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Messe an der Frohburger Oberschule will vermitteln

Einen Beruf finden, der ausfüllt Messe an der Frohburger Oberschule will vermitteln

Beruflich steht Heranwachsenden heute im Grunde die Welt offen: Anders als noch vor einem Jahrzehnt suchen viele Unternehmen intensiv nach ihren Mitarbeitern von morgen. Beide Seiten zueinander zu bringen, praktizierte die Berufsmesse, die die Frohburger Oberschule zum fünften Mal organisierte – erstmals ausdrücklich auch mit Eltern als Adressaten.

Bei der Berufemesse an der Oberschule Frohburg haben sich in der Sporthalle zwei Dutzend Unternehmen, Institutionen und berufsbildende Einrichtungen präsentiert.

Quelle: Andreas Döring

Frohburg. Zum fünften Mal gestaltete die Oberschule Frohburg einen Tag der Ausbildung. Die darin integrierte Berufsmesse indes fand erstmals nachmittags statt, um nicht nur Schüler, sondern auch deren Eltern zu erreichen. Zwei Dutzend Unternehmen, Institutionen und berufsbildende Einrichtungen präsentierten sich am Dienstag in der Sporthalle ihren Mitarbeitern von morgen. Von Handwerk bis Landwirtschaft, von Industrie bis Geldinstitut reichte die thematische Breite; selbst die Bundeswehr war vor Ort.

„So eine Messe bringt was. Man lernt unterschiedliche Firmen kennen, hört, was die für Anforderungen haben und wie die Ausbildung abläuft“, sagte Max Buschmann aus Streitwald. Der Neuntklässler möchte „in Richtung Elektronik“ gehen und nutzte die Informationsmöglichkeit. Ebenso Lukas Rein aus Borna, ebenfalls Neunte, ähnlich technik-affin wie Max.

„Ich hab‘ noch keinen Plan“, räumte die Zedtlitzerin Marie Seidel aus Klasse 8 unumwunden ein; umso offener und unvoreingenommen konnte sie sich an den Ständen umsehen und umhören. Begleitet wurde sie von ihrer Mutter Yvonne, wohl wissend, wie komplex und schwer das Finden eines passenden Berufes ist. „Man kann einiges anbieten. Aber vor allem muss es ihr liegen, muss das Interesse da sein.“

In vergleichbarer Situation sehen sich Simone Wagner-Eilers und Thomas Eilers aus Eschefeld, die mit ihrem Zehntklässler Richard unterwegs waren. Konkrete Vorstellungen vom künftigen Berufsleben? „Eher nicht. Ich will hier sehen, was für mich interessant sein könnte“, so der Sohn. Das Informationsangebot dieser Veranstaltung nannte sein Vater praktikabel. Für junge Leute, die auf dem Land zu Hause seien, gebe es bei der Entscheidung für einen Beruf und für eine Ausbildungsstätte aber oft das Problem der Erreichbarkeit: „Für uns an der Grenze zu Thüringen käme auch Altenburg in Betracht. Aber da fährt kaum ein Bus.“

„Uns ist wichtig, dass wir vor allem auch Unternehmen aus Frohburg und dem Umland präsentieren, damit wir die jungen Leute in der Region halten“, sagte Jürgen Schlecht, an der Oberschule verantwortlich für die Berufsorientierung. Er zeigte sich zufrieden, dass zahlreiche Eltern ihre Heranwachsenden begleiteten und dass nicht nur Neuntklässler, sondern Schüler vieler Altersstufen die Chance nutzten, sich zu informieren.

„Ich sage ganz klar, Handwerk har Zukunft. Wer nichts unternimmt, um junge Leute zu begeistern, hat schon verloren“, sagte Lothar Franke, Bauunternehmer aus Benndorf und Innungsobermeister, deutlich erkennbar an seinem schwarzen Zylinder. Wie er ist das Backhaus Hennig aus Rüssen-Kleinstorkwitz regelmäßig auf solchen Veranstaltungen vertreten, um Nachwuchs für die Bäckerei und ihre 73 Filialen zu gewinnen. „Wir möchten den Jugendlichen in der Nähe einen guten Ausbildungsplatz bieten, etwa zum Bäcker oder Konditor oder zur Fachverkäuferin“, sagte Ausbildungsleiterin Sandra Schröter.

Messen seien Pflicht, bestätigte Steffen Wittmann von den Holzwerken Ladenburger in Geithain, einem Betrieb, der im Schnitt 14 bis 17 junge Leute in sechs Berufen ausbildet, Kernberuf Holzbearbeitungsmechaniker. Direkt in Frohburg, im am Stadtrand liegenden Wasserwerk, bildet die Grimmaer Niederlassung der Oewa GmbH aus, Abwasser- und Wasserversorgungstechniker zum Beispiel. Mit Berufserkundungsbögen versuchte Ausbilder Erik Kröber die Berufsbilder und die Anforderungen nahe zu bringen: „Viele haben kaum eine Vorstellung, was dahinter steckt.“ Die Messe der Oberschule sei eine gute Chance, das zu ändern.

Von Ekkehard Schulreich

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