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Geithain Naturschützer kritisieren Lage im Teichgebiet
Region Geithain Naturschützer kritisieren Lage im Teichgebiet
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14:24 19.05.2015
Die Eschefelder Teiche haben zu wenig Wasser. Quelle: Jens Paul Taubert

Das Land Sachsen hat sehr viel Geld ausgegeben, aber es kommt der Natur nicht zugute", sagt Manfred Körner. Der Naturschützer lebt seit Jahrzehnten mittendrin im Teichgebiet, in jenem Haus, in dem sich die ursprüngliche Gaststätte namens Teichhaus befand. Körner erinnert zum Beispiel an den Bau zweier Brutinseln im Großteich, für die Sachsen 2013 an die 15 000 Euro ausgegeben habe. "Die konnten im vorigen Jahr nicht genutzt werden, weil das Wasser fehlte, und in diesem wird es nicht besser." Es reiche ja nicht eine kurzfristige Befüllung allein. Denn die Vögel brauchten ein Nahrungsangebot an Schnecken, Muscheln, Insekten. Das aber gebe es wegen der Austrocknung nicht mehr, "und es bedarf einer gewissen Zeit, bis sich diese Nahrungskette wieder aufbaut".

Beispiel zwei: Im Herbst 2014 seien Traktoren zwei Wochen damit beschäftigt gewesen, in trocken gefallenen Arealen des Großteichs Knöterich und Weiden zu entfernen - eine Maßnahme, die ebenfalls eine Menge gekostet habe, die aber alles andere als weitsichtig sei, denn: "Es wurde gemulcht, die Wurzeln blieben drin. Wenn jetzt die Sonne höher steigt, dann treiben sie wieder aus, prächtiger als vorher." Helfen würde nur, die Flächen zu überstauen. "Und um das zu erreichen, müsste Wasser aus der Wyhra in die Teiche gepumpt werden", sagt Körner. Gerade das aber könne der Freistaat angeblich nicht.

Dass die Verantwortlichen in den Behörden den Schwarzen Peter nur hin und her schöben, könne er nicht begreifen, sagt Manfred Körner. Ohne Geld in die Hand zu nehmen, sei das Teichgebiet nicht zu retten. "Da die Teiche dem Freistaat gehören, kann nur er es sein, der das Geld gibt."

Dass die Zufuhr von Wasser in trockenen Zeiten nicht gesichert sei, betrachtet auch Naturschützer Peter Arnold aus Ballendorf als eklatanten Mangel. Mehr noch aber stößt er sich an der Art der Teichbewirtschaftung. Die Bewirtschaftung, meint er, "muss schnellstens in Naturschutz-Hände". Es sei nicht akzeptabel, dass zum Zwecke des Abfischens die Teiche abgelassen würden. Zudem kritisiert er das Umbrechen der Ziegelteich-Wiese; das sei "Grünland-Vernichtung" und stehe im Widerspruch zu den Zielen des Naturschutzes im Eschefelder Teichgebiet. Und zu Festlegungen der Bundesregierung, die vor wenigen Tagen erst eine Genehmigungs- und Ausgleichspflicht für jeden neuen Umbruch von Grünland erlassen habe.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.02.2015
Ekkehard Schulreich

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