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Nach Brand bei Landenburger in Geithain: Produktion und Planung für Wiederaufbau laufen

Nach Brand bei Landenburger in Geithain: Produktion und Planung für Wiederaufbau laufen

Wichtige Weichen werden in diesen Tage beim Geithainer Unternehmen Ladenburger gestellt, in dem es Mitte August gebrannt hat. Bis Ende der Woche soll die erste Planung für den Wiederaufbau stehen.

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Besprechung des "Aufbaustabes" bei Ladenburger in Geithain, stehend Betriebsleiter Markus Hauber, hinten eine Wand aus Tannenholz.

Quelle: Inge Engelhardt

Geithain. Die Produktion läuft wieder so gut, dass die Verkäufer erneut aktiv in die Werbung gehen können. Betriebsleiter Markus Hauber hofft aber auch, die Gespräche mit der Versicherung diese Woche abschließen zu können.

 

 

Weit über 20 Millionen Euro Schaden seien in jener Nacht zum 14. August entstanden, schätzt der 42-Jährige, der seit diesem Jahr einer von drei Geschäftsführern der Ladenburger-Gruppe ist. Zwei Produktionshallen sind komplett abgebrannt, in einer gab es sechs Hobellinien, in der anderen liefen die Plattenproduktion und eine Keilzink-Anlage für den produktiven Bereich. Jetzt werden die Schrottmaschinen zu Ende beräumt, ab kommende Woche sollen Fundamente und Stützen abgerissen werden. Erhalten bleiben kann das stark beschädigte Heizhaus. Nur einige Maschinen konnten dagegen aus der Brikettierung gerettet werden, die ebenfalls abgerissen wird, genau wie davor stehende Sozialgebäude und eine kleine Betriebswerkstatt. Neben Gebäuden und Maschinen ist auch Warenbestand Opfer der Flammen geworden. Hinzu kommt der Betriebsausfall - der sei am schwersten zu berechnen, so Hauber, der jetzt mit vier verschiedenen Sachverständigenbüros verhandeln muss. "Die Versicherung wird den größten Teil des Schadens tragen", weiß er aber schon.

 

 

Trotz der dramatischen Ereignisse jener Nacht habe die Produktion im Unternehmen nicht eine Minute komplett still gestanden, betont Markus Hauber. "Unsere Kundschaft hat von dem Brand nicht viel gespürt", sagt er nicht ohne Stolz. Bis letzte Woche seien alle Kundenaufträge abgearbeitet worden, jetzt könnten die Verkäufer wieder aktiv in die Akquise neuer Aufträge gehen. 80 bis 90 Prozent der üblichen Produktion laufe weiter hier in Geithain. An den sechs noch vorhandenen Hobelanlagen in den anderen Produktionshallen wird nun in drei Schichten gearbeitet, zuvor waren es ein oder zwei Schichten. Hauber bestätigt eine "große Bereitschaft der Mitarbeiter, bedingungslos mitzuziehen". Ein kleiner Teil der Produktion sei deutschlandweit in der Branche ausgelagert worden, andere Betriebe hätten sich als hilfsbereit erwiesen, so der Unternehmer. Ein weiterer Teil laufe mit in den Werken der Ladenburger GmbH in Bopfingen und Aufhausen. Zwei bis fünf Kollegen von hier würden derzeit im Bopfinger Werk an der Keilzink-Anlage für Geithain arbeiten.

 

 

Mit rund 235 benennt Hauber die Mitarbeiterzahl in Geithain. Im Winter seien es jeweils unter 200, jetzt sei man aber in der produktionsstärksten Zeit. 60 Prozent des Umsatzes laufen für die Firma jeweils im zweiten Halbjahr - dieses Jahr, das mit dem langen Winter begann, sollten es sogar 70 Prozent sein. Niemand sei wegen des Brandes entlassen worden oder in Kurzarbeit, so Hauber, im Gegenteil seien Einstellungen erforderlich gewesen, weil sich der Aufwand beispielsweise in der Logistik nun erhöht habe.

 

 

Das Geithainer Unternehmen fertigt vor allem Fassadenverkleidungen und Terrassenoberflächen, aber auch verschiedenstes Holz für den konstruktiven Bereich. Hauptkunde ist die Fertighausindustrie. Das Unternehmen liefert nicht nur deutschlandweit, sondern auch ins Ausland, rund ein Viertel der Produktion gehe in den Osten Europas. "Wir arbeiten derzeit stark daran, unseren Kundenkreis zu erweitern", erklärt Hauber und setzt dabei insbesondere auf drei exklusive Geithainer Produkte: eine Trendfuge mit besonderem Kontrasteffekt an der Hausfassade, Innendecken aus Tanne, die Schall schlucken, sowie für Messebau und Inneneinrichtungen Holz, das per Foto-Aufdruck wie natürlich gealtert wirkt. Wichtig und steigend sei zudem der Anteil des Holzmarktes vor Ort am Umsatz.

 

 

Der Betriebsleiter will für das Geithainer Unternehmen bis Ende 2014 nicht nur wieder das Niveau vor dem Brand erreicht haben, sondern einen Stand einschließlich des üblichen Wachstums. Unabhängig vom August-Ereignis liegt die Baugenehmigung für eine weitere Produktionshalle vor. Die abgebrannten Gebäude sollen nicht genauso wieder aufgebaut werden, denn beispielsweise die Hobelanlagen sind heute schneller und dadurch länger, die neuen Hallen werden deshalb schlanker und länger. Drei effektivere Hobelanlagen sollen die sechs verbrannten ersetzen, das hat Priorität. "Die stressigste Zeit steht noch bevor", so Hauber gestern. Der Wiederaufbau sei eine Riesenchance, aber auch eine Riesenaufgabe, die parallel zur laufenden Produktion zu bewältigen sei.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.09.2013

Inge Engelhardt

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