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Museum Burg Gnandstein stellt von Einsiedels bewegende Briefe vor

Ausstellung Museum Burg Gnandstein stellt von Einsiedels bewegende Briefe vor

Das Leben in der Gutsherrschaft Gnandstein in den Jahren des Ersten Weltkrieges wird nachvollziehbar an einem bemerkenswerten Briefwechsel: Was Elfriede und Hanns von Einsiedel 1916 an Gedanken austauschten, bildet die Grundlage für eine neue Sonderschau im Museum auf der Burg. Mit ihr startet am 19. März die neue Saison.

Blick auf Burg Gnandstein, die Winterpause endet am 19. März.

Quelle: Jens Paul Taubert

Kohren-Sahlis/Gnandstein. Die Schlachten des Ersten Weltkrieges geschahen 1916 fernab von Gnandstein. Doch nicht nur jenen Einheimischen, die als Soldaten an den Fronten standen, war das Geschehen vor einem Jahrhundert nahe, auch der Gnandsteiner Herrschaft: Den Briefwechsel von Elfriede und Hanns von Einsiedel verwahrt das Staatsarchiv in Altenburg. Er bildet den Kontext für eine Sonderausstellung, mit der das Museum Burg Gnandstein am 19. März in die neue Saison startet. Zu sehen ist diese Schau bis Ende Oktober. Antje Kranstöver und Michael Kreskowsky schlüpfen am Eröffnungstag in die Rollen beider und führen Gäste durch die Exposition.

„Uns geht es weniger um das Kriegsgeschehen als vielmehr um die Situation in Gnandstein, die in den Briefen sehr lebhaft geschildert wird“, sagt Museologe Falk Schulze, der sich in den zurückliegenden Monaten in den Schriftwechsel vertiefte. Hanns von Einsiedel im Rang eines Rittmeisters gehörte zu jenen, die diesen Krieg vom ersten bis zum letzten Tag absolvierten, im Einsatz vor allem in Frankreich und Russland. Die Briefe, sagt Schulze, seien ein eindrückliches Zeugnis jener Zeit; sie reflektierten vor allem auch die Lebenssituation in der Heimat.

Die Sonderausstellung trägt den vielsagenden Titel „…kämst Du doch bald wieder, ich hab’s satt, so allein zu regieren“. Sie bildet den Rahmen für das Gnandsteiner Museumsjahr, in dem es neben dem regulären Besucherbetrieb zahlreiche weitere Veranstaltungen gibt, etwa den beliebten Familientag, der am 23. April unter dem Motto steht „Von Rittern, Jungfrauen und geheimen Gemächern“. Darüber hinaus gibt es Führungen zum Leben in den Goldenen Zwanzigern (unter Einschluss der Gnandsteiner Dorfkirche) und solche mit dem Torwächter zu spätabendlicher Stunde. Es geht um Kräuter und alte Obstsorten, um Toiletten-Gepflogenheiten und die Haustechnik der Altvorderen. „Was gut angenommen wurde, setzen wir fort. Aber wir haben auch neue Themen ausgewählt“, sagt Schulze.

Die Winterpause, die bis zu besagtem 19. März währt, wurde genutzt, um Sicherungsarbeiten am Westflügel der Burg durchzuführen. Außerdem wurde die Felderdielung im Kaisersaal des Südflügels überarbeitet. Dass das Museum von November bis weit in den März hinein geschlossen ist und ein wichtiges touristisches Ziel Jahr für Jahr über Monate ausfällt, wird von manchem im Kohrener Land bedauert. Da die Burg eine große Anziehungskraft besitzt, partizipieren Gastronomen und Betreiber anderer Freizeiteinrichtungen durchaus von den Besuchern – und vermissen sie in der Winterzeit umso deutlicher.

„Unser Bestreben ist es, die Angebote in unseren Häusern so lange und so umfassend wie möglich für Gäste offen zu halten. Allerdings kann dies nur in einem vertretbaren Verhältnis von Kosten und Nutzen geschehen“, sagt Uli Kretzschmar, Sprecher des Staatsbetriebes Schlösserland Sachsen. Dafür gebe es sachsenweit geltende Kriterien. Was Gnandstein betreffe, sei die Frequenz über den Winter eher gering. Allerdings: „Eine Führung oder einen Gruppenbesuch werden wir bei Voranmeldung jederzeit ermöglichen, auch in der Winterzeit.“

Anders ist die Situation im Schloss Frohburg, das sich in kommunaler Trägerschaft befindet. Das Museum hier ist ganzjährig geöffnet – und seit Kurzem mit dem Schlösserland über eine Marketing-Kooperation verbunden. „Sie bietet die Chance, Ressourcen zu bündeln und in der Gemeinschaft Maßnahmen zu verwirklichen, die der Einzelne nicht bewältigen könnte“, sagt Kretzschmar. Gerade im Tourismusmarketing sei es wichtig, mit Angeboten im Paket auf die potenziellen Kunden zuzugehen, denn der Markt sei umkämpft. Diese Zusammenarbeit auf Zeit betreffe Marketing und Öffentlichkeitsarbeit auf den überregionalen touristischen Märkten, so auf Messen in Deutschland, Tschechien, Polen und Großbritannien. Es gibt eine Schlösserland-App, gemeinsame Publikationen und Internet-Auftritte. Das Schlösserland wende sich aller drei Jahre an potenzielle Kandidaten und biete die Teilnahme an. Kriterien seien etwa die inhaltliche Konzeption eines Museums und die Erreichbarkeit während der touristischen Hauptsaison.

Von Ekkehard Schulreich

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