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Geithain Meisterschaften im Pflügen: Landwirte ziehen in Steinbach perfekte Furche
Region Geithain Meisterschaften im Pflügen: Landwirte ziehen in Steinbach perfekte Furche
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00:30 14.10.2015
Martin Landgraf (mit Mikrofon) präsentiert den Schaulustigen die mächtigen Maschinen des Landwirtschaftsbetriebes Kitzscher. Quelle: Gislinde Redepenning
Bad Lausick/Steinbach

Mit einer der höchsten Beteiligungen und rund 1000 Besuchern erlebte man eine "fantastische Veranstaltung", sagte Projektleiter Manfred Böhm. Überaus erfreulich sei das Abschneiden der Agrargenossenschaft Pötzschau. Sie qualifizierte sich mit dem Zweitplatzierten am Drehpflug, Sebastian Schons aus Zedtlitz, sowie den beiden Ersten mit dem Beetpflug, Stephan Gustmann aus Dreiskau-Muckern und Martin Räßler aus Oelzschau, für die Bundesmeisterschaften.

Absolut exakt, gerade und gleichmäßig soll die perfekte Furche sein. Das Leistungspflügen habe sich als Wettbewerb der Jungbauern etabliert, erklärte Wolfgang Hoffmeister, Wettkampfleiter. Bis zu 35 Jahre dürften die Teilnehmer sein. "Seit zwei Jahren haben wir zusätzlich eine offene Klasse eingeführt, in der auch ältere Pflüger teilnehmen dürfen. Der Vorteil ist, dass Alt und Jung nun voneinander lernen können." Das taten sie auch im Rahmenprogramm des Wettbewerbs. Yvonne Kern, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Borna - Geithain - Leipzig informierte unter dem Motto "Was kommt beim Bauern an" über Preispolitik und Marktentwicklung. Martin Landgraf, Geschäftsführer des Landwirtschaftsbetriebes Kitzscher und damit Gastgeber, präsentierte hochmoderne Technik, darunter einen Mähdrescher mit einer Arbeitsbreite von 12 Metern, der größte auf dem Markt. Gepflügt werde in seinem Betrieb nur noch Mais, um eine mögliche Keimübertragung auf nachfolgende Getreide auszuschließen, erklärt er. Wo nicht gepflügt wird, lockert ein mächtiger Grubber den Boden, gezogen von einem John Deere mit knapp 500 PS. Gegen den Acker-Giganten wirkten die tuckernden und qualmenden historischen Lanz-Bulldogs wie Winzlinge. Diese wurden von den Lanzfreunden Sachsen stolz präsentiert. Auch Stefan Heller, der mit seinen Söhnen Bastian (8) und Felix (11) sowie dessen Freund Christian auf einem Fahr D 177 S des Baujahres 1960 aus Engelsdorf anreiste, würde seinen roten Schatz nicht eintauschen.

Statt mit GPS bearbeitet Dirk Unterdörfer aus Löben seine zwei Hektar Land zum großen Teil mit zwei PS. Der Kfz-Mechaniker und Hobby-Landwirt startete mit seinen schweren Sächsisch-Thüringischen Warmblütern Elmo und Einstein bei den Pferdepflügern. "Die kennen den Ablauf, die haben die Kondition, das ist Alltag für sie", freut er sich bei einem Bierchen über den erfolgreichen Tag, der schon um fünf Uhr begann. Seine Frau Anja und die Töchter Leni (5) und Marit (2) haben beim Herausputzen des Gespanns mitgeholfen und kräftig die Daumen gedrückt. Eckard Knappe half nach Kräften mit. "Er ist mein Chef bei der Arbeit, hier ist er Kumpel und Knecht", lachte Unterdörfer. Sein Resümee: "Der Boden war gut, das Wetter ist schön, die Organisation ist top, es macht Spaß, wenn die zwei Kameraden mitspielen." Da machte es wenig aus, dass er als Vierter knapp einen Platz auf dem Treppchen verpasste.

Gislinde Redepenning

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