen Lasten neu zu sortieren. Nach dem seit 1998 laufenden Mietvertrag zahlt Geithain monatlich 12 200 Euro Miete für die Halle – und das noch für mehr als sieben Jahre. Dieser Summe stehen lediglich 2000 Euro im Monat an Einnahmen gegenüber für die Untervermietung an die gGmbH, die das Internationale Gymnasium und das Internationale Wirtschaftsgymnasium betreibt. Ein Missverhältnis, das nicht nur die Kosten betrifft, sondern auch die Schülerzahlen. Denn während die Schüler an der städtischen Paul-Guenther-Schule, die die Halle in Anspruch nehmen, seit dem Schuljahr 2011/12 um mehr als 40 Prozent sank, steigt der Bedarf beider Gymnasien.

„Auf der Suche nach einer Lösung gab es mehrere Gesprächsrunden mit dem Eigentümer und der Saxony International School“, sagte Frank Rudolph. Einen Wunsch der Stadt, der private Schulträger möge künftig mehr Miete zahlen, habe der mit Plänen, dann selbst eine Halle bauen zu wollen, abgelehnt. Inzwischen habe man einen Weg gefunden, der für alle gangbar sei: Die GDS sei bereit, die Halle für 900 000 Euro zu verkaufen und damit auf einen Teil der bis 2023 vertraglich zugesicherten Einnahmen zu verzichten. Käufer wäre die gGmbH; sie würde 650 000 Euro zahlen. Geithain füllte die Lücke mit 250 000 Euro. Am Tag des Verkaufs würde der bisherige Mietvertrag annulliert. Einen neuen Mietvertrag, dann mit dem Gymnasiumsträger, würde die Verwaltung dem Stadtrat rechtzeitig zur Debatte und zum Beschluss stellen. Rudolph: „Wenn wir jetzt 250 000 Euro einsetzen, haben wir am Schluss eine Einsparung von 700 000 Euro.“ Der erste Effekt würde 2018 kassenwirksam. Ziel sei es deshalb, den Kaufvertrag bis Ende September in Form zu bringen.

„Wenn es so läuft, wäre es eine tolle Sache“, sagte Thomas Lang (Linke). Doch was verlange der neue Eigentümer künftig für den Schulsport? – Man schließe Jahresverträge, die an den tatsächlichen Bedarf angepasst seien, so der Bürgermeister. Besprochen sei eine Miete von 2000 bis 2500 Euro im Monat.

Im Verwaltungsausschuss war das Thema ausführlich vorberaten worden, so dass der Stadtrat keine Notwendigkeit sah für eine neuerliche breite Debatte. Er stimmte einhellig zu. Der Beschluss erhält erst dann seine Gültigkeit, wenn der Kaufvertrag zwischen GDS und Saxony tatsächlich zustande kommt. Die Viertelmillion Euro nimmt Geithain aus der Liquiditätsreserve.

Von Ekkehard Schulreich

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