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Misstöne in Bad Lausicker Ohren

Misstöne in Bad Lausicker Ohren

Mit Deutscher Bläserakademie und Sächsischer Bläserphilharmonie beheimatet Bad Lausick in seinem Kurpark die Musen. Finanzielle Konsequenz für die Stadt: der so genannte Sitzgemeinde-Anteil.

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Die Sächsische Bläserphilharmonie.

Quelle: Veranstalter

Bad Lausick. Mit dem wird die Kommune zur Finanzierung des Orchesters herangezogen. So sieht es das sächsische Kulturraum-Gesetz vor. Bisher steuerte die Kurstadt 10 700 Euro im Jahr bei - für die Stadt eine erhebliche Summe, für die Akademie-Orchester-gGmbH bei einem Jahresbedarf von 3,28 Millionen Euro lediglich ein Sümmchen.

Dass die Sächsische Philharmonie wie das Leipziger Symphonieorchester mit Sitz in Böhlen - beides Ensembles, die der Kulturraum Leipziger Raum mit den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen zu tragen hat - seit Jahren ihre Musiker weit unter Tarif bezahlen, ist bekannt. Das ist nur eine Facette, die die Unterfinanzierung durch das Kulturraum-Gesetz verdeutlicht. Künftig sollen die Sitzgemeinden - Bad Lausick und Böhlen - deutlicher als bisher an der Finanzierung beteiligt werden. Wurden die bisher gewünschten vier Prozent an den Gesamtkosten schon nicht gestemmt, sollen es nun acht Prozent sein. Für Bad Lausick bedeutete das einen jährlichen Zuschuss von 262 000 Euro.

"Dabei ist doch allen bewusst, dass die Städte das gar nicht leisten können", sagte der Bad Lausicker Bürgermeister Josef Eisenmann (CDU). Man schätze die künstlerische und musikpädagogische Arbeit, die auch auf die Stadt ausstrahle, sehr wohl. Doch aufstocken könne man nach Rücksprache mit dem Kulturraum-Sekretariat allenfalls in Form eines Kompromisses, und auch nur begrenzt auf das Jahr 2016: Dann, und nur dann, steuere man 35 700 Euro bei, eine Verdreieinhalbfachung des bisherigen Betrages. Eine Arbeitsgruppe befasse sich zurzeit mit der finanziellen Sicherung der Orchester in der Zukunft: "Ende des Jahres wissen wir, wie wir weiter verfahren."

"Wenn das weiter so steigt, endet das im Fiasko", sagte Manfred Hönig (SPD). Das Bad Lausicker Stadtmusikfest habe man seinerzeit beerdigt, als die Kosten 35 000 Mark erreichten und nicht mehr tragbar waren, erinnerte Gerd Heinze (Linke). Jetzt gehe es um 35 000 Euro. "Die sind für mich die Grenze." Das Land Sachsen sei vielmehr viel stärker in der Pflicht. "Und wenn wir wieder nur 10 000 Euro geben? Wir stecken in einer Zwickmühle", sagte Marko Krötzsch (CDU). Denn dann wäre der Etat des Orchesters ja in Frage gestellt.

Die Debatte zeigte eines: Glücklich mit dem aktuellen Zustand ist keiner der Parlamentarier. Dennoch wurde der erhöhten Ausgabe zugestimmt - bei zwei Enthaltungen und einem Nein.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.06.2015
Ekkehard Schulreich

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