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Nenkersdorf hat seine Feuerwehr gerettet

Nenkersdorf hat seine Feuerwehr gerettet

Bewährungsauflagen erfüllt? In der Freiwilligen Feuerwehr Nenkersdorf geht man unbedingt davon aus, auch wenn der Frohburger Stadtrat dazu erst im September offiziell urteilen wird.

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Ortsvorsteher Andreas Mertin (l.) und Rainer Kuhnert am Nenkersdorfer Gerätehaus.

Quelle: Inge Engelhardt

Frohburg/Nenkersdorf. Aufgrund Personalknappheit stand die Wehr bis Ende Juni, wie berichtet, unter Beobachtung.

 

 

"Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", ist der neu gewählte Wehrleiter Reiner Zschalich überzeugt. In den vergangenen Monaten sei es gelungen, die Zahl der aktiven Mitglieder deutlich zu erhöhen und die Dienste wie erforderlich abzusichern. "Wir haben im Dorf intensiv die Werbetrommel gerührt", sagte er. Per Flyer, vor allem aber in persönlichen Gesprächen habe man um eine aktive Unterstützung der Wehr geworben. Mit dem Erfolg, dass für den Fall der Fälle wieder 16 gut ausgebildete Ehrenamtliche zur Verfügung stehen.

 

 

Das sei im vergangenen Jahr anders gewesen, räumt Nico Flade, bis vor Kurzem noch Nenkersdorfer Wehrleiter und darüber hinaus in der Frohburger Feuerwehr aktiv. Die Nenkersdorfer seien unter die Mindestzahl von zwölf Einsatzkräften mit mindestens 40 Dienststunden im Jahr gerutscht. Erwogen habe man seinerzeit, die Nenkersdorfer Truppe als Abteilung der Frohburger Wehr zu unterstellen, doch dagegen habe es Vorbehalte gegeben. Ein Grund, sich erneut auf die eigene Stärke zu besinnen. Allerdings hätten es Feuerwehren grundsätzlich schwer, neue Mitglieder zu gewinnen, sagt Flade. Das liege natürlich an der Altersentwicklung in den Dörfern und Städten und am beruflichen Eingespanntsein oft weit entfernt vom Heimatort. "Vor allem aber hat das Ehrenamt einen schweren Stand. Es fehlt zumindest eine öffentliche Anerkennung dessen, was die Kameraden für die Allgemeinheit leisten."

Das kann Rainer Kuhnert, der stellvertretende Wehrleiter, nur bestätigen. Seit 47 Jahren ist er dabei, erinnert sich gut an die Jahre, als die Nenkersdorfer Wehr zwei Dutzend Köpfe zählte. Einen letzten großen Schub habe die Wehr in der Wendezeit erfahren; seit aber keine Feuerwehrabgabe fällig sei, habe das Interesse, sich einzubringen, spürbar nachgelassen.

 

 

Dass die Nenkersdorfer Feuerwehr gebraucht werde, davon ist Ortsvorsteher Andreas Mertin, zugleich Linken-Stadtrat in Frohburg, überzeugt. Schon weil das Dorf von der Kernstadt durch die Bahnstrecke getrennt sei: "Wenn die Schranke zu ist, vergeht wertvolle Zeit." Deshalb sei es gut, vor Ort Einsatzkräfte zur Verfügung zu haben. Ganz abgesehen davon, dass die Feuerwehr auch ein Motor des gesellschaftlichen Lebens im Dorf sei. "Die Dienstbeteiligung liegt aktuell bei 60 bis 65 Prozent. Das ist ein gutes Ergebnis", so Mertin: "Jetzt sollten wir uns auf die künftigen Aufgaben konzentrieren." Und zu denen gehöre zweifelsohne das beständige Bemühen um den Feuerwehr-Nachwuchs, sonst stehe die Truppe in wenigen Jahren wieder vor einem ähnlichen Problem.

Dass die Nenkersdorfer Wehr mehr kann als Brände löschen oder nach Verkehrsunfällen helfen, zeigte sie kürzlich mit der Übergabe zweier Spenden: Je 200 Euro erhielten das Kinderhospiz Bärenherz Markkleeberg und das Tabaluga-Kinderheim Leipzig. Geld, das der Weihnachtsmarkt erbrachte, den Feuerwehr und Kirchgemeinde gemeinsam ausgerichtet hatten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.08.2015
Ekkehard Schulreich

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