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Geithain Nach Gerichtsurteil: Rechtsextreme marschieren durch Geithain
Region Geithain Nach Gerichtsurteil: Rechtsextreme marschieren durch Geithain
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08:45 26.11.2012
Springerstiefel eines Teilnehmers einer Demonstration der rechten Szene. Quelle: dpa
Geithain

Anlass für den rechten Aufmarsch war ein am Donnerstag am Landgericht Chemnitz ergangenes Urteil gegen einen Mann aus Geithain. Wegen des monatelangen sexuellen Missbrauchs eines zu Beginn erst elf Jahre alten Mädchens war der 33-Jährige zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren und vier Monaten verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Binnen einer Woche können Staatsanwaltschaft oder Verteidigung gegen das Urteil vorgehen. Diese Entscheidung muss der Täter nicht hinter Gittern abwarten: Er wurde vorläufig auf freien Fuß gesetzt.

120-mal soll der Geithainer, der als Lastwagen-Fahrer arbeitet, ein Mädchen aus Rochlitz missbraucht haben. Im Sommer 2009 hatte das Leiden für das damals erst elfjährige Kind, das in Rochlitz lebt, begonnen. Der Täter aus Geithain zählt zum Bekanntenkreis der Familie. Er soll mit Wissen der Eltern oft in Rochlitz übernachtet und dann das Mädchen missbraucht haben. Auch Fotografien und Filme entstanden. Bis zum Herbst vergangenen Jahres hatte der Verurteilte immer wieder mit dem Kind Geschlechtsverkehr. Angeblich einvernehmlich, wie der Mann vor Gericht behauptete. Den vom Gesetz vorgesehenen Strafrahmen für den Missbrauch von Kindern unter 14 Jahren von bis zu zehn Jahren Freiheitsentzug schöpfte die Strafkammer des Landgerichtes Chemnitz nicht aus.

Wegen des Urteils und der Entscheidung, den Täter nicht sofort in Haft zu nehmen, hatte der für die NPD im Geithainer Stadtrat sitzende Manuel Tripp den rechten Aufmarsch angemeldet. Geplant war ein Fackelzug. „Um dem Totensonntag Rechnung zu tragen“, so Polizeieinsatzleiter Mario Luda, habe man die Pläne des Anmelders durch Auflagen eingeschränkt. So sei die Route deutlich verkürzt worden: Vom Markt zum Bahnhof und durch das Altneubaugebiet zurück durften die Rechten ziehen. Nur sechs Fackeln waren erlaubt und die Zahl der Redebeiträge mit Megafon wurde festgelegt. Auch die Linken erhielten Auflagen. Einmal stoppte die Polizei die Rechtsextremen kurz wegen zu lauter Rufe. „Die Polizei hatte die Situation jederzeit unter Kontrolle“, sagte Polizeioberrat Luda, nachdem der Einsatz noch vor 19 Uhr beendet war. Man wäre auch in der Lage gewesen, eine Auseinandersetzung zwischen beiden Demonstrationszügen zu verhindern, versicherte der Einsatzleiter.

es/an

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