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Geithain Namen auf rotem Porphyr – Benndorfer erinnern an Kriegsopfer
Region Geithain Namen auf rotem Porphyr – Benndorfer erinnern an Kriegsopfer
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18:25 30.03.2018
Frohburger gedenken an der restaurierten Tafel auf dem Benndorfer Friedhof den Opfern des ersten Weltkrieges. Quelle: René Beuckert
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Frohburg/Benndorf

Die Namen auf der roten Porphyrtafel sind wieder lesbar. Der Stein an der Kapelle des Benndorfer Friedhofes ist weithin sichtbar und mahnt. Der Volkstrauertag am Sonntag war für viele Benndorfer Anlass, die restaurierte Tafel und mit ihr jene Bewohner des Ortes, die im ersten Weltkrieg ihr Leben ließen, in den Fokus zu rücken. Rudolf Müller vom Kirchenvorstand erklärte, dass sie die Restaurierung der Porphyrtafel bereits seit Jahren favorisieren, doch die finanzielle Situation der Kirchgemeinde ließ eine sofortige Erneuerung nicht zu. „Wir haben aber das Ziel nie aus den Augen verloren. Aber erst jetzt bot sich die Gelegenheit, mit Hilfe von Fördermitteln aus der Sparkassenstiftung das Projekt umzusetzen“, gab Müller zu verstehen. Das Kriegerdenkmal war in einem so schlechten Zustand, dass die dort eingravierten Namen der gefallenen Soldaten durch die Verwitterung nicht mehr lesbar waren, erzählt er weiter. Dank der Unterstützung in Höhe von 6000 Euro sei ein Steinmetz mit der Wiederherstellung beauftragt worden.

Weitere Mitstreiter für das Projekt fanden sich im Förderverein des Rittergutes. Denis Brauße, der den Vorsitz inne hat, hebt die Bedeutung der Instandsetzung des Kriegerdenkmales für die Gemeinde hervor. „Das Denkmal stellt einen Teil im Ort dar, der ebenso eng mit der Geschichte von Benndorf verbunden ist, wie das Rittergut. Unser Verein hat sich nicht nur die Wahrung des Rittergutes auf die Fahnen geschrieben, vielmehr gehört das dörfliche Umfeld mit dazu. Im Gespräch mit dem Kirchenvorstand sind wir auf das Kriegerdenkmal gestoßen und haben dies in unsere Vorhaben mit einbezogen“, berichtet Brauße. Der Verein habe auf Erfahrungen bei der Umsetzung vorangegangener Vorhaben setzen können, wie beispielsweise der Erneuerung des Brunnens, dem Wegebau oder die Neuanpflanzung von Blutbuchen im Schlosspark bis hin zur Aufstellung von Bänken. „Da das Denkmal an der Kirche ebenso seine Bedeutung besitzt, hat der Verein seinen Anteil zur Erneuerung beigetragen“, betont Brauße.

Müller, der sich in der Kriegsgräberfürsorge engagiert, verweist auf Orte wie Frohburg und Prießnitz, in denen der Kirchenvorstand erreichen konnte, dass Denkmale dieser Art erhaltenbleiben. „In Benndorf ist es das erste Mal, dass wir den Volkstrauertag begehen, zumal das restaurierte Kriegerdenkmal einen würdigen Anlass dazu bietet. Ich betrachte das Ereignis als Mahnung, den Frieden zu erhalten“, unterstreicht er die Bedeutung des Anlasses.

Einige der auf dem Kriegerdenkmal verewigten Namen lassen auch jetzt noch einen Bezug auf im Ort lebende Personen zu. Matthias Weiske hat auf der Tafel Vorfahren entdeckt, deren Geschichte sich bis ins 16.Jahrhundert zurückverfolgen lässt. „Auf der Tafel habe ich zwei Großonkel wiedergefunden“, so der Benndorfer.

Ortschronist Herbert Thomas hat jede Veränderung im Ort im Blick und war so auf die Ehrung zum Volkstrauertag aufmerksam geworden. „Ich habe die Schrecken des 2. Weltkrieges noch am eigenem Leib erfahren müssen. Für mich ist es wichtig, an die gefallenen Soldaten zu denken, quasi als Mahnung an die jüngere Generation. Es ist wichtig, die Vergangenheit nicht zu vergessen, aber noch wichtiger ist es, in der Gegenwart zu leben“, unterstreicht Herbert Thomas.

Von Rene Beuckert

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