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Geithain Mit Strickmütze auf der Kirche: Geithain feiert fünf Tage „500 Jahre Reformation“
Region Geithain Mit Strickmütze auf der Kirche: Geithain feiert fünf Tage „500 Jahre Reformation“
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22:00 22.10.2017
Ein Turm der Nikolaikirche Geithain hat fürs Reformationsfest ein Strickmütze bekommen. Dieser erste Versuch scheiterte, der zweite klappte. Quelle: Jens Paul Taubert
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Geithain

Unter die Haube gebracht haben die Geithainer einen Turm ihrer Nikolaikirche pünktlich vorm Reformationsfest: Das weithin sichtbare, rekordverdächtige Strickwerk soll werben für die fünftägige Feier, die vom 27. bis 31. Oktober an 500 Jahre Reformation nicht nur erinnern will, sondern dieses Ereignis in einen Kontext zur Gegenwart setzt. „Kirche muss immer reformiert werden“, sagt Pfarrer Markus Helbig. „Das ist ein Prozess. Er meint keine Anpassung an den Zeitgeist, wohl aber eine Überprüfung der Echtheit, damit Kirche sich nicht von ihren Wurzeln entfernt.“ Das Fest, das das Kirchspiel Geithainer Land, gestützt auf viele Mitstreiter, organisiere, ziele ganz bewusst auch über den kirchlichen Rahmen hinaus.

Ob Konzert oder Theaterstück, Bibellesung oder Festgottesdienst – Luther steht dabei vielfach im Mittelpunkt. Leben und Zeit des Reformators schwingen auch in anderem mit: Bei einer als historische Modenschau inszenierten Geschichtsstunde treten „Zeitgenossen“ des Reformators auf. Ein Markttreiben mit althergebrachten Gewerken rings um die Nikolaikirche greift die Tradition der Messen auf, die sich einst im Sinne von Jahrmärkten an jene im kirchlichen Raum anschlossen. Ein Lutherbaum wird gepflanzt, ein wiederhergestelltes Lutherbild von 1595 wird präsentiert. Heranwachsende haben die Chance, bei einer Kinderkirchennacht St. Nikolai von ungewohnter Seite und zu ungewöhnlicher Zeit zu erleben. Und es gibt ein Gelage wie zu Luthers Zeiten, gewürzt mit Interna aus dem Hause Luther, erzählt von der Narsdorfer Krimi-Autorin Constanze Hölig.

„In unser Programm bringen sich viele ein. Das macht seine Vielfalt, seinen Reiz aus“, sagt Helbig. So beschränke sich etwa der historische Markt am 28., 29. und 30. Oktober nicht auf Verkaufsstände. Handwerker aus der Region wollen vor aller Augen herstellen, was nach dem Fest in Geithain Verwendung finden soll: Metallbaumeister Junghans aus Tautenhain schmiedet Halterungen für eine Festbeleuchtung an den Kirchenbänken. Schmiedemeister Papesch aus Linda erneuert Türbänder des Südportals. Tischlermeister Heinicke aus Schönau kümmert sich um die Erhaltung der Tür selbst. Korbmachermeister Winkler aus Jahnshain flechtet Körbe für die Abendmahlsgeräte. Für einen historischen Flohmarkt am 28. Oktober werden die Geithainer gebeten, Schätze zu sichten und anzubieten.

Musikalische Höhepunkte sind das Reformationsoratorium „Bruder Martinus“ von Siegfried Fietz mit den Chören des Kirchspiels und der Band „The Golden Lions“ am 30. Oktober, ein Liederabend mit TrioWerk am 27. Oktober und ein Konzert für Orgel und Trompete am 29. Oktober. Theater gibt es auch, unter anderem sind „Luther, dein Herzliebchen“ am 28. Oktober und für Jugendliche das Stück „Luther leicht gemacht“ am 29. Oktober vorgesehen.

Detaillierte Informationen zum Programm gibt es im Internet unter www.kirche-geithain.de und per Telefon: 034341/40537.

Von Ekkehard Schulreich

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