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Melkus, Rollfix, Kugel-Porsche: Oldtimer zogen in Terpitz und Bad Lausick die Blicke auf sich

Melkus, Rollfix, Kugel-Porsche: Oldtimer zogen in Terpitz und Bad Lausick die Blicke auf sich

Zu den Kohrener Oldtimerfreunden nach Terpitz? Zum AMC Herrmannsbad am Bad Lausicker Schwanenteich? Zahlreiche Liebhaber historischer Autos und Zweiräder entgingen der Qual der Wahl, indem sie am Sonntag bei beiden Veranstaltungen vorbeischauten.

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Eine ganze Melkus-Flotte stand in Terpitz im Blickpunkt: Holger Otto (links), dem der Wagen mit der 85 gehört, war aus dem Raum Zwickau gekommen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Kohren-Sahlis/Bad Lausick. In Terpitz waren die Melkus-Rennautos der Hingucker. In der Kurstadt sorgte die Vielfalt der Fahrzeuge für großen Zuspruch.

 

 

"Als ich 1969 einen Melkus gesehen habe, war ich hin und weg." Dietmar Jakob aus Nöbdenitz im Altenburger Land weiß das wie heute, doch er musste mehr als anderthalb Jahrzehnte warten, ehe er tatsächlich einen dieser legendären, mit Wartburg-Motor ausgestatteten Straßenrennwagen RS 1000 bekam: im Tausch gegen einen fabrikneuen Wartburg 353. Am Sonntag fuhr er damit vor dem Vereinshaus der Kohrener Oldtimerfreunde vor - und er war damit in bester Gesellschaft der Melkus-Fans. Wie zum Beispiel Karl-Heinrich Lätzsch einer ist. Er hält jenes Fahrzeug in Ehren, mit dem sein Vater Manfred ab 1971 auf den Rennstrecken der DDR unterwegs war, den Wagen dann aber verkaufte. "Ich habe dassselbe Fahrzeug, die Nummer 18, 2002 in Berlin wiedergefunden und konnte es zurückkaufen", erzählte der Sohn, der den Melkus original wieder aufgebaut hat und der sich über das gestrige Melkus-Treffen freute: "Schön, dass einige zusammengekommen sind."

 

 

Mit einem 353-er war André Biltz vorgefahren - keinen Wartburg, einem Cardillac mit 353 Kubik-Inch. "Erstlack, Erstmotor, Baujahr 1930, unrestauriert", sagte der Mühlauer, der eine Autowerkstatt hat: "Das ist noch richtiges Autofahren." Mit Geräuschen und einer Lenkung, die Kraft erfordere. Aus Zeuchau herübergekommen waren Jens und Hartwig Vogel - auf einer selbsz aufgebauten RT 125, Baujahr 1960, der eine, auf einer Jawa 350, Baujahr 1962, der andere. "Wenn die Oldtimerfreunde rufen, kommen wir gern", meinte Hartwig Vogel. Sein Sohn war begeistert von der kleinen Zweirad-Schau im Saal des Vereinshauses: "Man sieht hier immer was Neues - etwa diese Eigenbau-MZ mit dem Dieselmotor einer Rüttelplatte!"

 

 

Zu Entdeckungen und Fachsimpeleien einladen - genau das sei das Ziel des Tages der offenen Tür, sagte Vereinschef Klaus Sliwanski. Gestern war die Jugendwerkstatt geöffnet. Neben Technik gab es historische Filme zu sehen, über Legenden des DDR-Motorradbaus und über die Six Days von 1964. Am 11. August dann richtet der Verein auf dem Gelände der Firma Lätzsch in Kohren-Sahlis sein großes Oldtimer-Treffen aus. Einen Vorgeschmack gab gestern Nachmittag die kleine Rundfahrt durch das Kohrener Land.

 

 

An die 120 Personenwagen, Motorräder, einige Laster und ein dreirädriges lindgrünes Rollfix-Coupé zogen am Schwanenteich im Bad Lausicker Kurviertel die Blicke auf sich. "Es sind deutlich mehr Fahrzeuge als im vergangenen Jahr", freute sich Ulrich Venzke vom Vorstand des AMC Herrmannsbad, der die Veranstaltung seit vielen Jahren ausrichtet. In Konkurrenz den Kohrerer Oldtimerfreunden, zu denen man gute Kontakte pflege, trete man keinesfalls: "Viele, die hier bei uns sind, fahren später dorthin weiter - und umgekehrt."

 

 

Unter den Ausstellern waren Annelies und Fritz Klas aus Grimma mit ihrem Polski Fiat, dem 1971 gekauften Familienwagen. "Mit dem sind wir oft mit dem Bastei-Wohnanhänger nach Ungarn gefahren, meist an den Balaton", erzählte der 85-Jährige. Beim Mulde-Hochwasser 2002 soff der treue Begleiter komplett ab. "Zehn Jahre habe ich gebraucht, um ihn wiederherzurichten. Seit vorigem Jahr läuft er wieder richtig", sagte Klas und zeigte Bilder des völlig verschlammten Fahrzeugs. Der agile Mann, der Jahre den Vorsitz innehatte beim Motorsportklub Grimma, weiß seine Frau an der Seite, wenn er unterwegs ist zu Oldtimer-Treffen. Für Rallyes und Wettbewerbe fahren beide allerdings ein anderes Kaliber auf: einen karminroten Fiat von anno 1932.

 

 

Einen der letzten F 8, 1955 wurde die Produktion eingestellt, konnte Steffen Dolina kaufen, als er selbst 30 wurde. Ein Geschenk, dass sich der Milkauer selber machte: "Ich wollte endlich offen fahren." Der Wagen, der längst in dunklem Grün erstrahlt, war nur teilrestauriert; es war an Dolina, diese Arbeiten zu einem guten Ende zu führen. Der Wagen verfügt bereits über eine Duroplast-Haube, Vorwegnahme eines modernen Werkstoffs, der dann beim P 70 serienmäßig zum Einsatz kam.

 

 

In schlichtem Grau rollten Jochen Peterhansl und Familie, gerade auf der Rückfahrt von einem Trabi-Treffen, in Bad Lausick vor. Bei der Restaurierung seines Kugel-Porsches legte der Hausdorfer keinen Wert auf Originalität; er wollte es originell. Sein Trabant macht, ausgestattet mit Porsche-Felgen und tiefergelegt, seinem Spitznamen alle Ehre. "Mein erstes Auto war natürlich ein Trabant", sagte er. Die Knutschkugel ist heute Schönwetter-Fahrzeug und die nächste Fahrer-Generation schon an Bord: Felix (3) ist großer Trabi-Fan.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.07.2013

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