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Geithain Moden-Schau „Chic im Osten“ beschert Frohburger Museum großen Zuspruch
Region Geithain Moden-Schau „Chic im Osten“ beschert Frohburger Museum großen Zuspruch
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17:38 28.12.2015
Konstanze Jurzok (li.) und Marion Buschmann mit Kleidungsstücken der Schau „Chic im Osten“. Quelle: Julia Tonne
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Frohburg

Der „Chic im Osten“ bescherte dem Frohburger Museum einen selten erlebten Besucher-Andrang und sorgte für eine Verdopplung der Einnahmen: Die gleichnamige Sonderausstellung zur Mode der Fünfziger bis Achtziger in der DDR, bereichert durch zahlreiche Leihgaben von Menschen aus Frohburg und Umgebung, war von Mai bis Ende Oktober zu sehen und wegen der Resonanz um vier Wochen verlängert worden. „Eine Schau, die außerordentlich erfolgreich war. Und viele, die kamen, interessierten sich nicht nur dafür. Sie nahmen unser Museum als Ganzes wahr“, sagt Leiterin Konstanze Jurzok. Über das klassische Einzugsgebiet der Leipziger Region und Ostthüringen hinaus habe man viel Publikum aus Dresden und Chemnitz gezählt. Grund dafür war zweifellos die Aufnahme der von der Stadt Frohburg getragenen Einrichtung in die Werbe-Kooperation Schlösserland Sachsen. Frohburg gehörte zu den wenigen nicht staatlichen Museen, die sich erfolgreich für drei Jahre um diese Zusammenarbeit bewarben: „Das bringt uns eine ganz neue Qualität der Aufmerksamkeit.“

Eine Aufmerksamkeit, die neben Sonderschauen und Veranstaltungen vor allem die Dauerausstellung verdient. Die widmet sich nicht nur der Geschichte von Schloss, Stadt, Kohrener Land und dem prägenden Töpferhandwerk, sondern in besonderer Weise dem Schlossherrn Ernst Blümner, der im 19. Jahrhundert Maler, Schriftsteller, Gelehrte um sich zu versammeln wusste. Sein Faible für Künste und Künstler schlug sich in einzigartiger Manier im Schloss selbst nieder: Die Ausmalungen des Steinsaals und des Bildersaals haben kunstgeschichtlich großen Wert. „Sie galten schon zu Blümners Zeit als sehr hochwertig und gelten heute als eine der bedeutendsten Raumgestaltungen des Hochklassizismus“, sagt Jurzok. Dabei beschränken sich die Ausmalungen nicht auf die beiden genannten Säle. In einem weiteren Raum war in den vergangenen Wochen der Leipziger Diplom-Restaurator Uwe Härtig auf hoher Leiter und Gerüst bei der Arbeit, um Fassungen des Architekten und Zeichners Gottfried Klinsky (1765 bis 1828) erneut auf die Wände zu übertragen. Klinksy, der Dresdner, hatte auch für die anderen Räume die Entwürfe geliefert. Von der jetzt rekonstruierten Gestaltung waren lediglich Ansichten überliefert, die Härtig in Abstimmung mit den Denkmalpflegern nachempfand. Möglich machte das eine Förderung der Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse, ein regelmäßiger Partner des Museums, der 2016 die Überarbeitung historischer Möbelstücke ermöglicht.

An den Mode-Erfolg 2015 möchten Konstanze Jurzok und ihr kleines Team gern in der folgenden Saison anknüpfen. Ab Mai geht es dann um Werbung aus den frühen Jahren der DDR, einer Zeit, als Werbung noch nicht unter ein Verdikt fiel. „Wir wollen die Leihgaben eines privaten Sammlers gern durch Exponate aus der Region ergänzen“, sagt die Museumsleiterin, denkt an Spielzeug, Haushalts-Utensilien, Dinge des Alltags in den Fünfziger- und Sechzigerjahren. Wer etwas zur Verfügung stelle wolle, könne sich mit seinen Ideen gern im Museum melden (Telefonnummer 034348/51563). Weiterer Höhepunkt 2016 soll die Präsentation der teilrekonstruierten Wandfassung werden, untermalt mit Musik aus der Zeit der Klassik und Romantik und durch gelesene Passagen aus Blümners Reisetagebüchern. Ein „Picknick im Park mit Stile der Blümner-Zeit“ findet am 17. Juli statt; es ist Teil einer neuen Veranstaltungsreihe der Schlösser-Kooperation. Nicht zu vergessen: Die historische Schulstunde mit Karsten Pietsch als ein Publikumsmagnet seit vielen Jahren erfährt eine Fortsetzung.

Überrascht war Konstanze Jurzok, als sie in einer Bilderschau, die in verschiedenen Orten Deutschlands gezeigt wurde, neben Anton Graf und Caspar David Friedrich ein Gemälde Ernst Blümners entdeckte. „Dass er selbst ein so anerkannter Maler war, war uns bisher gar nicht bewusst“, sagt sie. Dem werde man in den nächsten Wochen und Monaten auf den Grund gehen und intensiv recherchieren. Jurzok ist froh, dass sie bei all den Bemühungen um ein attraktives Museum mit Ausstrahlung auf bewährte Partner zurückgreifen kann. Zu denen gehört neben dem Träger Stadt und der genannten Stiftung ebenso der Freundeskreis Frohburger Schloss, der Heimatverein, die Stadtbibliothek, das Schlosscafé – und nicht zuletzt die Außenstelle der Kunst- und Musikschule „Ottmar Gerster“, die in Kooperation mit dem Museum im Jahr zwei gut besuchte Konzerte gestaltet.

Von Ekkehard Schulreich

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