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Mieter sind erschüttert: Ihr Wohnblock soll fallen

Mieter sind erschüttert: Ihr Wohnblock soll fallen

Mieter des Wohnblocks Lessingstraße 25 bis 28 in Geithain-West sind erschüttert: Der Stadtrat hat Dienstagabend beschlossen, dass dieses Gebäude abgerissen werden soll.

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Der Wohnblock Lesingstraße 25 bis 28 soll abgerissen werden

Quelle: Inge Engelhardt

Geithain. "Ich bin 80, ich bin allein. Ich habe hier keinen, der mir mithilft", sagte nach der Sitzung Marianne Bleul, die seit 1999 in ihrer Wohnung lebt. Bereits 1985 ist Gerda Rehak eingezogen. Die 70-Jährige hat einen Balkon und möchte diesen nicht missen. Wegen des Balkons hat sich Peter Geistert 2004 mit seiner Frau für den Block entschieden. "Wenn wir ausziehen sollen, müsste uns Gleichwertiges geboten werden", sagte der 71-Jährige. Doch kein anderer Block hat Balkons. "Wir sind nicht bereit, selber Kosten für einen Umzug zu bezahlen", steht für die drei Mieter zudem fest.

 

 

Bereits in der Einwohnerfragestunde hatte sich Peter Geistert erkundigt, wie lange die Ungewissheit denn noch dauern soll. Seit über zehn Jahren sind die Mieter dieses Hauses in Unruhe, denn bereits im städtebaulichen Entwicklungskonzept der Kommune von 2002 ist ihr Wohnblock mit für einen eventuellen Abriss vorgesehen. Positioniert hat sich der Stadtrat erst vorgestern: sieben Stimmen gab es für den Rückbau, fünf dagegen, zwei Stadträte enthielten sich der Stimme.

 

 

Eine Entscheidung musste nun endlich fallen, weil die Kommune den Abriss nur mit Hilfe von Fördermitteln für den Rückbau aus dem Programm "Stadtumbau Ost" packt. Das läuft Ende kommenden Jahres aus.

Das Gebäude wurde in den 80er Jahren errichtet und hat 40 Wohnungen, von denen per Jahresbeginn 2014 nur noch 13 belegt sein werden. 100 Wohnungen hat die Kommune in dem Wohngebiet bereits rückgebaut, unterdessen befindet sich der Block in einer Randlage. Weil er für einen eventuellen Abriss ins Auge gefasst war, erfolgte in den letzten Jahren keine Sanierung am Haus, wurden Verträge mit neuen Mietern nur noch zeitlich befristet abgeschlossen.

 

 

Die Betreibung des Gebäudes mit so geringer Belegung sei kostenaufwendig und uneffektiv, erklärte Bürgermeisterin Romy Bauer (CDU). Dass dieser Block als einziger noch Balkone habe, sei tatsächlich bedauerlich.

Die Stadt beabsichtige, allen Mietern vergleichbare Wohnungen im kommunalen Bestand anzubieten, heißt es im Beschluss. Festgeschrieben ist auch: "Die Freilenkung und der Rückbau sind mit den betroffenen Mietern behutsam anzugehen und erfordern Einzelgespräche und umfangreiche Vorbereitung."

 

 

Die zuletzt gebauten Häuser sollte man nicht abreißen, er werde dagegen stimmen kündigte Ulrich Böhme (Linke) an. Sie habe Verständnis für die Nöte der Bewohner, erklärte Gabi Sporbert (CDU), doch es sei wichtig, die begrenzten Mittel der Kommune effektiv einzusetzen. Udo Berger (UWG) stellte in Frage, ob der richtige Block für den Rückbau ausgesucht worden sei. Ludbert Schmuck (WVWV) plädierte für eine Entscheidung, da die Unsicherheit sonst bliebe.

"Schwer bedenklich" habe ihn die Bürgeranfrage gestimmt, erklärte Gunter Neuhaus (UWG). Was wolle man den Leuten denn anbieten, wenn es derzeit keine Wohnungen mit Balkons gäbe, fragte er. Der Stadtrat erinnerte daran, dass die Kommune den Wohnblock Goethestraße 14 bis 18 ausgeschrieben hatte und alle drei interessierten Investoren Balkone anbauen wollen. Die Verwaltung favorisiert, wie berichtet, die Vergabe an den Höchstbietenden, eine Stadtratsmehrheit hat sie dafür bislang nicht gefunden.

 

 

Bauer hatte angekündigt, man werde das Thema vorgestern erneut behandeln. Nun soll sich heute zunächst der Ältestenrat damit befassen. Sie habe kein anderes Abstimmungsverhalten als bisher erwartet, "das habe ich uns allen erspart", begründete die Stadtchefin, dass der Punkt doch nicht in der Tagesordnung auftauchte. "Woher wissen Sie, wie die Stadträte abstimmen?", hakte Neuhaus nach.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.11.2013
Inge Engelhardt

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