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Geithain Mittelschüler kochen gern und gut
Region Geithain Mittelschüler kochen gern und gut
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11:24 25.01.2010
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Zwei Dutzend Mädchen und Jungen der Klassenstufen 6 und 7 hantieren im Wechsel mit Töpfen, Pfannen und an der Backröhre. Das Wasser im Edelstahltopf sprudelt beinahe. Christian Geisler und Tom Bugdalle legen Makkaronitüten und Abgießsieb bereit. Alexander Gruß und Steffen Siebert verwandeln Fleischwurst in winzige Würfel. „Was gibt es heute überhaupt“, fragt Marcel Leuschner, der soeben zur Küchentür hereinkommt – und überblickt die Szenerie sofort. Die fünf Jungs aus der Klasse 6a bestimmen, was heute Mittag im Schülercafé der Bad Lausicker Mittelschule auf den Tisch kommt. Sie nutzen ihre Freistunde, um für andere etwas Leckeres zu zaubern. 30, 40 Portionen werden es heute sein. Zum Job gehören auch Essenausgabe, Kassieren und der unvermeidliche Abwasch. Der Begriff Job ist durchaus treffend: Es geht um die Schülerfirma, um viele unternehmerische Facetten. „Die Schüler kaufen ein, kalkulieren, kochen, führen die Kasse. Da sind viele Fähigkeiten gefragt“, sagt Jana Sittner. Die Mathe- und Physiklehrerin betreut die Schüler, die gruppenweise im Wechsel dafür sorgen, dass montags bis freitags am Mittag etwas Nahrhaftes serviert werden kann: Nudeln, Pizza, belegte Brötchen, Muffins. Speisen, die keinen allzu hohen Aufwand an Zeit, Können und Kosten erfordern, denn für die Vorbereitung haben die Schüler höchstens eine Dreiviertelstunde Zeit. Nicht nur das Lob ihrer Mitschüler motiviert, sondern auch die Möglichkeit, durch Arbeit das Taschengeld aufzubessern – Stichwort Firma. Justine Schlichter aus der Klasse 7a stellt sich gern in die Schulküche. „Wir haben auch schon mal etwas besonders Gesundes gemacht, mit Quark gefüllte Kartoffeln“, sagt sie. Das habe die regelmäßigen Café-Besucher aber nicht so überzeugt wie die Dauerbrenner Nudeln mit Tomatensoße oder Pizza. „Am Schulessen nehmen nur wenige teil. Viele kommen dagegen zu uns“, freut sich Klassenkameradin Lydia Krötzsch. Josephine Thäsler (Klasse 6a) kocht auch zu Hause gern, oft mit Unterstützung durch ihren Vater. Thomas Kunath (7a) hat Rezepte, die er in der Schule probierte, erfolgreich zu Hause umgesetzt: „Die Waffeln waren lecker.“ Die lukullischen Kreationen der Schülerfirma sind nicht nur bei vielen Mitschülern zu einem Begriff geworden. Bei den Tagen der offenen Tür, bei Sportfest oder dem Elternsprechtag ersetzten sie das Catering durch einen professionellen Anbieter. „Das Unternehmen wächst von Jahr zu Jahr“, sagt Sittner. Daran haben auch Eltern Anteil. Justines Mutter etwa will künftig die Heranwachsenden in die Grundbegriffe der Buchhaltung unterweisen. Unterstützung erfährt die Firma auch durch den Schulförderverein. Der besorgte zum Beispiel den Kühlschrank, ein unverzichtbares Möbel. Die Wurzeln der Schülerfirma reichen einige Jahre zurück. Die Zehntklässler hatten eingeführt, monatlich, später wöchentlich Kuchen auf dem Gang zu verkaufen. Doch dann bot sich die Chance, das Nähmaschinenzimmer im Untergeschoss zum Café umzubauen. Dass es hier auch künftig an Personal nicht fehlt, davon ist Jana Sittner überzeugt: „Die Fünftklässler fragen schon, wann sie einsteigen können.“

Ekkehard Schulreich

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