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Geithain Nasskalt in Frohburg: Fahrer trotzen Wetter
Region Geithain Nasskalt in Frohburg: Fahrer trotzen Wetter
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10:41 24.09.2018
Kein Wetter zum Motorradfahren: Das 56. Frohburger Dreieckrennen hat dennoch am Wochenende stattgefunden. Der Pulk fährt auf die Bridgestone-Kurve zu. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg

Beim vermeintlichen Höhepunkt gab es keine Chance mehr auf den Titel: weder beim Supersport (SSP) noch beim Superbike (SBK). Noch bevor die mehr als 250 Starter überhaupt in Frohburg eingetrudelt waren, standen die Sieger der International Road Racing Championship (IRRC) 2018 fest. Danny Webb aus Großbritannien, der für das Penz13 Racing Team auf die Maschine stieg, hatte sich mit den Läufen zuvor schon den obersten Platz auf dem Podest in der Superbike-Wertung gesichert. Dem Franzose Matthieu Lagrive war das in der Supersport-Klasse vorzeitig gelungen. Dennoch ließen sich Tausende Besucher die zwei Wettkampftage des 56. Internationalen Frohburger ADAC-Dreieckrennes nicht entgehen. Schließlich waren die IRRC-Plätze zwei und drei heiß umkämpft. Und es gab ja noch andere Wettkampfklassen.

Die Bedingungen beim 56. Frohburger Dreieckrennen waren alles andere als passend zum Motorsport. Dennoch war die Stimmung unter Fahrern und Zuschauern ausgelassen. Richtig schwere Stürze blieben aus. Der letzte Lauf wurde abgesagt.

Dabei war der Auftakt am Freitagabend auf dem Frohburger Markt alles andere als ein gelungener. Was weder an den Sportlern noch an der Organisation von Seiten des Motorsportclubs Frohburger Dreieck (MSC) lag. Sondern schlicht am Wetter. „Vom Winde verweht“, lautete das Motto. Zahlreiche Fahrer mussten diese Benzingespräche sausen lassen, um ihre Zelte festzuhalten. „Im Fahrerlager ging es wegen des Sturms turbulent zu“, erzählte Torsten Schmidt, 2. Vorsitzender des MSC. Es habe gar die Überlegung gegeben, gar nicht zum Markt zu fahren, um im Lager alles in Sicherheit zu bringen. Dennoch: Einige Sportler wagten es, statt der Zelte den Lenker in die Hand zu nehmen, um sich den Fragen der Besucher zu stellen und Autogramme zu geben. Lokalmatador Didier Grams rief wegen der Aussichten fürs Wochenende die rund 200 Besucher am Freitag dazu auf, „fein aufzuessen, damit wir an den beiden Renntagen gutes Wetter haben“.

Wetter passt nicht gut zum Motorsport

Der Aufforderung kamen keinesfalls alle nach. Während der ausrichtende Verein am Sonnabend einen Besucherrekord mit mehr als 2000 rennverrückten Gästen verzeichnete, fiel der Sonntag ins Wasser. Durchgängig nieselte es, ohne Regenschirm, Regenreifen und Regenjacke ging nichts. Wobei die Wetterbedingungen schon tags zuvor für die Trainingsläufe etwas besser sein konnten. Wegen des starken Winds trug es den einen oder anderen Fahrer samt seiner Maschine vom Kurs, einige landeten auf dem Feld. Allerdings ging alles glimpflich ab.

Lokalmatador Grams mit Spitzenplätzen

Der Sonntag brachte dann die Herausforderung mit sich, zunächst bei Dauerniesel, später bei Dauerregen auf die Strecke gehen zu müssen. „Haben viele wohl nicht auf mich gehört“, stellte Grams nüchtern fest. Für ihn selbst lief es dennoch gut. Am Sonnabendabend holte er sich – standesgemäß als fast 30-facher Gewinner von Frohburger Läufen – den Sieg im ersten Rennen der Klasse SBK/STK1000/Open. Und Rang vier im ersten IRRC-Superbike-Lauf am Sonntag reichte ihm, um in der Meisterschaft den zweiten Platz zu behaupten.

