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Minimal-Konsens: Bad Lausick bekennt sich nach Kontroverse zur Bläserphilharmonie

Debatte über Sitzgemeinde-Anteil Minimal-Konsens: Bad Lausick bekennt sich nach Kontroverse zur Bläserphilharmonie

Sich mit einem Orchester wie der Sächsischen Bläserphilharmonie zu schmücken, tut Bad Lausick ebenso gut wie das internationale Renommee der Deutschen Bläserakademie. Sich an der Finanzierung zu acht Prozent zu beteiligen, hält der Stadtrat für völlig abwegig. Selbst einen Bruchteil der Summe aufzubringen, stellt die Kurstadt vor große Herausforderungen.

Die Sächsische Bläserphilharmonie hat ihren Sitz in Bad Lausick. Damit sind finanzielle Belastungen verbunden. Der Stadtrat einigte sich auf einen Minimalkonsens.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. Ob Sächsische Bläserphilharmonie oder Leipziger Symphonieorchester, ob Bad Lausick oder Böhlen: Die Städte, in denen beide Ensembles beheimatet sind, müssen sich an deren Finanzierung beteiligen. Das sieht das Kulturraumgesetz des Freistaates Sachsen vor. Mit jenen 10.700 Euro, die Bad Lausick über Jahre zahlte, war die Kurstadt weit entfernt von jenem Limit, das die Förderrichtlinie vorsieht. Und selbst die 35 700 Euro, die die Stadt im laufenden Jahr zuschießt, verfehlt dieses Ziel um Meilen. Für die Kurstadt aber ist diese Ausgabe eine erhebliche. Die Forderung, wenigstens diese Summe im nächsten Jahr erneut bereitzustellen, sorgte am Donnerstagabend für Kontroversen im Stadtrat.

Sächsische Bläserphilharmonie und Deutsche Bläserakademie, unter dem Dach einer gemeinnützigen GmbH vereint und im Musikhaus am Rand des Kurparks untergebracht, planen für 2017 mit rund 2,71 Millionen Euro an zuwendungsfähigen Gesamtausgaben, wie es im Fachdeutsch heißt. Der darauf fällige sogenannte Sitzgemeinde-Anteil von acht Prozent bedeutete, Bad Lausick müsste 217 000 Euro beisteuern – allein im nächsten Jahr. Und in den folgenden in ähnlicher Dimension. Dass solche Summen illusorisch seien, hatte der Stadtrat bereits klar gemacht, als er das heikle Thema vor Jahresfrist ausgiebig diskutierte. „Wir haben damals nur zuggestimmt, weil es hieß, es wäre eine einmalige Sache“, sagte Gerd Heinze (Linke). Deshalb werde er dieses Mal dagegen votieren. Distanziertheit auch bei Manfred Hönig (SPD): „Die Gegenleistung des Orchesters sehen wir nicht so.“ Bad Lausick falle es schwer, schon 35 700 Euro bereit zu stellen. Zudem sei es eine Freiwilligkeitsleistung. Was passierte denn, wenn man die kürzte?

Dann, sagte Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos), würde man jenen Vorschub leisten, die die Basis der Orchester ohnehin in Frage stellten: „Wir haben im Moment keinen großen Handlungsspielraum.“ Das Problem sei, dass grundsätzliche Entscheidungen zur Zukunft der beiden Kulturraum-Orchester immer wieder hinausgeschoben würden. „Wir kommen gar nicht umhin, zuzustimmen“, sagte dagegen Peter Claußnitzer (CDU), selbst mit der Zwangslage unzufrieden. Verweigere sich Bad Lausick, „sitzt das Orchester auf dem Trockenen“. Das könne keiner ernsthaft wünschen. „Die Konsequenzen wären weitreichend“, bestätigte Fraktionskollege Werner Moh. Der Bürgermeister sollte aber deutlich sagen, dass Bad Lausick 2017 „wirklich zum letzten Mal“ diesen fünfstelligen Betrag zuschieße: „Das könnten wir den Bürgern sonst nicht erklären.“

„Unser Kreistag hat sich zu beiden Orchestern bekannt“, sagte Tim Barczynski (Linke), zugleich Kreistagsabgeordneter. Anders als der Kreistag von Nordsachsen, der sich gegen den vorgeschlagenen Kompromiss sperre. Acht Prozent könne Bad Lausick nie stemmen, darüber herrsche Einigkeit. Aber man sollte den Ensembles jetzt nicht in den Rücken fallen. Bad Lausick sollte im nächsten Jahr ein zweites Mal die höhere Summe zahlen. Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung folgte dem der Stadtrat.

Von Ekkehard Schulreich

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