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Geithain Messe an Geithainer Paul-Guenther-Schule verkuppelt Absolventen mit Unternehmen
Region Geithain Messe an Geithainer Paul-Guenther-Schule verkuppelt Absolventen mit Unternehmen
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14:30 22.03.2017
Am Stand des Bad Lausicker Fensterbauers Pax Classic übt sich Daniel aus der Klassenstufe 7 beim Sägen mit einer Japansäge und bekommt Anleitung von Ausbilder Karsten Göpel. Quelle: Jens Paul Taubert
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Geithain

Die Sache mit der fingerfertigen Geschicklichkeit... In technischen und handwerklichen Berufen meist von größerer Bedeutung, als die gute Note in Biologie oder Gemeinschaftskunde. Weswegen der überdimensionale Wackelturm aus Holz am Stand der Firma PaX Classic aus Bad Lausick symbolhaft vor sich hin eierte. Er eierte auffällig lang. Was für die Feinmotorik der Siebt- und Achtklässler spricht, die das statische Konstrukt nach und nach um ein weiteres Klötzchen schwächten.

Wie lange dauert die Ausbildung bei der Polizei? Was verdiene ich als Techniker bei DHL? Bietet der Elektrogroßbetrieb ein Schnupperpraktikum an? Antworten auf diese und viele andere Fragen erhielten die Oberschüler aus Bad Lausick und Geithain in der Paul-Guenther-Schule.

Kein lustiger Spielenachmittag – eine Messe zur Berufsorientierung, die Einblicke in zig Tätigkeitsbilder lieferte. In der Geithainer Paul-Guenther-Oberschule stellten sich Dienstagabend über 40 regionale und überregionale Unternehmen, Hoch- und Berufsschulen den Absolventen und denen ihre Ausbildungsmöglichkeiten vor. „Wir nutzen regelmäßig und gern solche Messen im ganzen Landkreis, um Nachwuchs zu rekrutieren. Dabei haben wir immer gute Erfahrungen gemacht, weil der direkte Kontakt zu den Schülern viel aussichtsreicher ist, als darauf zu warten, dass unter den Bewerbungen geeignete Kandidaten dabei sind“, sagte Sandy Lehmann. Die Inhaberin der Firma Elektro-Lehmann aus Bad Lausick kämpft gegen den Fachkräftemangel. 185 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen – elf Lehrlinge werden dort aktuell ausgebildet. Die Bewerbersituation sei nicht schlecht, „reicht aber nicht aus, um den Abgang älterer Kollegen zu kompensieren. Ja, wir müssen als Unternehmen mehr tun als früher, um geeignete Mitarbeiter zu finden beziehungsweise auszubilden“, so Lehmann.

Die Schere zwischen zu besetzenden Stellen und qualifizierten Lehrlingen am Ausbildungsmarkt versuchen auch die Geithainer und die Bad Lausicker Oberschule zu schließen, die die Messe gemeinsam organisieren. „Ich bin das erste Mal dabei und begeistert“, sagt Jens Graf. Der Praxisberater an der Pauli ist sozusagen in eigener Mission unterwegs – er begleitet die Schüler in der Findungsphase für das Leben danach. „Wir führen in den Projektwochen Exkursionen und Praxistage bei Bildungsträgern und in Unternehmen durch. In Potenzialanalysen werden dabei die Stärken des Schülers ermittelt, was ihm bei der Berufswahl helfen soll“, erklärte Praxisberater Graf. Und berichtet stolz, dass vom Ergebnis der Analysen selbst die Schüler nicht selten überrascht waren.

Mit der Berufsmesse öffnet sich für die Schüler, die ihrem Abschluss entgegenblicken oder unmittelbar davor stehen, dann ein Berufekatalog im eigenen Wohnzimmer. „Ich war mit der Klasse schon zur Betriebsbesichtigung BMW. Wenn man sich mit den Berufen direkt bei den Unternehmen auch praktisch auseinandersetzen kann, ist das viel besser, als wenn man Ausbildungsmöglichkeiten theoretisch studiert und doch keine Vorstellung davon bekommt, was einen dann erwartet“, berichtet die 13-jährige Janina Fischer. Die Achtklässlerin hat schon eine klare Vorstellung von ihrer Zukunft. Die Berufemesse an ihrer Schule nutzt sie, um letzte Zweifel auszuradieren. Am Stand der Polizeidirektion Leipzig – „ich tendiere klar dazu, Polizistin zu werden“, verriet Janina und wedelt mit einem Flyer der sächsischen Polizei.

Koordinatorin für die Pauli-Kontaktbörse zwischen Wirtschaft und Schule ist Lehrerin Sabine Paul. Sie betreibt die Vorbereitung der Messe „gewissermaßen als Hobby“. Das dritte Mal ist sie nun dabei und stolz drauf. „Es ist wunderbar zu sehen, wie sich unsere Schüler für das interessieren, was Unternehmen aus der näheren und weiteren Umgebung zu bieten haben. Die Kontakte und Kooperationen, die wir dabei über die Jahre ausgebaut haben, fruchten immer mehr. Das bestätigen uns auch die Unternehmen. Viele sind schon viele Jahre dabei. Neue Partner wollen wiederkommen“, so Paul. Der Geithainer Holzlieferant Ladenburger, Obstland, Bundeswehr oder Dienstleister in den sozialen Berufen – „jeder merkt hier, dass das direkte Gespräch mit dem Schüler beiden Seiten viel bringt“, wusste auch Diplom-Ingenieurin und Inhaberin des Bad Lausicker Elektro-Großbetriebes Sandy Lehmann. Was es für begleitende Ausbildungsmöglichkeiten, Fördermodelle oder Berufsaussichten gibt, überrasche die Schüler im unverbindlichen Austausch nicht selten. Lehmann: „Wir haben regelmäßig Praktika auf Messen wie dieser vermittelt.“

Die Berufemesse für beide Oberschulen werde es sicher auch im nächsten Jahr wieder geben. Sabine Paul: „Davon gehe ich fest aus. Weil die Schulleitung fest hinter dem Projekt steht und dankbar dafür ist. Und die geschlossenen Kooperationen mit den Partnern wollen mit Leben erfüllt werden.“ Wie etwa die Exkursionen in die Garage in Leipzig. Der Kompetenzpartner bietet als Berufsvorbereitungswerk praxisbezogene Ansätze insbesondere für technische Berufsfelder. Oder zum Ministerium für Abenteuer. Ein Unternehmen, das Angebote an Jugendliche bietet, „bei denen wir multimediale und praxisorientierte Spiele anbieten. Tablettouren etwa, die Spaß machen und Wissen vermitteln“, erklärte Minister, ähm... Unternehmensgründer David Schäfer, der an der Pauli die Neugier der Schüler, Eltern und Lehrer auf seiner Seite wusste.

Von Thomas Lieb

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