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Geithain Mit dem Bus fast bis zur Parthenquelle: Neues Netz verbindet Bad Lausick besser
Region Geithain Mit dem Bus fast bis zur Parthenquelle: Neues Netz verbindet Bad Lausick besser
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00:21 20.08.2017
Ein Bus steht an der Haltestelle „Riff“ in Bad Lausick. Quelle: Christian Modla
Bad Lausick

Geografisch betrachtet sich die Kurstadt Bad Lausick, an der Nahtstelle von Leipziger Land und Muldental gelegen, gern als Mittelpunkt des Landkreises. Mit Blick auf das neue Nahverkehrskonzept „Muldental in Fahrt“, das vor zehn Tagen startete, befindet sich die Stadt allerdings in Grenzlage. Eine Ausdehnung des nicht länger am Schülerverkehr orientierten Konzeptes auf den Raum Geithain/Frohburg ist in der Vorbereitung. Doch ehe es umgesetzt wird, dürfte es dauern. Die Bad Lausicker indes kommen schon jetzt in den Genuss getakteter und deutlich verstärkter Verbindungen, besonders jene, die in den Ortsteilen zu Hause sind.

Dass die Linie 610 zwischen Bad Lausick und Grimma als Plus-Bus firmiert, von Montag bis Freitag stündlich verkehrt, es in beiden Städten zahlreiche Anschlüsse an Bahnen und andere Busse gibt – das ist inzwischen so etwas wie Normalität geworden. Zusätzliche Angebote, vor allem an den bisher busfreien Wochenenden, gibt es schon seit dem Fahrplanwechsel im letzten Dezember auf der 613, die Bad Lausick und Colditz über Ballendorf, Glasten und Schönbach verbindet.

Nun besteht immer Anschluss an den Regionalexpress

„Nach diesem ersten Schritt haben wir den Fahrplan jetzt nachgebessert, so dass es immer Anschluss an den Regionalexpress gibt“, sagt Iris Bode, Sachgebietsleiterin Schülerbeförderung im Landratsamt. Die Linie 613 gilt jetzt als Takt-Bus. „Wir sind die Ersten im Gebiet des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes, die damit starten.“ Der Mindeststandard sehe im Zwei-Stunden-Rhythmus sechs Fahrten je Richtung unter der Woche und vier an den Wochenenden vor. Bei Bedarf – etwa im Schülerverkehr – würden Verstärker-Busse eingeschoben.

Ein Takt-Bus ist jetzt auch die Linie 277 Bad Lausick – Kitzscher. Allerdings ist die wegen des Baus eines Kreisverkehrs in Bad Lausick und der damit verbundenen Vollsperrung bis in das nächste Frühjahr hinein sozusagen aus dem Takt. Sie verkehrt in veränderter Linienführung. In Kitzscher aber soll künftig Anschluss in verschiedene Richtungen bestehen. Das eröffne, sagt Bode, beispielsweise einem Berufsschüler aus Colditz die Chance, mit kurzen Umstiegen in Bad Lausick und Kitzscher schnell zum Berufsschulzentrum nach Böhlen zu gelangen.

Die 277, die Lauterbach, Steinbach und Beucha einbindet, löst die 611 über Wüstungsstein ab, die es so nicht mehr gibt. Gestrichen wurde auch die 623, die für Glastener und Ballendorfer Schüler eine direkte Verbindung zum Grimmaer Gymnasium herstellte; sie müssen nun in Schönbach umsteigen, was die Fahrzeit verlängert.

„Mit dem neuen Netz hat sich im Grunde alles geändert“, sagt Iris Bode. Mit dem ausgebauten Angebot wolle man neue Nutzerschichten in Busse und Bahnen holen, die Dörfer einbinden, einen Ausflugsverkehr an den Wochenenden überhaupt erst etablieren. Das müsse sich einspielen, brauche Zeit. Experten sprächen von zwei, drei Jahren, bis sich das Mobilitätsverhalten ändere, sagt die Sachgebietsleiterin: „Unabhängig davon sind wir verpflichtet, dem Kreistag jährlich zu berichten.“

Fünf zusätzliche Haltestellen im Stadtgebiet Bad Lausick

Im Bad Lausicker Stadtgebiet, vornehmlich in den Ortsteilen, gibt es jetzt fünf zusätzliche Haltestellen. Eine sechste steht mitten im Wald zwischen Schönbach und Glasten und heißt wie das Ausflugsziel: Parthenquelle. Den Bürgermeistern liege erst einmal viel daran, den Regionalverkehr zu stärken, sagt Iris Bode. Ambitionierte Stadtverkehre, wie sie auch für das kleine Bad Lausick vor vielen Monaten schon einmal entworfen wurden, seien erst ein fernerer Schritt. Was die Region Geithain/Frohburg betreffe – und damit Bad Lausicker Ortsteile wie etwa Ebersbach und Thierbaum –: Hier hänge die Umsetzung der neuen Netz-Ideen davon ab, wie man mit den Schulen unter einen Hut komme. Hinsichtlich der Schulanfangszeiten, die sich für viele erheblich ändern würden, habe man noch keine Einigung erzielt: „Es gibt aber weiter Gespräche.“

Wer die neuen Möglichkeiten von „Muldental in Fahrt“ testen möchte, findet im neuen Fahrplanheft und auf der MDV-Homepage (www.mdv.de) einen Gutschein, der am Wochenende 9. und 10. September auf zahlreichen Bus- und Bahnlinien der Region eine Gratisfahrt für bis zu fünf Personen erlaubt.

Von Ekkehard Schulreich

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