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Nahverkehr im Süden des Landkreises soll dem Bedarf angepasst werden

Ab Mitte August Nahverkehr im Süden des Landkreises soll dem Bedarf angepasst werden

Busse fahren lassen, wenn sie gebraucht werden: um zur S-Bahn, zum Einkauf, zum Arzt zu gelangen – das sieht ein neues Konzept für den südlichen Landkreis Leipzig vor. Es soll Mitte August starten und nimmt nicht mehr wie bisher die nötigen Schülertransporte zum Maßstab. Bei selben Kosten hoffen Kreis, Kommunen und Thüsac, viele neue Mitfahrer zu gewinnen.

Künftig sollen Busse direkt die Innenstädte von Geithain und Frohburg ansteuern, hier startet ein Probebus am Geithainer Bahnhof.

Quelle: Andreas Döring

Frohburg/Geithain. Mehr Busse, ein Taktverkehr, problemloses Umsteigen zwischen Bus und Bahn: Mitte August, nach dem Ende der Sommerferien, soll es in der Geithainer Region nach einem völlig neuen Plan rollen. An dem arbeiten der Landkreis Leipzig, das Verkehrsunternehmen Thüsac, der MDV und die Kommunen intensiv. Ein Novum: In Geithain und in Frohburg sollen Busse bis unmittelbar in das Zentrum rollen. Auf beiden Märkten sind Haltestellen vorgesehen.

„Wir möchten mehr Menschen in die Busse bekommen“, benennt Kultusamtsleiterin Ines Lüpfert das große Ziel. Der Schülerverkehr, an dem sich der Fahrplan der Busse bisher vor allem ausrichtete, solle künftig nicht mehr der alleinige Maßstab sein. Vielmehr gehe es darum, für alle einen attraktiven Nahverkehr zu organisieren. „Wir denken da ganz neu und haben mit der Thüsac einen tollen Partner an der Seite“, sagt sie. Das sind die Prämissen: Busse und Bahnen ohne große Wege und Aufenthalte verbinden. Die kleineren Ortschaften regelmäßig an die Städte Geithain und Frohburg anbinden. Ebenso unkompliziert Kohren-Sahlis, Borna, Bad Lausick, Narsdorf und Obergräfenhain erreichen. Einen Zwei-Stunden-Takt wochentags auf Hauptlinien gewährleisten, problemloses Umsteigen am Busknoten Prießnitz und an den Bahnhöfen Geithain und Frohburg inklusive.

„Dieses System muss so strukturiert sein, dass wir mit dem Geld auskommen, das wir bisher zur Verfügung haben“, sagt Lüpfert. Das werde gelingen, doch gehe man jetzt erst in die Gespräche mit sämtlichen Schulen im Einzugsgebiet. Diese Schülerfahrten werde man in das neu entworfene Netz einfügen und dann wissen, wo man kostenmäßig liege. Deshalb, sagt sie, könne man zum heutigen Zeitpunkt noch keine verlässliche Aussage zu den Fahrplänen an den Wochenenden geben. „Wir wissen allerdings, dass wir da unbedingt etwas tun müssen, vor allem in der Ausflugsregion des Kohrener Landes.“

„Im März oder April sollten wir diese Vorstellungen öffentlich und in Stadträten diskutieren“, sagt der Frohburger Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW), der die neue Herangehensweise begrüßt. Vor allem dass wieder Busse in die Innenstädte rollen sollen, gefalle ihm. Das helfe den Älteren, trage zu einer Belebung bei, ermutige Grundstückseigentümer zu investieren. Die Frohburger Zentralhaltestelle liege von Geschäften und Dienstleistern zu weit entfernt. Viele seien nicht mehr so gut zu Fuß und deshalb auf einen attraktiven öffentlichen Verkehr angewiesen. Ein solches „Liniennetz für die Zukunft“ zu entwickeln, sei es höchste Zeit. Er hoffe, so Hiensch, dass und vor allem die Fachbehörden beim Landratsamt klare Vorgaben für die Planung künftiger Haltestellen machten. „Mit derartigen Vorgaben könnten wir noch 2016 mit den ersten Maßnahmen zum Beispiel in unserer. Innenstadt beginnen.“

„Wir werden das Konzept im März im Stadtrat vorstellen“, sagt der Geithainer Bürgermeister Frank Rudolph (UWG). Dass es mehr Fahrten als bisher und einen getakteten Fahrplan geben werde, sei gut. Ebenso eine neue Bushaltestelle direkt am Markt, um die Geschäfte und das Rathaus problemlos zu erreichen. Als vor wenigen Tagen Kultusamt und Thüsac eine Proberunde durch Geithain fuhren, um festzustellen, welche Wege für Busse in Frage kommen, stand zudem das Ärztehaus mit auf dem Plan; es ist für Menschen aus der gesamten Region ein wichtiger Anlaufpunkt.

„Das Bussystem im Muldental-Dreieck, das wir für die Städte Grimma, Bad Lausick, Brandis und Colditz planen, ist aufwendiger als das für den Geithainer Raum. Von der Herangehensweise haben wir allerdings viel lernen können“, sagt Ines Lüpfert. Sie sei zuversichtlich, dass alle beteiligten Partner die noch offenen Fragen gemeinsam lösen. Dann läge es an den Menschen im Südraum des Landkreises, ob sie das neue Konzept zur Erfolgsgeschichte machten – indem sie Busse häufiger nutzten, das eigene Auto mal stehen ließen und durch eine gute Auslastung dafür sorgten, dass es sich trage und etabliere.

Von Ekkehard Schulreich

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