Zwei Maschinen hatte Grams, der in Limbach-Oberfrohna wohnt und Mitglied beim MSC Frohburg ist, in die Fahrerlager-eigene Werkstatt mitgebracht und seinem Mechaniker Steffen Süß anvertraut. Unterschiede zwischen den beiden BMWs gab es auf Anhieb keine, Zwillinge also. „Eine geht auf die Strecke. Fällt sie aus, muss die andere raus“, erklärte Süß. Oder aber Nummer zwei liefert die Ersatzteile für Nummer eins. Übrigens hatte Grams noch ein Sondermodell mit seiner Startnummer 26 dabei. Eine Minivariante des Originals. „Wenn alle Stricke reißen, nehme ich die“, sagte er vor den letzten Rennen der IRRC lachend. Zu glauben wäre es ihm, zumindest der Sound steht dem der großen Maschinen in nichts nach.

Komplette Werkstätten fanden im Fahrerlager Platz, um die Motorräder optimal auf die Rennen vorzubereiten. Hinzu kamen etliche Wohnmobile und sogar riesige Trucks, die Herberge für Mensch und Maschine waren. Fehlte es jedoch bei den Mechanikern an Reifen, konnte Thorsten Derstadt von Bridgestone aushelfen. Rund 150 Reifen wechselten am Wochenende den Besitzer. Besonders begehrt: die Regenvariante mit größerem Profil.

Penzkofer-Team trumpft auf

Richtig gut lief es am Wochenende für das Penz13 Racing Team um den Böhlener Rico Penzkofer. Im ersten Rennen der IRRC-Superbike landeten gleich drei seiner Fahrer auf dem Podest: Danny Webb – was kaum eine Überraschung war – vor Derek Sheils und Davey Todd. Für das Team ging auch der Brite Jamie Coward an den Start. „Die International Road Racing Championship ist eine großartige Meisterschaft mit starken Konkurrenten, die auf den schönsten Straßenkursen in ganz Europa ausgetragen wird“, machte er deutlich. Das Dreieckrennen ist das Finale. Es werde in diesem Jahr jedoch sein letztes Rennen sein. Der Grund: Coward wird im November wieder Papa und will daheim sein. Die neue IRRC-Saison 2019 kann er schon jetzt nicht erwarten. Denn dann, so erklärte der 27-Jährige, will er es aufs Podium schaffen.

Frohburg ist für unsere Fahrer immer eine super Trainingsmöglichkeit für die anstehenden Rennen in Macau“, erklärte Penzkofer. Allerdings habe die Veranstaltung auch in der IRRC einen herausragenden Stellenwert, „schon weil ich aus der Region komme“. Für den tschechischen Rennfahrer Marek Cerveny hat das Dreieck noch eine andere Relevanz: „Frohburg bedeutet leider immer auch, dass sich die IRRC-Meisterschaft dem Ende neigt“, sagte er.

MSC-Fahrer Walther mit Laufsieg und Gesamtrang drei

Für den Franzosen Lagrive spielten weder Wetter noch Strecke eine herausragende Rolle am Sonntag. Er konnte es sich förmlich bequem machen auf seinem heißen Ofen, weil ihm der Gesamerfolg in der IRRC-Supersport sicher war. Trotzdem holte er die Ränge drei und zwei. Deutlich aufregender war es für Thomas Walther (MSC Frohburg) und den Belgier Laurent Hoffmann, die noch um den Vize-Titel kämpften. Der Schleizer fuhr als Vierter und Dritter dem Konkurrenten hinterher, der das zweite Rennen gewann und sich im ersten nur Webb als Gaststarter geschlagen geben musste. Für Walther blieb am Ende immerhin Bronze; wenigstens konnte ihm den Auftaktsieg vom Sonnabend in der Klasse Supersport/STK 600/Moto2 keiner mehr nehmen.

Letzter Lauf des Wochenendes abgesagt

Aufs letzte Rennen bei der 56. Frohburger Auflage wurde angesichts der Nässe verzichtet. „Die Fahrer haben das auf Anfrage der Rennleitung entschieden“, sagte Thomas Schmidt. „Da die Topränge schon vergeben waren, ging die Sicherheit vor.“ Nur gut, befand er, dass eine solche Entscheidung nicht schon am Morgen getroffen werden musste. Das hätte das Aus für den Verein sein können.

Von Julia Tonne

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