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Mit 250 Tieren: Frauendorfer Geflügelzüchter feiern Vereinsjubiläum

Rasseschau am 17. und 18. Oktober Mit 250 Tieren: Frauendorfer Geflügelzüchter feiern Vereinsjubiläum

30 große Ausstellungen in 30 Jahren Vereinsgeschichte: Die Rassegeflügelzüchter aus Frauendorf können auf eine bemerkenswerte Kontinuität zurückblicken. Allerdings kann sich der Verein, der sich 1985 gründete, einer landläufigen Entwicklung nur schwer entziehen: Das organisierte Züchten wird immer stärker eine Sache der Älteren.

Rund 250 Tiere – Hühner, Zwerghühner, Tauben, Wassergeflügel – sind am 17. und 18. Oktober auf der Jubiläumsschau zu sehen.

Quelle: André Kempner

Frohburg/Frauendorf. Junge Leute zu gewinnen für dieses Hobby, in den Augen von Vereinschef Ernst Liebers nichts weniger als eine Kulturtat, ist eines der Ziele der Jubiläums-Leistungsschau. Sie findet am 17. und 18. Oktober in den Heros-Baumschulen in Niedergräfenhain statt. Traditionell eröffnet sie die Ausstellungssaison der Geflügelzüchter in der Region.

Als die Geflügelzüchter aus Frauendorf und Umgebung Mitte der Achtzigerjahre entschieden, eigene Wege zu gehen, begannen sie im Grunde bei Null. „Finanzielle Mittel hatten wir nicht, aber wir machten von Beginn an Ausstellungen“, blickt Heinz Liebing (78) zurück, der zu den Gründern gehörte; ein halbes Dutzend Züchter dieser ersten Stunde – meist aber mit Erfahrungen aus anderen Vereinen – sind bis heute dabei. Drei Jahrzehnte gemeinsamen Züchtens brachten Erfolge: Liebing, der als Ausstellungsleiter fungiert, wurde mehrmals Deutscher und Europameister mit seinen Steigerkröpfern. Auf großen Ausstellungen machten sich unter anderem auch Eberhard Fischer mit Welsumern und Bernd Riebestahl mit Hessenkröpfern einen Namen.

Um den Verein zu konsolidieren, halfen die Mitglieder in den ersten Jahren der LPG – beim Rübenverziehen etwa, sagt Liebing: „Da war jeder dabei. Das war selbstverständlich für uns.“ Was hier erwirtschaftet wurde, war das Kapital für die Ausstellungen. Die fanden zu Beginn im Gasthof Niedergräfenhain statt, während man sich zu den Vereinsversammlungen im Frauendorfer Gasthof Dennhardt traf. Und zu Fachvorträgen von Preisrichtern, Veterinären und anderen Experten, die seit jeher zum Programm gehören. Später stellte man auch auf dem Saal in Frauendorf aus – unter komplizierten Bedingungen angesichts räumlicher Enge und steiler Treppe. Eine neue Ära brach an, als man Mitte der Neunzigerjahre die Baumschule als Domizil entdeckte. Liebing: „Großzügige Räume und Platz, um die Tiere zu präsentieren. Das sind hervorragende Bedingungen für uns.“

„Wir bewahren ein Kulturgut, das unsere Vorfahren gezüchtet haben“, beschreibt Ernst Liebers seine Motivation. Lange in Mittelsachsen und Frohburg in Vereinen organisiert, trat er kurz nach der Jahrtausendwende den Frauendorfern bei, übernahm vor vier Jahren den Vorsitz. Zählte der Verein zu Beginn an die 30 Mitglieder, ist deren Zahl inzwischen auf die Hälfte geschrumpft. Immer mehr Züchter gäben in der Region aus Altersgründen auf, und mit ihnen verschwänden manche Rassen aus den heimischen Ställen und aus den Käfigen auf Leistungsschauen. Jugendliche für das Züchten zu gewinnen, sei nicht leicht, sagt der 74-Jährige. Er wünscht sich deshalb, dass Schulklassen Angebote wie die

Frauendorfer Ausstellung nutzten, um sich aus der Unmittelbarkeit ein Bild zu machen; andererseits wisse er, an Wochenenden sei das Illusion.

Rund 250 Tiere – Hühner, Zwerghühner, Tauben, Wassergeflügel – sind am 17. und 18. Oktober zu sehen. Neben Züchtern aus dem Frauendorfer Verein stellen viele aus dem Geithainer und Rochlitzer Umland aus. Am Dienstag beginnt der Aufbau der Käfige, am Freitag treffen die Zuchtrichter ihre Entscheidungen. „Eine solche Ausstellung zu stemmen, ist nicht einfach. Wir freuen uns deshalb, dass wir Unterstützung durch Unternehmen und Helfer erhalten“, sagt Liebers. Eine Frauendorfer Besonderheit: Für die besten Jungtiere werden Wanderpokale vergeben. Der Kreisverband Geithain stiftet eine weitere Trophäe für Jugendzüchter.

Geöffnet ist die Schau am 17. Oktober von 10 bis 17 Uhr, am 18. Oktober von 9 bis 15 Uhr. Jede Eintrittskarte nimmt an einer Verlosung teil – Hauptpreis: eine Gans. Zusätzlich Publikum anziehen soll eine kleine Schau von präparierten Tieren von der Kohlmeise bis zum Rehkitz – Tiere, die auf den Straßen getötet wurden und die Liebers auf diese Weise bewahrt.

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