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Mit Tischkultur startet das Glastener Museum in die neue Saison

Mit Tischkultur startet das Glastener Museum in die neue Saison

Zehn Jahre Heimatmuseum Glasten: Als der Heimatverein 2003 zu seiner ersten Saison einlud, ging es vor allem darum zu zeigen, was das dörfliche Leben in den Jahrzehnten und Jahrhunderten ausmachte.

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Das Museum ist herausgeputzt, die Besucher können kommen: Ab 5. Mai lädt der Glastener Heimatverein wieder ein.

Quelle: Jens Paul Taubert

Glasten. Längst ist viel mehr daraus geworden. Sonderschauen mit Kulturgut, bildender Kunst und Handwerk haben seither viele Besucher nach Glasten geholt. Am 5. Mai gibt es eine neue Schau.

 

 

Am Anfang waren Sammlungsstücke, von den Mitgliedern des Glastener Heimatvereins zusammengetragen und bewahrt: historische Gerätschaften von Friseur, Schuhmacher und Malermeister zum Beispiel, darunter eine Trockenhaube Marke "Mühelos", eine komplette Schuster-Nähmaschine und ein Satz Dekorwalzen, mit denen der Malermeister einst Muster auf die Zimmerwände auftrug. Die zu zeigen und die Erinnerung an dörfliches Leben und Arbeiten lebendig zu halten, gab 2003 den Anstoß, im alten, leer stehenden Gasthof eine Kulturell-geschichtliche Begegnungsstätte einzurichten. Vor allem mit den vielen, thematisch breit gefächerten Sonderausstellungen gelang es dem rührigen Heimatverein, das Haus zu einer Stätte des Begegnens, des Miteinanders zu machen - die weit über Glasten hinaus ausstrahlt.

 

 

Porzellane, vom ausgehenden 19. Jahrhundert über den Niedergang der DDR-Porzellanherstellung bis in die Gegenwart, wird hier ab morgen Gudrun Opitz aus Frohburg zeigen. Nicht nur Kannen und Kännchen, Tassen und Teller. "Mir geht es um die Tischkultur insgesamt. Darum, wie die Menschen früher Kaffee getrunken haben", sagt die 71-Jährige aus Frohburg. Deshalb zeigt sie in Glasten nicht nur Teile ihrer Sammlung, sondern wird auch einen Tisch zweigeteilt dekorieren: mit einem Kaffeegedeck aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert und mit einem Gedeck aus der heutigen Zeit, Tischdecken, Servietten, Besteck inklusive.

 

 

Zehn war Gudrun Opitz, als sie in den Jahren des Nachkriegs mit ihren Eltern sonntags zu Besuch war bei vermögenderen Bekannten: "Da wurde der Kaffee sonntags aus der Kanne eingegossen. Das hat mich nachhaltig beeindruckt." Die ungewöhnlich große Zuckerdose, die ihr später die Großmutter ihres Mannes Hans-Peter schenkte, bildete noch viel später den Grundstock für die heutige Sammlung. Opitz, die zuletzt in den DRK-Wohnstätten Kohren-Sahlis tätig war, trägt Kannen, Kännchen und Dosen nicht einfach so zusammen. Sie recherchiert zu den Herstellern, setzt die Porzellane und ihre Gestaltung in einen kunsthistorischen Kontext, sucht Parallelen zu anderen Bereichen, zum Jugendstil und Art deco etwa in der Architektur. Ihr ist es wichtig, über den - um im Bild zu bleiben - Tellerrand hinauszuschauen.

 

 

Die Ausstellung in Glasten ist nicht Gudrun Opitz' erste. In Kitzscher, Frohburg, Prießnitz war sie präsent, im Geithainer Heimatmuseum ist es sie derzeit. Ihr Mann Hans-Peter unterstützt sie bei der Vorbereitung der Ausstellungen. Und er genießt es wie sie, dass es den Kaffee nicht aus dem Glaskrug der Maschine gibt, sondern aus einer der vielen schönen Kannen: "Wenn Gäste kommen, ist das grundsätzlich so."

 

 

Damit das Porzellan in bestem Licht erscheint, haben die zwei Dutzend Mitglieder des Heimatvereins in der vergangenen Woche in ihrem Museum ordentlich Staub gewischt. Nach der Sonderschau von Gudrun Opitz, die am Sonntag, 14 Uhr eröffnet wird, zeigen Donaths aus Grimma, die hier im vergangenen Jahren Kaffeekannen präsentierten, diesmal Biergläser. Zudem soll eine spezielle Schau das Jubiläum "50 Jahre Jugendfeuerwehr Glasten" im August begleiten.

 

 

Dass das Museum in den zurückliegenden zehn Jahren zu einer Erfolgsgeschichte wurde, freut Vereinschef Andreas Dathe. "Es sind doch hauptsächlich die Älteren, die sich für die Heimatgeschichte interessieren", sagt er. Und Verein samt Museum am Laufen halten. Bis in den Oktober hinein ist das Museum wieder an jedem ersten und dritten Sonnabend von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Darüber hinaus kümmert sich der Verein um seine Mutterbuche und initiiert alljährlich gemeinsam mit der Feuerwehr die heimelige Dorfweihnacht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.05.2013

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